Vorsorge

10 Tipps für Ihre Säule 3a

Erfahren Sie, wo und wann sich Einzahlungen in die Säule 3a am meisten lohnen und wie Sie Ihr angespartes Guthaben am besten wieder beziehen. Wer die folgenden Ratschläge befolgt, hat im Alter deutlich mehr Geld zur Verfügung.

Selina Wyss

Vorsorgespezialistin
Aktualisiert am
01. Januar 2023

1. Zahlen Sie so viel wie möglich in die dritte Säule ein.

Sie verbessern damit Ihre Altersvorsorge und sparen erst noch Steuern. Die Steuerersparnis beträgt pro 1000 Franken, die Sie einzahlen, je nach steuerbarem Einkommen und Wohnort rund 200 bis 400 Franken. Erwerbstätige, die in einer Pensionskasse versichert sind, können 2023 bis zu 7056 Franken einzahlen. Für Erwerbstätige ohne Pensionskasse liegt der Maximalbetrag bei 20 Prozent des Nettoeinkommens, aber höchstens 35'280 Franken.

Mit unserem 3a-Steuerrechner können Sie ganz einfach berechnen, wie viel Steuern Sie mit der dritten Säule sparen.

2. Einzahlungen können sich auch für Erwerbstätige im Rentenalter lohnen.

Wer nach der Pensionierung noch arbeitet, darf auch weiterhin in die dritte Säule einzahlen - Männer längstens, bis sie 70 Jahre alt werden, Frauen bis 69.

Merkblatt

Erwerbstätig nach der Pensionierung

Das sollten Sie zu AHV, Pensionskasse und 3. Säule wissen, wenn Sie nach der Pensionierung erwerbstätig bleiben möchten.

Wer dann nicht mehr in die Pensionskasse einzahlt, darf im Jahr der Pensionierung sogar doppelt in die Säule 3a einzahlen, nämlich den «kleinen» Maximalabzug für Erwerbstätige von 7056 Franken für die Monate bis zur Pensionierung, und 20 Prozent des massgebenden Erwerbseinkommens für die restlichen Monate des Jahres. Der Maximalbetrag von 35'280 Franken im Jahr darf aber nicht überschritten werden.

Für die Jahre nach der Pensionierung gilt es zu berücksichtigen, dass in einigen Kantonen der allgemeine Versicherungsabzug in der Steuererklärung höher ist, wenn keine Beiträge mehr an die Altersvorsorge geleistet werden.

3. Eine dritte Säule mit Wertschriften rentiert auf Dauer besser als ein Zinskonto.

3a-Konten werfen kaum Zinsen ab, und das schon seit Jahren. Der Zinseszins fällt damit praktisch weg, und die Ersparnisse wachsen fast nur noch durch die jährliche Einzahlung. Noch schlimmer: Jetzt, wo die Inflation in der Schweiz höher ist als der Zins, verliert das Geld auf dem 3a-Konto sogar an Wert.

Mit einer 3a-Wertschriftenlösung nimmt man zwar mehr Risiko in Kauf als mit einem 3a-Konto, dafür ist die Rendite langfristig in der Regel deutlich höher. Dazu ein Vergleich: Wer in den letzten 30 Jahren jedes Jahr den Maximalbetrag für Erwerbstätige mit Pensionskasse auf ein 3a-Zinskonto eingezahlt hat, besitzt heute ein Guthaben von knapp 238'000 Franken. Mit einer Wertschriftenlösung, die zu 40 Prozent in Aktien investiert, ist das Guthaben mindestens 40'000 Franken höher.

4. Wählen Sie eine Wertschriftenlösung mit tiefen Gebühren.

Bei Wertschriftenlösungen mit aktiver Verwaltung verschlingen die Gebühren einen grossen Teil der Rendite. Deutlich kostengünstiger sind Wertschriftenlösungen, bei denen das Guthaben passiv verwaltet, also in ETF und andere Indexfonds investiert wird.

Factsheet

Die Säule 3a beim VZ – das sind die Vorteile

Optimieren Sie Ihre dritte Säule, indem Sie Ihr Säule-3a-Guthaben zum VZ transferieren.

