US-Arbeitsmarkt sendet der Notenbank wichtige Signale
Geldanlagen
Der US-Arbeitsmarkt hat sich im Juli stärker als erwartet abgeschwächt. Was heisst das nun für die Leitzinsentwicklung in den USA? Unser Anlagechef Christoph Sax ordnet die Lage ein.
Christoph Sax
Funktion Chief Investment Officer
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In den USA bleiben viele Unternehmen bei der Schaffung neuer Arbeitsplätze zurückhaltend, obschon die Wirtschaftslage solide ist. Das dürfte darauf zurückzuführen sein, dass es derzeit viele Unsicherheitsfaktoren gibt.
Es ist schwierig abzuschätzen, wie sich das geopolitische Umfeld in den kommenden Monaten entwickelt. Im Juli ist der Stellenbestand in der Summe sogar gesunken – erstmals seit einem halben Jahr. Unter dem Strich sind 23'000 Stellen weggefallen.
Die amerikanischen Dienstleister haben praktisch keine Jobs geschaffen. Beim Staat fielen überraschend viele Stellen weg. Dieser Abbau ist mehrheitlich auf das Bildungswesen zurückzu-führen, wo die Sommerferien das Bild vermutlich überzeichnet haben. Dieser saisonale Effekt dürfte wohl im August und September zumindest teilweise kompensiert werden.
Unter dem Strich entwickelt sich der Arbeitsmarkt in den USA klar unter den Erwartungen. Dies wiederum spielt der US-Notenbank Fed in die Hände: Wenn der Arbeitsmarkt schwächelt, lässt in der Regel auch der Lohndruck nach. Gleichzeitig dürfte sich die Konsumnachfrage etwas abschwächen, was den Inflationsdruck ebenfalls hemmt.
Damit steigen die Chancen, dass die US-Notenbank den Leitzins bis auf Weiteres nicht erhöhen muss. Das Jahreswachstum der durchschnittlichen Stundenlöhne hat denn auch weiter nachgelassen. Es schwächte sich im Juli von 3,4 auf 3,2 Prozent ab. Für das laufende Jahr ist ein klar fallender Trend erkennbar.
Dennoch rechnen Investoren weiterhin mit mindestens einer Leitzinserhöhung in den kommenden Monaten.
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