Pensionskasse

Schweizer Wohnbauhypotheken werden für Pensionskassen immer wichtiger

Schweizer Wohnbauhypotheken gelten als stabile und renditestarke Anlageklasse – dennoch werden sie von Pensionskassen bisher kaum genutzt. Dabei sprechen einige Argumente dafür, diesen Markt stärker zu berücksichtigen.

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Sven Pfammatter

Funktion Leiter Institutionelle Kunden

Publiziert am

11. Juni 2026

Pensionskassen geraten zunehmend unter Druck. Grund ist, dass die steigende Lebenserwartung der Versicherten und das anhaltend tiefe Zinsumfeld im Franken es ihnen schwer machen, langfristig die nötigen Anlagerenditen zu erzielen.

Klassische Obligationen liefern oft nicht mehr den gewünschten Ertrag, ohne dass Pensionskassen zusätzliche Risiken eingehen müssen. Umso wichtiger ist es darum, alternative Ertragsquellen zu prüfen. Für Stiftungsrätinnen und -räte, Geschäftsleitungen und Anlageausschüsse stellt sich somit die Frage, wie sich ihre Anlagestrategie sinnvoll ergänzen lässt.

Eine Möglichkeit bieten Schweizer Wohnbauhypotheken. Der Hypothekarmarkt in der Schweiz umfasst ein Volumen von rund 1,3 Billionen Franken und gilt als äusserst stabil.

Erstaunlich ist darum, dass Pensionskassen diese Anlageklasse einfach den Banken überlassen – heute werden mehr als 95 Prozent dieses Markts von Banken dominiert. Laut BVV-2-Verordnung dürfen Pensionskassen bis zu 50 Prozent ihres Anlagevermögens in Schweizer Hypotheken investieren. Viele scheuen aber den Aufwand, obwohl dieser je nach Umsetzungsform sehr gering ist.

Attraktive Erträge, tiefe Ausfallquoten

Eine Studie des VZ zeigt, dass Schweizer Wohnbauhypotheken im Vergleich zu klassischen Obligationenanlagen ansprechende Zinsaufschläge erzielen.

Ein Beispiel: Fünfjährige Festhypotheken lagen bei einer effizienten Umsetzung seit 2014 im Durchschnitt deutlich über den Renditen von Bundesobligationen gleicher Laufzeit und auch über vielen Unternehmensanleihen oder breit diversifizierten Obligationenindizes.

Hypotheken gelten als sichere Anlage

Gerade in Phasen erhöhter Marktvolatilität übernehmen Hypotheken eine stabilisierende Funktion. Während Aktien und teils auch Obligationen stark schwanken, liefern besonders Geldmarkthypotheken planbare Zinserträge und weisen kaum Buchwertverluste auf.

Das hilft, Unterdeckungen zu vermeiden oder schneller abzubauen – und stärkt die langfristige Sicherung der Altersleistungen. Hinzu kommt, dass Hypotheken selbst in Tief- oder Negativzinsphasen stets positiv verzinst bleiben – mindestens null zuzüglich Kreditmarge. So entsteht ein verlässlicher Ertragsstrom.

Schweizer Wohnbauhypotheken gelten als äusserst sichere Anlage. Grund dafür sind die strengen Vergaberichtlinien: Die Belehnung ist auf maximal 80 Prozent des Immobilienwerts begrenzt, und die Anforderungen an die Bonität der Kreditnehmer sind hoch. Entsprechend sind Ausfälle historisch sehr selten.

Effiziente Umsetzung sicherstellen

Pensionskassen haben verschiedene Möglichkeiten, in Hypotheken zu investieren:

  • Investitionen über Anlagefonds und Anlagestiftungen
  • Direktinvestitionen in Hypotheken
  • eigenständige Umsetzung innerhalb der Pensionskasse

Der Aufwand – und damit auch die Kosten – sowie die Liquidität und die erwartete Anlagerendite können dabei sehr unterschiedlich sein. Je nach Grösse und Zielsetzung der Pensionskasse kann sich das eine oder andere Umsetzungsmodell lohnen.

Ein eigener Vertrieb und die Bewirtschaftung von Hypotheken lohnen sich meist nur für sehr grosse Pensionskassen. Diese richten ihr Angebot in der Regel auf die eigenen Destinatäre aus, um Synergien zu nutzen.

Für kleinere und mittelgrosse Pensionskassen kann sich – je nach Anlagesumme – der Einkauf von Hypotheken über einen Vermittler lohnen. Banken bieten hier einen entscheidenden Vorteil: Sie übernehmen auf Wunsch auch Verwahrung und Bewirtschaftung des Portfolios. Der Zugang zu Schweizer Wohnbauhypotheken erfolgt so mit minimalem administrativem Aufwand.

Zudem lassen sich die Investitionen flexibel gestalten – etwa nach Region, Nachhaltigkeitskriterien, Belehnungsgrad oder Hypothekarmodell – und werden transparent verwaltet.

Noch bequemer sind Anlagelösungen. Bei Hypothekenfonds und Anlagestiftungen ist ein flexibler Einstieg möglich, oft innerhalb von wenigen Monaten. Der Ausstieg ist bei vielen Anlagelösungen im Normalfall innert ein bis zwei Jahren möglich. Dafür lassen sich die Kosten in der Regel aber nicht individuell gestalten.

Stabilität und Rendite kombinieren

Eine gezielte Beimischung von Hypotheken kann einen Mehrwert zur bestehenden Anlagestrategie liefern: Sie verbessert die Ertragskraft, senkt die Volatilität des Gesamtportfolios und trägt dazu bei, den Deckungsgrad langfristig zu stabilisieren. Davon können Pensionskassen aller Grössen profitieren – und vor allem die Destinatäre.

Tipp: Ein Hypotheken-Portfolio lässt sich nicht von heute auf morgen aufbauen. Darum sollten Pensionskassen jetzt aktiv werden. Die Spezialisten des VZ helfen dabei, mit minimalem Aufwand direkt in Hypotheken zu investieren. Das VZ vergibt die Hypotheken an Schuldner mit bester Bonität und verwaltet das Portfolio treuhänderisch.

Mit einer solchen Ergänzung der Anlagestrategie können kleine und grosse Pensionskassen ihre Renditeziele in Zukunft besser erreichen – das kommt ihren Versicherten zugute.

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