Tipps für Ihre Altersvorsorge: AHV, Pensionskasse, 3. Säule

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Newsletter vom 15. Januar 2021

Erfahren Sie regelmässig, wie Sie Ihre AHV, Pensionskasse und 3. Säule optimieren können und wie Sie Ihre Pensionierung finanziell richtig planen.

Immer mehr Unsicherheiten belasten die Pensionierung

Längst ist allen klar, dass wir unser Rentensystem erneuern müssen. Vor allem in der beruflichen Vorsorge sind Reformen dringend. Die Politik hat bisher keine Lösung auf den Weg gebracht. Die neuen Anläufe verzögern sich, und sie dürften es nicht leicht haben.

Viele machen sich Sorgen, ob ihr Einkommen im Alter reicht. Mit gutem Grund – denn wer künftig in Pension geht, erhält weniger Geld. Das liegt daran, dass immer mehr Probleme unsere Vorsorge immer stärker belasten. Die folgenden drei Probleme wiegen besonders schwer:

1. Zinsen sind sehr tief – oder sogar negativ

Vor sechs Jahren führte die Nationalbank Negativzinsen ein. Die Folgen sind einschneidend. Auf den Spar- und 3a-Konten gibt es praktisch keinen Zins mehr, und der Zinseszins-Effekt fällt weg. Darum wachsen die Ersparnisse nur noch um die zusätzlichen Einzahlungen. Ist die Inflation höher als der Zins, schrumpft die Kaufkraft des Ersparten sogar.

2. Umwandlungssätze sinken und sinken

Fatal sind tiefe Zinsen auch für Pensionskassen. Sie müssen laufend ihre Umwandlungssätze senken, von denen die Höhe der Renten abhängt. So ist der durchschnittliche Umwandlungssatz gemäss Swisscanto von 6,74 auf 5,63 Prozent gesunken. Im Beispiel unten bedeutet das 5550 Franken weniger Rente pro Jahr. Bis 2024 dürfte dieser Satz auf 5,38 Prozent fallen. Damit schrumpft die Rente um 6800 Franken pro Jahr (Tabelle):

Sinkende Umwandlungssätze: So gross ist die Renteneinbusse
Beispiel: 65-jähriger Mann; PK-Guthaben 500'000 Franken; Umhüllende Umwandlungssätze: Mittelwerte von über 500 Pensionskassen; PK-Renten in Franken
Sinkende Umwandlungssätze: So gross ist die Renteneinbusse

Quelle: Swisscanto Pensionskassen-Studie 2020, VZ VermögensZentrum

3. Die Umverteilung geht ungebremst weiter

Um die Renten der Pensionierten zu finanzieren, müssen Pensionskassen Erträge auf den Guthaben der Berufstätigen abzwacken. Auch im Überobligatorium werden Erträge abgezweigt, um die Leistungen im Obligatorium zu finanzieren. Das führt zu einem Abbau der überobligatorischen Leistungen. Er betrifft alle, deren Leistungen über die gesetzlich vorgesehenen hinausgehen.

Fazit: Wer sorgenfrei in Pension gehen will, muss sich sehr gut vorbereiten. Die folgenden Planungsaufgaben zeigen, welche Massnahmen Sie vor und nach der Pensionierung einleiten sollten. Weitere Tipps finden Sie im Merkblatt:

  • 20 Jahre vorher: Gehen Sie beim Sparen mehr Risiken ein. Investieren Sie einen Teil Ihrer Ersparnisse in günstige Anlagen wie ETF. Und sparen Sie Bankgebühren und Versicherungsprämien, indem Sie zu günstigeren Anbietern wechseln.
  • 10 Jahre vorher: Erstellen Sie spätestens mit 55 Jahren ein Budget und auf dieser Basis einen Finanzplan. Er zeigt auf, wie sich Ausgaben, Einnahmen und Vermögen im Alter entwickeln werden. So bleibt genug Zeit, um Lücken zu schliessen.
  • 8 Jahre vorher: Zahlen Sie freiwillig in die Pensionskasse ein. Steuerlich ist das sehr attraktiv. Für Ehepaare kann sich das noch mehr lohnen, weil sie gemeinsam besteuert werden. Wenn Sie Ihr Pensionskassengeld als Kapital statt als Rente beziehen, müssen Sie sich spätestens drei Jahre vor der Pensionierung einkaufen. Sonst werden die Steuern fällig, die Sie mit dem Einkauf gespart haben.
  • 5 Jahre vorher: Beziehen Sie Ihr Vorsorgegeld über mehrere Jahre verteilt. So sparen Sie unter Umständen mehrere zehntausend Franken Steuern.
  • 3 - 4 Jahre vorher: Wenn Sie Ihr Pensionskassengeld als Kapital beziehen, müssen Sie das bis zu drei Jahre vorher anmelden. Erkundigen Sie sich, welche Fristen für Sie gelten. 
  • 12 Monate vorher: Regeln Sie Ihren Nachlass: Sichern Sie Ihre Nächsten mit einem Testament, Ehe- oder Erbvertrag ab. Das ist besonders wichtig, wenn Sie Ihr Pensionskassengeld als Kapital beziehen.
  • 6 Monate vorher: Melden Sie den Bezug der ersten AHV-Rente ein halbes Jahr im Voraus bei Ihrer Ausgleichskasse an.
  • Kurz vorher: Zahlen Sie noch vor Ihrer Pensionierung den maximalen 3a-Beitrag ein. 
  • Kurz danach: Schliessen Sie die Unfallversicherung in Ihre Krankenkasse ein.
  • 1 Jahr danach: Wenn Sie weiterarbeiten, können Sie Ihre AHV-Rente um bis zu fünf Jahre aufschieben und so Steuern sparen.

Sie möchten sich optimal vorbereiten, damit Ihnen im Alter genug Geld bleibt? Bestellen Sie das Merkblatt "Checkliste zur Pensionierung". Oder reservieren Sie einen kostenlosen Termin im VZ – zum Beispiel auch via Videobesprechung.