Tipps für Ihre Altersvorsorge: AHV, Pensionskasse, 3. Säule

Diese Seite teilen

Newsletter vom 9. April 2021

Erfahren Sie regelmässig, wie Sie Ihre AHV, Pensionskasse und 3. Säule optimieren können und wie Sie Ihre Pensionierung finanziell richtig planen.

Bei Teilzeitarbeit drohen Vorsorgelücken

Wer das Pensum reduziert, ist oft weniger gut für die Zeit nach der Pensionierung abgesichert. Es gibt aber einige Möglichkeiten, um finanzielle Fallen zu umgehen.

Teilzeitarbeit wird immer beliebter. In den letzten Jahren haben auch mehr Männer dieses Arbeitsmodell für sich entdeckt, wie Daten des Bundesamtes für Statistik zeigen:

Frauen und Männer arbeiten zunehmend in reduzierten Pensen
Anteil Teilzeiterwerbstätige (Beschäftigungsgrad bis 89%) an allen Erwerbstätigen in der Schweiz
Frauen und Männer arbeiten zunehmend in reduzierten Pensen

Quelle: Bundesamt für Statistik

Die Grafik zeigt aber auch eindrücklich, dass weiterhin vor allem Frauen in kleineren Pensen arbeiten. Da Teilzeitarbeit ein grosses Risiko für die eigene Vorsorge ist, sind – vorerst – vor allem Frauen von diesem Problem betroffen. Wer weniger verdient, muss etwa mit grossen Lücken in der Pensionskasse rechnen. Wie gravierend diese sein können, zeigt ein Beispiel: Eine 35-jährige Frau reduziert ihr Pensum von 100 auf 40 Prozent. In den Jahren bis zu ihrer Pensionierung stockt sie dann schrittweise wieder auf 80 Prozent auf.

Ihr Vorsorgeguthaben schmälert sich wegen der Teilzeitarbeit deutlich: Hätte die Frau bis 64 immer 100 Prozent gearbeitet, wären jetzt 440'472 Franken in ihrer Pensionskasse angespart (siehe Grafik unten). Mit dem reduzierten Pensum sind es allerdings nur 256'872 Franken – fast 42 Prozent oder 183'600 Franken fehlen.

So gross kann die Lücke in der Pensionskasse sein
Vergleich: Pensionskassenguthaben einer Frau mit Vollzeit- und Teilzeitpensum; Sparbeiträge 7, 10, 15 und 18 Prozent
So gross kann die Lücke in der Pensionskasse sein

Jeder und jede sollte darum genau prüfen, wie gut man nach der Pensumsreduktion noch finanziell abgesichert ist. Das gilt für alle drei Säulen der Schweizer Altersvorsorge:

1. Säule: AHV

Teilzeitarbeitenden gelingt es oft nicht, die maximale AHV-Rente (aktuell 2390 Franken im Monat) zu bekommen. Dafür müssten sie im Schnitt ein Jahreseinkommen von mindestens 86'040 Franken erzielen. Häufig erhalten sie nur das Minimum von monatlich 1195 Franken. Wer Kinder hat, dem werden sogenannte Erziehungsgutschriften als fiktives Einkommen zum durchschnittlichen Lohn hinzugerechnet, was die Höhe der Rente positiv beeinflusst.

Tipp: Fehlende Beitragsjahre führen zu Leistungskürzungen. Klären Sie deshalb ab, ob Ihnen Beiträge fehlen. Diese kann man innerhalb von fünf Jahren nachzahlen. Ihren persönlichen Auszug bestellen Sie bei der AHV-Ausgleichskasse oder online unter www.ahv-iv.ch (Rubrik "Merkblätter
& Formulare"). Für Verheiratete entfällt die Beitragspflicht meistens, sofern der Ehepartner im Sinne der AHV berufstätig ist und Beiträge in der Höhe von mindestens 1006 Franken pro Jahr entrichtet.

2. Säule: Pensionskasse

Die berufliche Vorsorge ist besonders wichtig, um nach der Pensionierung möglichst ohne Geldsorgen leben zu können. Teilzeitarbeitende sind in der zweiten Säule aber häufig benachteiligt. Durch das geringere Einkommen häuft man weniger Altersguthaben an, als das Vollzeitarbeitende können. Oder man ist in der zweiten Säule erst gar nicht abgedeckt, da Arbeitgeber nur Mitarbeitende mit einem Jahreslohn von 21'510 Franken oder mehr versichern müssen.

Dazu kommt ein weiteres Problem: Oft wenden Pensionskassen auch bei kleineren Pensen den vollen Koordinationsabzug von aktuell 25'095 Franken an. Dieser wird vom Einkommen abgezogen, um den versicherten Lohn zu ermitteln. Das führt zu tieferen Beiträgen sowie zu niedrigeren Renten. Gute Nachrichten gibt es dazu vielleicht einst von der Politik: Die vom Bundesrat vorgeschlagene Reform der beruflichen Vorsorge (BVG-Reform) sieht vor, den Koordinationsabzug zu halbieren. Nun ist das Parlament am Zug.

Tipp: Bis die BVG-Reform in Kraft tritt, kann es noch Jahre dauern. Warten Sie also nicht. Fortschrittliche Pensionskassen passen schon heute den Koordinationsabzug an den Beschäftigungsgrad an. Wenn Sie eine neue Teilzeitstelle suchen, prüfen Sie, wie "teilzeitfreundlich" die Vorsorgeeinrichtung Ihres potenziellen Arbeitgebers ist.

3. Säule: Private Vorsorge

Die freiwillige Vorsorge ist wichtig, um finanzielle Lücken zu schliessen und dabei Steuern zu sparen. In die Säule 3a kann einzahlen, wer ein AHV-pflichtiges Einkommen erzielt. Teilzeitarbeitende mit Pensionskasse dürfen dieses Jahr 6883 Franken in die Säule 3a einzahlen. Ohne Pensionskasse sind es 20 Prozent des Einkommens, höchstens aber 34'416 Franken. 

Tipp: Zahlen Sie jedes Jahr in die Säule 3a ein, auch wenn es nicht der Maximalbetrag ist. "Verpasste" Einzahlungen können Sie später nicht mehr nachholen. Das könnte sich in Zukunft zwar ändern, die Schweizer Politik arbeitet derzeit an einer entsprechenden Regelung. Denken Sie aber schon heute daran, regelmässig Ihre Säule 3a aufzustocken.

Sie wollen Teilzeitarbeit und Vorsorge unter einen Hut bringen und sich optimal auf die Pensionierung vorbereiten? Bestellen Sie das kostenlose Merkblatt "Vorsorge bei Teilzeitarbeit". Oder reservieren Sie einen kostenlosen Termin im VZ – zum Beispiel auch via Videobesprechung.