Vorsorge

10 Tipps für Ihre Säule 3a

Wer seine dritte Säule optimiert, hat im Alter deutlich mehr Geld zur Verfügung. 

Selina Wyss

Vorsorgespezialistin

1. Zahlen Sie so viel wie möglich in die dritte Säule ein

Sie verbessern damit Ihre Altersvorsorge und sparen erst noch Steuern. Die Steuerersparnis beträgt pro 1000 Franken, die Sie einzahlen, je nach steuerbarem Einkommen und Wohnort rund 200 bis 400 Franken. Erwerbstätige, die in einer Pensionskasse versichert sind, können 2022 bis zu 6883 Franken einzahlen. Für Erwerbstätige ohne Pensionskasse liegt der Maximalbetrag bei 20 Prozent des Nettoeinkommens, aber höchstens 34'416 Franken.

Hier können Sie berechnen, wie viel Steuern Sie mit der dritten Säule sparen.

Merkblatt

Erwerbstätig nach der Pensionierung

Das sollten Sie zu AHV, Pensionskasse und 3. Säule wissen, wenn Sie nach der Pensionierung erwerbstätig bleiben möchten.

2. Einzahlungen können sich auch für Erwerbstätige im Rentenalter lohnen

Männer, die über das ordentliche AHV-Alter hinaus erwerbstätig sind, dürfen bis längstens 70 in die dritte Säule einzahlen, Frauen bis 69.

Für die Jahre nach der Pensionierung gilt es aber zu berücksichtigen, dass in einigen Kantonen der allgemeine Versicherungsabzug in der Steuererklärung höher ist, wenn keine Beiträge mehr an die Altersvorsorge geleistet werden.

3. Eine dritte Säule mit Wertschriften rentiert auf Dauer besser als ein Zinskonto

Wer ein 3a-Konto besitzt, sieht sein Guthaben praktisch nur noch um die jährliche Einzahlung wachsen. Weil die 3a-Zinsen heute bei allen Banken nahe bei null stehen, fällt der Zinseszinseffekt weg. Und voraussichtlich werden die Zinsen noch lange tief bleiben. 

Mit einer 3a-Wertschriftenlösung nehmen Sparer kurzfristig zwar mehr Risiko in Kauf als mit einem 3a-Konto, dafür erzielen sie langfristig in der Regel deutlich mehr Rendite. Dazu ein Vergleich: Wenn ein Vorsorgesparer in den letzten 25 Jahren jedes Jahr den gesetzlichen Maximalbetrag für Erwerbstätige mit Pensionskasse auf ein 3a-Zinskonto eingezahlt hat, besitzt er heute ein Guthaben von 192'539 Franken. Mit einer Wertschriftenlösung, die zu 40 Prozent in Aktien investiert, ist das Guthaben über 63'000 Franken höher, wenn die jährlichen Gebühren 1,18 Prozent betragen. Siehe dazu auch Säule 3a: Wertschriftensparen zahlt sich längerfristig aus.

4. Wählen Sie eine Wertschriftenlösung mit tiefen Gebühren

Bei Wertschriftenlösungen mit aktiver Verwaltung verschlingen die Gebühren einen grossen Teil der Rendite. Deutlich kostengünstiger sind Wertschriftenlösungen, bei denen das Guthaben passiv verwaltet, also in ETF und andere Indexfonds investiert wird.

Factsheet

Die Säule 3a beim VZ – das sind die Vorteile

Optimieren Sie Ihre dritte Säule, indem Sie Ihr Säule-3a-Guthaben zum VZ transferieren.

Sie erzielen allein dank tieferen Gebühren über die Jahre eine Mehrrendite von mehreren tausend Franken. Im Beispiel oben (siehe Tipp Nr. 3) ist das Guthaben des Vorsorgesparers fast 13'000 Franken höher, wenn die jährlichen Gebühren nur 0,83 statt 1,18 Prozent betragen. Im Vergleich zu einem 3a-Zinskonto beträgt das Mehrguthaben sogar über 76'000 Franken.

5. Verlängern Sie Ihren Anlagehorizont über die Pensionierung hinaus

Bei der Säule 3a des VZ und einigen anderen Anbietern können die Wertschriften bei der Pensionierung in das private Wertschriftendepot übertragen werden. Dann laufen Sie weniger Gefahr, die Wertschriften zu einem ungünstigen Börsenzeitpunkt verkaufen zu müssen. Dank des erweiterten Handlungsspielraums können auch ältere Erwerbstätige ihr 3a-Guthaben in Wertschriften investieren und von den langfristig besseren Renditeaussichten profitiere

6. Vergleichen Sie regelmässig die Zinssätze, denn die Unterschiede sind recht gross

Ihr 3a-Guthaben können Sie jederzeit und meistens spesenfrei von einer Bank zur anderen transferieren. Die aktuell besten Zinssätze finden Sie hier.

Merkblatt

Invalidität und Tod: So sichern Sie Ihre Familie ab

Das Merkblatt fasst die wichtigsten Leistungen aus der AHV/IV, der obligatorischen Unfallversicherung und der beruflichen Vorsorge zusammen.

7. Wählen Sie besser eine 3a-Lösung bei einer Bank als bei einem Versicherer

Bei Versicherungslösungen geht ein Teil der bereits bezahlten Beiträge verloren, wenn Sie die vereinbarte Prämie nicht mehr zahlen können oder die Police vorzeitig auflösen müssen.

Dafür enthalten Vorsorgepolicen in der Regel einen Todesfallschutz für die Hinterbliebenen sowie eine Prämienbefreiung bei Invalidität. Beides lässt sich aber bei Bedarf auch mit einer separaten Todesfall- oder Erwerbsunfähigkeitspolice versichern.

8. Lassen Sie 3a-Guthaben nicht im gleichen Jahr wie Pensionskassen- und Freizügigkeitsguthaben auszahlen

Je höher die Bezüge sind, die in ein einziges Jahr fallen, desto höher ist auch die prozentuale Steuerbelastung. Für die Berechnung der Auszahlungssteuern zählen die Steuerbehörden alle Kapitalbezüge aus der zweiten Säule und der Säule 3a eines Jahres zusammen, in den meisten Kantonen auch die Bezüge des Ehepartners.

9. Eröffnen Sie zwei bis drei 3a-Konten, damit Sie sie später über mehrere Jahre verteilt beziehen können

Merkblatt

Vorsorgeguthaben beziehen: So zahlen Sie weniger Steuern

Wie Sie Ihre Steuerbelastung optimieren und Tausende von Franken sparen können, erfahren Sie aus diesem Merkblatt.

Wer ein 3a-Konto auflöst, muss immer das ganze Guthaben auf diesem Konto beziehen. Verteilen Sie die Einzahlung daher jedes Jahr auf verschiedene Konten oder eröffnen Sie nach einiger Zeit weitere Konten, auf die Sie die Jahresbeiträge fortan einzahlen.

10. Es kann sich lohnen, 3a-Guthaben vorzeitig zu beziehen und in die Pensionskasse einzuzahlen

Die Steuerersparnis, die man mit der Einzahlung in die Pensionskasse oder die Säule 3a erzielt, ist nämlich grösser als die Steuer, die beim Bezug dieser Guthaben fällig wird. Den Betrag sollte man frühestens ein Jahr nach dem Bezug des 3a-Guthabens in die Pensionskasse einzahlen, da die Steuerbehörden sonst eine bewusste Steuerumgehung unterstellen könnten. Wer das PK-Guthaben oder einen Teil davon bei der Pensionierung in Kapitalform beziehen möchte, muss sich spätestens drei Jahre davor einkaufen.