Geldanlagen

Leitzinsen: Was können Anleger 2026 erwarten?

Die Zinslandschaft verändert sich – und setzt neue Rahmenbedingungen für Anleger. Die Weichenstellungen der Notenbanken für das Jahr 2026. 

Christoph Sax

Funktion Chief Investment Officer

Publiziert am

17. Dezember 2025

Zum Jahresende stehen traditionell zahlreiche Notenbankentscheide an. In den USA hat das Federal Reserve System (Fed) vor einer Woche den Leitzins erwartungsgemäss gesenkt. Überraschend war weniger die Entscheidung selbst als die Tatsache, dass sie nicht einstimmig ausfiel: Die Einschätzungen der Mitglieder des Offenmarktausschusses (FOMC) gehen weiterhin auseinander. 

Auch Stephen Miran, ein enger Vertrauter von Donald Trump, konnte sich mit seiner Forderung nach einer stärkeren Zinssenkung nicht durchsetzen – ein klares Zeichen für die Unabhängigkeit des Gremiums.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) beliess den Leitzins dagegen unverändert, und das wird auch für die Europäische Zentralbank (EZB) erwartet, deren Entscheid morgen ansteht. Beide Institute signalisieren, dass der Boden bei den Zinsen erreicht ist. In der Schweiz dürfte der SARON daher nahe Null verharren. 

Währenddessen preisen die Märkte für die USA bis Ende 2026 noch zwei Zinsschritte nach unten ein. Für 2027 werden dann keine weiteren Senkungen gehandelt; der Boden wird knapp über 3 Prozent erwartet. 

Dies, obwohl Donald Trump schon bald einen neuen Notenbank-Chef ernennen wird. Aber auch dieser neue Notenbank-Chef kann den Zinsentscheid nicht allein fällen. Die Zinsprognosen der FOMC-Mitglieder bestätigen dieses Bild: Der Median liegt für Ende 2026 bei 3,375 Prozent und damit leicht über den Markterwartungen (3,125 Prozent). 

Auffällig ist, dass kein Mitglied den Leitzins unter 2 Prozent sieht – selbst Miran nicht. Eine radikale geldpolitische Wende ist somit auch unter einem neuen Fed-Chef unwahrscheinlich. In der Summe bedeuten die neusten Signale der Notenbanken: Die Phase stark fallender Zinsen ist vorbei. Stabilität prägt den Ausblick für 2026.

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