Geldanlagen

Iran-Konflikt: Die Kursreaktionen fallen nicht überall gleich stark aus

Der gemeinsame Angriff der USA und Israel auf den Iran haben die Märkte durchgeschüttelt. VZ-Anlagechef Christoph Sax zeigt in seiner Analyse, dass die Auswirkungen bislang weit weniger deutlich waren als befürchtet. 

Christoph Sax

Funktion Chief Investment Officer

Publiziert am

4. März 2026

Die USA und Israel haben am Samstag den Iran angegriffen und die oberste Führungsriege des Landes ausgeschaltet, dabei wurde auch Religionsführer Ali Chamenei getötet. Der Iran wehrt sich nach Kräften und schliesst eine Kapitulation aus. Deshalb könnten die Kampfhandlungen noch länger andauern. 

Bislang haben sich die Marktreaktionen allerdings in Grenzen gehalten.

In der Schweiz und in Europa haben die Indizes von Montagfrüh bis Dienstagabend 4 bis 6 Prozent nachgegeben. Seit Anfang Jahr notiert der Swiss Market Index (SMI) immer noch knapp 2 Prozent im Plus. 

In den USA schlossen die Märkte am Montag dagegen zunächst sogar im Plus. Erst am Dienstag gaben die Kurse rund 1 Prozent nach. Der S&P 500 steht aktuell nur 1 Prozent tiefer als zu Beginn des Krieges. 

US-Aktien halten sich also wesentlich besser. In Franken gerechnet ist es sogar ein Plus von 1 Prozent, da der Dollar seit dem Wochenende rund 2 Prozent zugelegt hat. Auch der in Dollar gehandelte MSCI World (siehe Grafik) verzeichnete in Franken gerechnet deshalb nur leichte Abgaben. 

Das Anziehen des Dollars zeigt, dass die US-Währung in Krisenzeiten nach wie vor als sicherer Hafen gilt. Die spiegelbildliche Abschwächung des Frankens zum Dollar lässt sich vermutlich auf eine verbale Intervention der Schweizerischen Nationalbank (SNB) zurückzuführen.

Sie drohte Anfang Woche mit Devisenmarktinterventionen. Möglicherweise war sie bereits am Markt aktiv. Eher überraschend gehörte Gold nicht zu den Gewinnern. Nach anfänglichen Gewinnen gab Gold deutlich nach. 

Aktuell liegt der Preis rund 3 Prozent unter dem Niveau vor Kriegsbeginn. Das liegt vor allem am Erstarken des Dollars, der Handelswährung des Edelmetalls. Womöglich ist es auch darauf zurückzuführen, dass die Anleger schon seit Längerem Gold halten, um für solche Ereignisse gewappnet zu sein. 

Beim Öl beträgt das Plus seit Beginn der Krise rund 16 Prozent. Das aktuelle Niveau von rund 83 Dollar pro Fass ist nicht allzu besorgniserregend. Nach Russlands Angriff auf die Ukraine vor vier Jahren notierte der Ölpreis noch wesentlich höher, ohne dass die Weltwirtschaft im grossen Stil Schaden genommen hätte. Auch von 2011 bis 2015 wurde Öl dauerhaft wesentlich teurer gehandelt. 

Wenn der Ölpreis über eine längere Zeit auf höherem Niveau verharrt, würden wohl Schwellen- und Entwicklungsländer am meisten leiden. Die Industriestaaten haben dagegen haben ihre Öl-Abhängigkeit wesentlich stärker verringert. Ihre Öl-Abhängigkeit ist nur noch etwa ein Drittel so hoch wie in den 1970er-Jahren. Länder wie die Schweiz würden somit nicht sonderlich stark getroffen durch einen hohen Ölpreis.

Weitere Wirtschaftsnews

Teuerung in der Schweiz am oberen Ende der Erwartungen

Die Jahresteuerung verharrte im Februar bei 0,1 Prozent und fiel damit am oberen Ende der Erwartungen aus. Ökonomen hatten im Vorfeld mit einem Wert zwischen -0,1 und 0,1 Prozent gerechnet. Teurer wurden vor allem Mieten und Flugreisen, günstigere Preise wurden bei Beeren sowie Frucht- und Gemüsesäften registriert.

Inflation in der Eurozone steigt leicht an

Die Jahresteuerung in der Eurozone stieg im Februar von 1,7 auf 1,9 Prozent und übertraf damit die Erwartungen. Besonders die Preise für Dienstleistungen und Industriegüter zogen an. Die Kerninflation ohne Energie, Lebensmittel, Alkohol und Tabak stieg auf 2,4 Prozent, wobei Frankreich, Spanien und Italien deutliche Zuwächse verzeichneten. In Deutschland dagegen gab die Kernteuerung leicht nach. Steigende Energiepreise aufgrund des Nahost-Konflikts könnten den Inflationsdruck weiter erhöhen.

Anhaltendes Wachstum der US-Industrie

Die US-Industrie wuchs im Februar moderat, der ISM-Einkaufsmanagerindex sank leicht auf 52,4 Punkte. Er übertraf jedoch die Erwartungen. Während Auftragslage und Produktion langsamer stiegen, signalisiert der Be-schäftigungsindex weiterhin einen Stellenabbau. Beson-ders kritisch: Die Preis Komponente des ISM PMI, ein Index für von Herstellern gezahlte Einkaufspreise, stieg deutlich von 59,0 auf 70,5. Das heizt Inflationssorgen an und könnte einen