Pensionskasse

Wechsel zu Sammelstiftung – das müssen Stiftungsräte prüfen

Immer mehr PK-Verantwortliche von firmeneigenen Pensionskassen überlegen, zu einer Sammelstiftung zu wechseln. Das ist oft sinnvoll – aber anspruchsvoll.

Portrait von Kevin Kocher

Kevin Kocher

Funktion Pensionskassenspezialist

Publiziert am

11. Juni 2026

Die Zahl firmeneigener Pensionskassen nimmt seit Jahren ab. Gleichzeitig wächst der Markt der Sammel- und Gemeinschaftsstiftungen stark (Grafik). Haupttreiber sind zunehmende regulatorische Anforderungen, steigende Kosten pro Versicherte sowie die persönliche Haftung der Stiftungsräte. Der Wechsel ist aber kein Selbstläufer – entscheidend ist eine fundierte Analyse einiger Punkte.

Governance/Haftung

Stiftungsräte firmeneigener Pensionskassen tragen viel Verantwortung und haften je nachdem mit ihrem Privatvermögen. Der Zeitaufwand für Sitzungen, Protokolle und Weiterbildung ist oft enorm. Sammelstiftungen können hier eine spürbare Entlastung bringen, da die Haftung und operative Verantwortung anders gelagert sind.

Kosten

Firmeneigene Pensionskassen kämpfen oft mit steigenden Kosten pro versicherte Person. Fixkosten lassen sich auf kleine Bestände kaum effizient verteilen. Sammelstiftungen sind dagegen oft 20 bis 30 Prozent günstiger – bei vergleichbaren Leistungen.

Alters- und Versichertenstruktur

Sie hat grossen Einfluss auf die Zukunftsfähigkeit. Hohe Rentneranteile, eine starke Konzentration von Alterskapitalien bei wenigen Versicherten oder viele anstehende Pensionierungen können die Risikofähigkeit deutlich einschränken – und auch die Attraktivität für Sammelstiftungen beeinflussen.

Formen

Vom Vollversicherungsmodell bis zur teilautonomen Lösung auf Ebene Vorsorgewerk bestehen grosse Unterschiede bei Kosten, Einflussnahme und Risiko. Zusätzlich sind Mitwirkungsrechte der Mitarbeitenden sowie eine saubere Projekt- und Kommunikationsplanung zwingend zu berücksichtigen.

Tipp: Der Wechsel zu einer Sammelstiftung kann Kosten senken, Risiken reduzieren und die Organisation entlasten – vorausgesetzt, Sie prüfen Finanzen, Leistungen und Governance sorgfältig und wählen das richtige Modell für Ihre Destinatäre. Mehr dazu erfahren Sie auch im Merkblatt.

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