Rente oder Kapital beziehen: 10 Tipps für Ihren Entscheid

Ob Sie Ihr Pensionskassenguthaben als Rente beziehen oder mindestens einen Teil davon auszahlen lassen, ist ein Entscheid mit weitreichenden Folgen. Diese zehn Tipps helfen bei der schwierigen Wahl. 

Tipp 1: Erkundigen Sie sich frühzeitig nach der Anmeldefrist für einen Kapitalbezug. 

Die Frist beträgt je nach Pensionskasse bis zu drei Jahre. Zwar sind viele Pensionskassen heute froh um jeden Versicherten, der sein Guthaben auszahlen lässt, statt es als Rente zu beziehen. Wer die Anmeldefrist verpasst, kann aber nicht mehr auf einer Kapitalauszahlung bestehen.

Tipp 2: Rechnen Sie mit einer tieferen Rente, als in Ihrem aktuellen PK-Ausweis steht.

Viele Pensionskassen kommen nicht darum herum, ihren Umwandlungssatz wegen der tiefen Zinsen und der höheren Lebenserwartung weiter zu senken. Prüfen Sie anhand eines Budgets, ob die Rente dann noch ausreicht, um den Lebensstandard zu halten.

Erfahren Sie im Video, warum Pensionskassen ihre Renten kürzen müssen.

 

Tipp 3: Erstellen Sie einen Finanzplan mit unterschiedlichen Szenarien.

Vergleichen Sie, wie sich Einkommen und Vermögen über einen längeren Zeitraum je nach Bezugsform des PK-Guthabens entwickeln. Wichtig ist, dass die Annahmen realistisch sind – zum Beispiel die Rendite der Anlagen oder die Inflation, die Ihre Lebenshaltungskosten im Lauf der Jahre ansteigen lässt.

Die meisten Pensionskassen haben die Teuerung in der Vergangenheit nicht oder nur teilweise ausgeglichen. In Zukunft dürfte das noch weniger der Fall sein. Die Kaufkraft einer Rente von heute 5'000 Franken sinkt bei einer jährlichen Inflation von 1 Prozent in 10 Jahren auf rund 4'500 Franken, bei 2 Prozent Inflation auf 4'100 Franken.

So erstellen Sie einen Finanzplan

Tipp 4: Der Kapitalbezug ist auf Dauer steuerlich attraktiver als die Rente.

Die Pensionskassenrente muss man vollumfänglich als Einkommen versteuern. Der Kapitalbezug hingegen wird nur einmal als Einkommen besteuert, und zwar getrennt vom übrigen Einkommen im Jahr der Kapitalauszahlung und zu einem tieferen Steuersatz.

So wirken sich Rente und Kapitalbezug auf die Steuern aus

Tipp 5: Entscheiden Sie sich auf keinen Fall nur aus steuerlichen Gründen gegen die Rente.

Mindestens ebenso wichtig wie die Steuern sind andere Faktoren wie die Flexibilität, die Höhe und Sicherheit des Einkommens, die Absicherung der Hinterbliebenen und des Langlebigkeitsrisikos. 

Rente oder Kapital: Das sind die wichtigsten Unterschiede

Tipp 6: Lassen Sie sich nicht von der aktuellen Lage an den Finanzmärkten leiten.

Wenn die Börsenkurse steigen, tendieren angehende Pensionierte eher dazu, ihr Guthaben auszahlen zu lassen und selbst anzulegen. In einer Börsenkrise hingegen bevorzugen viele die sichere Rente. 65-jährige Männer haben statistisch gesehen noch rund 19 Lebensjahre vor sich, 64-jährige Frauen können noch mit rund 23 Lebensjahren rechnen. Bei einem Anlagehorizont von rund 20 Jahren wirken sich kurzfristige Schwankungen an den Börsen nur geringfügig auf die langfristige Wertentwicklung aus.

Tipp 7: Kombinieren Sie Kapitalbezug und Rente.

Das ist für viele Pensionierte die beste Variante, denn sowohl der Renten- als auch der Kapitalbezug haben gewichtige Vor- und Nachteile. Die Rente dient zur Absicherung der Existenz bis ins hohe Alter. Mit dem ausbezahlten Kapital können sie sich jederzeit Wünsche erfüllen. Bei Ehepaaren bezieht häufig ein Partner die Rente und der andere das Kapital.

Darauf sollten Sie bei einem Mischbezug achten

Tipp 8: Legen Sie das ausbezahlte Guthaben ähnlich an wie eine Pensionskasse.

Wer sein PK-Guthaben auszahlen lässt, muss es sorgfältig anlegen, damit es bis ins hohe Alter reicht. Eine Möglichkeit besteht darin, sich an institutionellen Anlegern wie Pensionskassen zu orientieren. Sie müssen die Altersguthaben ihrer Versicherten so anlegen, dass diese nach der Pensionierung möglichst sorgenfrei leben können. Darum richten Pensionskassen ihre Anlagestrategie konsequent auf ein langfristiges Kapitalwachstum aus, ohne Experimente einzugehen. Für Anleger, die von der Erfahrung dieser Profis profitieren wollen, hat das VZ das Vermögensverwaltungsmandat "BVG-orientiert"  lanciert.

Tipp 9: Regeln Sie Ihren Nachlass.

Ehepaare riskieren sonst, dass der überlebende Partner in finanzielle Schwierigkeiten gerät, weil den Kindern die Hälfte des Vermögens zusteht. Er muss unter Umständen das Eigenheim verkaufen, um die Kinder auszuzahlen.

Wie Sie Ihren Ehepartner finanziell absichern können

 

Tipp 10: Lassen Sie sich von einer unabhängigen Fachperson beraten. 

Die unabhängigen Pensionierungsexperten des VZ VermögensZentrums helfen Ihnen, richtig zu entscheiden. Sie beraten jedes Jahr mehrere Tausend Personen bei der Planung der Pensionierung und bei Fragen zur Pensionskasse. Mehr über die Pensionierung erfahren Sie hier.

Checkliste für die Planung der Pensionierung

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