Pensionskasse

Aktive Fonds: Was taugen sie für Pensionskassen wirklich?

Aktive Fonds versprechen Mehrwert. Doch oft bleiben sie hinter passiven Anlagen zurück – bei höheren Kosten und ohne verlässliche Stabilisierung des Deckungsgrads.

Alexander Taverna

Funktion Experte Institutionelle Kunden

Publiziert am

11. Juni 2026

Aktive Fonds werden in der beruflichen Vorsorge oft mit dem Anspruch verbunden, Mehrwert zu schaffen – sei es durch bessere Renditen oder indem sie während Marktkorrekturen Verluste reduzieren sollen.

Ein genauer Blick zeigt aber: Diese Erwartungen erfüllen sich in der Praxis meistens nicht oder nur sehr eingeschränkt. Für Stiftungsrätinnen und -räte ist es darum zentral, den tatsächlichen Nutzen aktiver Fonds kritisch zu hinterfragen – nicht zuletzt im Kontext ihrer treuhänderischen Verantwortung.

Mehrkosten sind ein Renditekiller

Ein Faktencheck auf Basis von Studien und Daten zeigt: Aktive Fonds schneiden über längere Zeiträume im Schnitt schlechter ab als vergleichbare passive Anlagen.

Ein wesentlicher Grund sind die Kosten. Aktive Fonds sind deutlich teurer als Indexlösungen. Diese Mehrkosten fallen unabhängig von der Performance an und schmälern die Nettorendite direkt. Über lange Anlagehorizonte kumuliert sich dieser Effekt und führt zu spürbaren Einbussen im Vermögensaufbau. Selbst moderate Gebührenunterschiede wirken sich langfristig überproportional aus. Hinzu kommt, dass viele aktive Fonds nur in begrenztem Ausmass vom Vergleichsindex abweichen. Solche Strategien generieren faktisch indexnahe Renditen – allerdings zu deutlich höheren Kosten. Der erwartete Mehrwert bleibt damit häufig aus, während gleichzeitig die Gebührenbelastung bestehen bleibt. Für Investoren entsteht so ein ungünstiges Rendite-Kosten- Verhältnis. 

Als Krisenschutz nicht überzeugend

Auch im Hinblick auf die Funktion von aktiven Fonds als Krisenschutz ergibt sich kein durchgehend überzeugendes Bild. Aktive Fonds erzielen während Marktkorrekturen nicht per se durchschnittlich bessere Renditen als ihre Vergleichsindizes. Zwar gibt es aktive Fonds, die Verluste begrenzen – andere weisen aber grössere Kursrückgänge auf. Damit besteht das Risiko, deutlich höhere Verluste zu erleiden als mit passiven Anlagen. Darum kann man auch nicht davon ausgehen, dass aktive Strategien den Deckungsgrad systematisch stabilisieren. Für Pensionskassen bedeutet das: Höhere Kosten bei gleichzeitig unsicherem oder ausbleibendem Mehrertrag können den Deckungsgrad indirekt belasten. 

Fazit: Der Einsatz aktiver Strategien sollte gut begründet und regelmässig überprüft werden. Stiftungsräte sollten vor allem hinterfragen, ob die erzielten Resultate in einem angemessenen Verhältnis zu den eingegangenen Kosten und Risiken stehen. Vor diesem Hintergrund lohnt sich für viele Vorsorgeeinrichtungen ein nüchterner Faktencheck. In zahlreichen Fällen spricht vieles dafür, kosteneffiziente, passive Lösungen stärker zu gewichten und den Fokus konsequent auf Gebührenkontrolle, Transparenz und robuste Anlagestrukturen zu legen.

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