Geldanlagen
So finden Sie den richtigen ETF
Den richtigen ETF auszuwählen gleicht der sprichwörtlichen Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Ein strukturiertes Vorgehen hilft.
Funktion Anlageexperte
Beitrag empfehlen
1. Juli 2026
ETF sind günstig, transparent und liquide. Entsprechend gross ist die Nachfrage. Und auch das Angebot wächst laufend. An der Schweizer Börse SIX inzwischen über 2200 ETF gelistet. Das richtige Produkt zu finden, ist also alles andere als einfach. Dabei können unter anderem folgende Schritte helfen:
1. Anlagestrategie bestimmen
Vor einer Investition sollte man sich zuallererst über die Anlagestrategie im Klaren werden. Sie gibt die langfristige Aufteilung des Vermögens auf die verschiedenen Anlageklassen wie Aktien, Obligationen, Immobilien oder Rohstoffe vor. Verschiedene Studien zeigen, dass eine klar definierte Anlagestrategie der wichtigste Faktor für den Anlageerfolg ist.
Wer die Anlagestrategie herleiten will, muss zwei Faktoren berücksichtigen: die Risikofähigkeit und die Risikobereitschaft. Die Risikobereitschaft drückt aus, wie gut der Anleger vorübergehende Kursverluste auf seinen Investitionen emotional verkraftet. Wer schlecht mit Verlusten umgehen kann, hat eine tiefe Risikobereitschaft. Ein Anleger mit einer hohen Risikofähigkeit kann eine tiefe Risikobereitschaft haben und umgekehrt.
Die Risikofähigkeit hingegen besagt, in welchem Zeitraum der Anleger welchen Anteil seines Vermögens benötigt. Wer beispielsweise im kommenden Jahr einen Grossteil seines Vermögens für den Kauf eines Hauses verwenden will, darf nicht oder höchstens sehr beschränkt in risikoreiche Wertpapiere wie Aktien investieren. Er oder sie hat eine tiefe Risikofähigkeit.
Herleitung einer Anlagestrategie (Beispiel):
Eine Anlagestrategie lässt sich heute ausschliesslich mit ETF umsetzen. An der Schweizer Börse stehen ETF zur Auswahl, die in eine Vielzahl von Anlageklassen, Märkten und Währungen investieren und eine breite Diversifikation des Vermögens ermöglichen.
2. Index aussuchen
Anleger müssen sich bewusst sein, dass ETF-Anlagen die Wertschwankung des Indexes vollumfänglich mitmachen. Die Wahl des richtigen Indexes ist deshalb von zentraler Bedeutung. Um eine Vorstellung für die Wertentwicklung eines ETF zu bekommen, empfiehlt sich ein Blick auf die historischen Renditen und Kursschwankungen des zugrundeliegenden Indexes. Dabei sollte ein möglichst langer Zeitraum betrachtet werden.
Hilfreich ist auch ein Verständnis für die Berechnung und Zusammensetzung des Indexes. Viele Indizes gewichten die Titel entsprechend ihres Börsenwerts. Dadurch können sich Klumpenrisiken ergeben. Beim SMI und beim SPI beispielsweise machen die drei Schwergewichte Nestlé, Novartis und Roche rund 50 Prozent des Indexes aus. Kursschwankungen dieser drei grössten Titel wirken sich stark auf den Index und somit auf den ETF aus.
3. Abbildungsqualität prüfen
Viele Anleger gehen davon aus, dass ein ETF seinen Vergleichsindex eins zu eins abbildet. Das hätte zur Folge, dass die ETF-Rendite exakt der Benchmark-Rendite entsprechen würde. Das ist aber nicht der Fall.
Zwischen einzelnen ETF auf einen bestimmten Index kann es zu Renditeunterschieden von mehreren Prozentpunkten pro Jahr kommen. Diese Differenz nennt sich Tracking Error. Um die Abbildungsqualität eines ETF zu messen, lohnt es sich, die ETF-Rendite mit der Indexrendite zu vergleichen. Unterscheiden sie sich stark, ist Vorsicht geboten.
4. Replikationsart wählen
Unter Replikationsart versteht man die Art und Weise, wie ein ETF einen Index abbildet. Grundsätzlich wird zwischen physischer Replikation und synthetischer Replikation unterschieden. Bei der physischen Replikation investiert der ETF in die im Index enthaltenen Wertschriften. Die synthetische Replikation funktioniert über Finanzderivate. Sie ist komplizierter und weniger transparent als die physische Indexnachbildung. Gewisse Märkte lassen sich jedoch nur durch synthetische Replikation abbilden.
Die Risiken von physisch replizierenden ETF werden häufig als geringer eingestuft. Unter gewissen Umständen kann die synthetische Replikation aber durchaus sinnvoll sein. Die passende Replikationsart muss deshalb von Fall zu Fall beurteilt werden.
5. Kosten vergleichen
Einen Hinweis auf die Höhe der jährlich anfallenden Kosten in einem ETF gibt die Gesamtkostenquote TER. Sie umfasst neben den Verwaltungsgebühren auch die Kosten für Werbung und Vertrieb des Produkts. Eine tiefe TER sorgt aber nicht zwangsläufig für eine höhere Rendite. Denn zum einen sind in der TER nicht alle Kostenkomponenten eines ETF enthalten. Zum anderen wird die Rendite auch von der Replikationsart beeinflusst.
Finden Sie die besten ETF
ETF-Kompass
Vergleichen Sie ETF nach Anlageklasse, Region, VZ ETF-Rating und weiteren Kriterien.
Anlagestrategie mit ETF umsetzen
ETF eignen sich sehr gut, um mit regelmässigen Einzahlungen zum Beispiel fürs Alter zu sparen. Dank der grossen Produktpalette lässt sich eine Anlagestrategie mittlerweile ausschliesslich mit ETF umsetzen. Um im Produktedschungel die Übersicht zu behalten, sollte eine verlässliche Suchhilfe verwendet werden.
Mit dem ETF-Kompass des VZ können Anlegerinnen und Anleger die Produkte unter anderem nach Index, Rendite, Replikationsart und Kosten filtern. So lässt sich das passende Produkt für die individuellen Präferenzen finden. Der ETF-Kompass ist Teil der Online-Plattform "Börsen & Märkte" auf der Webseite des VZ VermögensZentrums. Nach der kostenlosen Anmeldung kann der ETF-Kompass genutzt werden.
Auf "Börsen & Märkte" finden Sie darüber hinaus relevante Marktinformationen sowie aktuelle Kurse von Aktien, Währungen und ETF.
Sie möchten mehr erfahren? Bestellen Sie das Merkblatt zum Thema oder sprechen Sie mit einer Fachperson im VZ in Ihrer Nähe.
Lernen Sie unsere Angebote kennen
-
-
-
Aktien kaufen: Das sind die wichtigsten Kennzahlen
Merkblatt