Geldanlagen
So beeinflusst der Iran-Krieg den SNB-Ausblick
Mit dem Iran-Krieg ist die Inflation vielerorts deutlich in die Höhe geklettert – ausser in der Schweiz. Deshalb dürfte die Schweizerische Nationalbank nächste Woche die Zinsen unverändert belassen. Doch wie sehen die mittelfristigen Zinsprognosen aus?
Christoph Sax
Funktion Chief Investment Officer
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10. Juni 2026
Die anhaltende Blockade der Strasse von Hormus treibt weltweit die Inflation an. Besonders Energiepreise sind stark gestiegen, aber auch petrochemische Produkte haben sich deutlich verteuert. In der Schweiz fallen diese Effekte aber geringer aus als in der Eurozone oder den USA.
Hierzulande verharrte die Teuerung zuletzt bei 0,6 Prozent. Die Kernteuerung, die schwankungsanfällige Komponenten wie Nahrungsmittel und Energieträger ausschliesst, blieb bei 0,3 Prozent stabil.
Die Inflationsrate notiert also weiterhin tief im Zielbereich der Schweizerischen Nationalbank (SNB) von 0 bis 2 Prozent. Ökonomen erwarteten ein etwas stärkeres Anziehen der Teuerung.
Für den Zinsentscheid der SNB von kommender Woche sind keine Überraschungen zu erwarten. Die SNB wird den Leitzins voraussichtlich bei null Prozent belassen. Damit verbleibt der für Immobilienbesitzer wichtige SARON ebenfalls nahe Null.
Auch mittelfristig ist ein stabiles Zinsumfeld das wahrscheinlichste Szenario – vorausgesetzt, dass der Ölpreis seitwärts tendiert oder mittelfristig nachgeben wird.
Genau hier liegt die Unsicherheit: Der Ölmarkt geht zurzeit davon aus, dass sich die Lage in Nahen Osten in den kommenden Monaten entspannen wird. Sollte sich der Schiffsverkehr im Persischen Golf nicht normalisieren, könnten die Energiepreise nochmals deutlich steigen. In diesem Fall wäre auch in der Schweiz mittelfristig eine leichte Straffung der Geldpolitik denkbar – allerdings wohl nur temporär.
Ein nachhaltiger Ausstieg aus dem Tiefzinsumfeld bleibt unwahrscheinlich, nicht zuletzt wegen der anhaltenden Stärke des Frankens, die den Inflationsdruck dämpft.
Anders präsentiert sich die Situation in der Eurozone und in den USA. In diesen Regionen notiert die Inflation wesentlich höher – in der Währungsunion bei 3,2 Prozent angezogen, in den USA sogar auf 3,8 Prozent.
Die Europäische Zentralbank wird ihren Zinsentscheid diesen Donnerstag fällen. Eine Leitzinserhöhung wäre keine Überraschung mehr.
In den USA dürfte das Fed am nächsten Mittwoch zumindest den Ausblick anpassen und vorerst keine Leitzinssenkungen mehr in Aussicht stellen. Sollten die EZB und die US-Notenbank ihre Geldpolitik tatsächlich straffen, könnte sich für die SNB ein Zeitfenster öffnen, um ihre Bilanz zu verkleinern, ohne eine zu starke Aufwertung des Frankens zu riskieren.
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US-Inflationserwartungen geben nach
Die Inflationserwartungen der US-Konsumenten gaben im Mai 2026 leicht nach: Die einjährige Erwartung fiel auf 3,5 Prozent (April: 3,6 Prozent). Die langfristigen Erwartungen blieben dagegen stabil. Auch die Ausgabenerwartungen sanken, während sich die Arbeitsmarkteinschätzung verbesserte.
Chinas Handelsüberschuss höher als erwartet
Chinas Handelsüberschuss ist im Mai kräftig gestiegen und lag bei 105 Milliarden Dollar, nach 85 Milliarden Dollar im Vormonat. Damit übertraf der Wert die Prognosen der Analysten und Investoren deutlich. Angetrieben wurde die Entwicklung von einem starken Aussenhandel: Die Exporte stiegen im Jahresvergleich (in Dollar gerechnet) um 19,4 Prozent, während die Importe sogar um 27,4 Prozent zulegten.
US-Arbeitsmarkt bleibt robust
Im Mai wurden mehr als doppelt so viele Arbeitsplätze geschaffen wie von Ökonomen erwartet. Zudem wurden die Daten der beiden Vormonate nach oben revidiert. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die US-Notenbank mittelfristig die Zinsen anheben könnte.
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