Geldanlagen

Struktureller Rückenwind für Banken und Chipkonzerne

Banken verdienen wieder prächtig, während die Halbleiterindustrie vom KI-Hype beflügelt wird. Doch steckt dahinter mehr als ein kurzes Strohfeuer? Robert Leitner, Leiter Research beim VZ, erklärt, welche Kräfte die Märkte derzeit antreiben.

Robert Leitner

Funktion Leiter Research

Seit Ende 2021 hat der MSCI All Country World Index (MSCI ACWI) seinen Wert mehr als verdoppelt und allein in diesem Jahr bereits rund 15 Prozent zugelegt. Zu den wichtigsten Treibern zählen Finanztitel mit rund 18 Prozent sowie Halbleiterunternehmen mit etwa 15 Prozent Gewicht im MSCI ACWI. Die gute Nachricht für Anleger: In beiden Sektoren dürften die Gewinne vorerst hoch bleiben. 

Bei den grossen US-Banken sorgt insbesondere das höhere Zinsniveau für Rückenwind, da es die Erträge im klassischen Kredit- und Einlagengeschäft steigert. Zudem werden die im März angekündigten Lockerungen der Eigenkapitalanforderungen voraussichtlich frühestens 2027 umgesetzt. Das dürfte den Instituten auch im kommenden Jahr zusätzlichen Spielraum für höhere Gewinne verschaffen.

Aktuell fokussieren die Anleger allerdings auf die Halbleiterindustrie. Sie macht inzwischen rund die Hälfte des gesamten IT-Sektors aus. Besonders eindrucksvoll fielen die vorläufigen Ergebnisse von Samsung aus: Der Konzern steigerte seinen Quartalsgewinn gegenüber dem Vorjahr um mehr als 1800 Prozent. Zwar begünstigte eine tiefe Vergleichsbasis das Ergebnis, dennoch rechnen Analysten für 2026 mit einer Vervierfachung des Halbleiterumsatzes.

Auch Unternehmen wie TSMC, Broadcom und ASML verzeichnen zweistellige Wachstumsraten bei Umsatz und Gewinn. Die Entwicklung erinnert an die PC-Revolution der 1990er-Jahre. Wie damals wird die Nachfrage von einem strukturellen Innovationszyklus getragen: Prozessoren und Speicherchips müssen in regelmässigen Abständen ersetzt werden, weil neue Software und Anwendungen leistungsfähigere Hardware erfordern. 

Dieser kontinuierliche Erneuerungsbedarf schafft eine vergleichsweise stabile Umsatzbasis. Der Ausbau von Rechenzentren, die Verbreitung von KI-Anwendungen und der anhaltende Hardware-Erneuerungszyklus sorgen weiterhin für starken strukturellen Rückenwind. 

Risiken sollten Anleger dennoch nicht ausblenden. Halbleiter bleiben ein zyklisches Geschäft und reagieren empfindlich auf konjunkturelle Abschwünge, besonders wenn Unternehmen ihre IT-Ausgaben reduzieren. 

Nach den starken Kursanstiegen der vergangenen Jahre kam es zuletzt bereits zu einer Korrektur von rund 15 Prozent gegenüber den Höchstständen vom Juni. Schweizer Aktien, die aktuell ein deutlich tieferes Umsatz- und Gewinnwachstum aufweisen und als eher defensiv gelten, können den Schwankungen im Depot entgegenwirken.

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Steigende Immobilienpreise in der Schweiz

Die Preise für Einfamilienhäuser stiegen laut dem Beratungsunternehmen Wüest Partner in den letzten drei Monaten um 1,5 Prozent. Auf Jahressicht ergab sich sogar ein Plus von 4,3 Prozent. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Eigentumswohnungen: Diese verteuerten sich um 1,0 Prozent in den vergangenen drei Monaten und um ebenfalls 4,3 Prozent im Jahresvergleich.

Nachlassender Preisdruck in Deutschland

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Trump kündigt Zölle für Generika in Höhe von 100 Prozent an

US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, ab August 2028 einen Zoll von 100 Prozent auf importierte Generika zu erheben, der ein Jahr später auf 200 Prozent steigen soll. Die Massnahme soll die Arzneimittelproduktion in die USA zurückholen. Ob und wie Schweizer Generika davon betroffen sind, ist noch unklar. Einige Unternehmen produzieren bereits mehrheitlich in den USA.