Damit erzielt man allein dank tieferen Gebühren über die Jahre eine Mehrrendite von mehreren tausend Franken. Im Beispiel oben (siehe Tipp Nr. 3) ist das Guthaben des Vorsorgesparers 18'000 Franken höher, wenn die jährlichen Gebühren nur 0,8 statt 1,2 Prozent betragen. Im Vergleich zu einem 3a-Zinskonto beträgt das Mehrguthaben sogar fast 58'000 Franken.

5. Verlängern Sie Ihren Anlagehorizont über die Pensionierung hinaus.

Bei der Säule 3a des VZ und einigen anderen Anbietern können die Wertschriften bei der Pensionierung in das private Wertschriftendepot übertragen werden. Dann laufen Sie weniger Gefahr, die Wertschriften zu einem ungünstigen Börsenzeitpunkt verkaufen zu müssen. Dank des erweiterten Handlungsspielraums können auch ältere Erwerbstätige ihr 3a-Guthaben in Wertschriften investieren und von den langfristig besseren Renditeaussichten profitieren.

6. Vergleichen Sie regelmässig die Zinssätze, denn die Unterschiede können recht gross sein.

Bereits kleine Zinsunterschiede haben über die Jahre einen grossen Einfluss auf das Guthaben bei Pensionierung. Ihr 3a-Guthaben können Sie jederzeit und meistens spesenfrei von einer Bank zur anderen transferieren. Bei manchen Banken ist das jedoch nur bis fünf Jahre vor Erreichen des AHV-Alters möglich. Ab dann zahlen sie das Geld nur noch vorzeitig aus. Die aktuell besten Zinssätze finden Sie hier.

7. Es lohnt sich, schon Anfang Jahr in die Säule 3a einzuzahlen.

Das gilt vor allem für Sparerinnen und Sparer, die eine 3a-Lösung mit Wertschriften wählen. Ein Vergleich zeigt: Wer immer schon Anfang Jahr einzahlt, hat nach 30 Jahren dank dem Zinseszinseffekt rund 10'000 Franken mehr in seiner dritten Säule als jemand, der seine jährlichen Sparbeiträge erst Ende Jahr überweist.

Bei einem 3a-Konto profitiert man zwar von einem höheren Zins als auf einem Sparkonto. Solange die Zinsen aber so bescheiden sind wie heute, kommt auch der Zinseszinseffekt kaum zum Tragen.

8. Wählen Sie besser eine 3a-Lösung bei einer Bank als bei einem Versicherer.

Versicherungslösungen mit Sparteil sind teuer und intransparent, und die Provisionen fressen einen grossen Teil der Rendite auf. Zudem geht ein Teil der eingezahlten Beiträge verloren, wenn man die vereinbarte Prämie nicht mehr zahlen kann oder die Police vorzeitig auflösen muss.

VZ-Studie

Babyboomer und die Säule 3a

Das VZ untersucht in dieser Studie, wie gut Schweizerinnen und Schweizer im Alter zwischen 50 und 65 Jahren in der freiwilligen privaten Vorsorge aufgestellt sind.

Dafür enthalten Vorsorgepolicen in der Regel einen Todesfallschutz für die Hinterbliebenen sowie eine Prämienbefreiung bei Invalidität. Beides lässt sich aber bei Bedarf auch mit einer separaten Todesfall- oder Erwerbsunfähigkeitspolice versichern. In aller Regel bringt es mehr, wenn man Versichern und Sparen klar voneinander trennt und den Sparprozess mit kostengünstigen Anlagen organisiert.

9. Lassen Sie 3a-Guthaben nicht im gleichen Jahr wie Pensionskassen- und Freizügigkeitsguthaben auszahlen.

Je höher die Bezüge sind, die in ein einziges Jahr fallen, desto höher ist auch die prozentuale Steuerbelastung. Für die Berechnung der Auszahlungssteuern zählen die Steuerbehörden alle Kapitalbezüge aus der zweiten Säule und der Säule 3a eines Jahres zusammen, in den meisten Kantonen auch die Bezüge des Ehepartners.

10. Eröffnen Sie zwei bis drei 3a-Konten, damit Sie sie später über mehrere Jahre verteilt beziehen können.

Wer ein 3a-Konto auflöst, muss immer das ganze Guthaben auf diesem Konto beziehen. Verteilen Sie die Einzahlung daher jedes Jahr auf verschiedene Konten. Oder eröffnen Sie eine weitere Säule 3a, wenn Sie zum Beispiel schon 50'000 Franken angespart haben, und zahlen die Sie die Jahresbeiträge fortan dort ein.