Geldanlagen
Die Gründe für den «Flash Crash» beim Gold
Der Goldpreis hat in den vergangenen Tagen eine Achterbahn-Fahrt hingelegt. VZ-Anlagechef Christoph Sax erklärt die Gründe für den kurzfristigen Absturz.
Christoph Sax
Funktion Chief Investment Officer
Beitrag empfehlen
4. Februar 2026
Der Goldpreis hat in den vergangenen Monaten massiv zugelegt. Allein in den vergangenen drei Jahren hat er sich verzweieinhalbfacht. Angesichts der geopolitischen Lage und den damit verbundenen Unsicherheiten liegt es auf der Hand, wer in jüngster Vergangenheit die Nachfrage nach dem gelben Edelmetall angetrieben hat.
Dies wird nun auch von offiziellen Zahlen bestätigt. In den letzten Quartalen hat die Nachfrage von Finanzinvestoren massiv zugenommen. Zwischen Sommer 2022 und heute hat sich die benötigte Menge Gold für Anleger nahezu versechsfacht (vgl. Grafik).
Interessanterweise war die Lust der Notenbanken an Gold gar nicht so gross, wie oftmals berichtet wurde. Zwar gab es diverse Notenbanken – wie zum Beispiel jene Polens –, die im vergangenen Jahr ihre Goldreserven weiter ausgebaut hatten.
Die Zukäufe der Notenbanken waren aber nicht höher als in den Vorjahren (rote Balken). Sogar tendenziell nachgelassen hat die Nachfrage der Schmuckindustrie, deren Kunden preissensitiver sind.
Diese Veränderung der Nachfrageverteilung erklärt die jüngsten Kursbewegungen bei den Edelmetallen. Die zwischenzeitlich massiven Rückschläge bei Gold und Silber lassen sich wohl hauptsächlich dadurch begründen, dass Investoren spekulative Positionen auflösen mussten.
Denn wer kreditfinanzierte Zukäufe getätigt hatte, musste beim Kurssturz die Sicherheitsleistungen erhöhen – also sogenannte Margin Calls bedienen. Das löste vermutlich Zwangsliquidationen aus und verstärkte den Abwärtstrend.
Der Grund, weshalb der Kurssturz bei Silber noch ausgeprägter war, liegt darin, dass dieser Markt sehr eng ist. Das macht Silber anfällig auf markante Kursreaktionen – sowohl nach oben wie nach unten. Inzwischen hat sich die Lage am Edelmetallmarkt wieder beruhigt, und die Kurse haben sich deutlich erholt.
Täglich informiert: Alles Wichtige zum Börsengeschehen vor 9 Uhr in Ihrem Postfach.
Weitere Wirtschaftsnews
Erfreuliche Zahlen zum Schweizer Detailhandel
Die Schweizer Detailhandelsumsätze sind im Dezember gestiegen. Bereinigt um Verkaufs- und Feiertagseffekte resultierte gegenüber dem Dezember 2024 ein Zuwachs von 2,2 Prozent. Auch die Dienstleistungsumsätze sind im November um 1,9 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahresmonat angestiegen.
Eurozone verlangsamt Talfahrt
Die Industrie der Eurozone hat ihre Talfahrt zum Jahresbeginn verlangsamt. Der PMI stieg im Januar auf 49,5 Punkte, bleibt aber unter der Wachstumsschwelle. Der deutsche Industrie-PMI erreichte ein Dreimonatshoch, was auf eine mögliche Erholung hindeutet. Die Produktion konnte nach einem kurzen Rückschlag wieder ausgeweitet werden und die Neuaufträge haben ebenfalls zugenommen.
Gemischter Jahresstart an den Börsen
Europäische Aktien bleiben auch 2026 gefragt. Der Euro Stoxx 50 beendete den Januar mit einem Plus von 2,7 Prozent. In Franken gerechnet entspricht dies einem Plus von rund 1,2 Prozent. Trotz der jüngsten Abgaben haben auch die US-Börsen den Januar mit einem Plus abgeschlossen. Sowohl der S&P 500 als auch der Nasdaq 100 konnten 1,2 Prozent zulegen. In Franken gerechnet büssten sie jedoch etwas mehr als 1 Prozent ein. Der SMI beendete den ersten Monat im Jahr mit einem Minus von 0,6 Prozent.
Lernen Sie unser Angebot kennen
-
-
Anlegerverhalten in der Schweiz 2025
Studie
-
Mit einem ETF-Sparplan günstig ein Vermögen aufbauen
Merkblatt