Pensionierung

AHV-Reform: Das müssen Firmen ihren Mitarbeitenden erklären

Bald stimmen wir über die AHV-Reform ab. Arbeitgeber sollten über deren Auswirkungen Bescheid wissen, damit sie auf Fragen ihrer Mitarbeiter vorbereitet sind.

Simon Tellenbach

Geschäftsleiter Firmenkunden

Am 25. September kommt die AHV-Reform an die Urne. Die Reform ist sehr komplex. Viele sind verunsichert, was eine Annahme der Vorlage für ihre Pensionierungs-Planung bedeuten würde. KMU sollten sich frühzeitig informieren, um Fragen ihrer Mitarbeitenden richtig beantworten zu können. Das sind die wichtigsten Punkte der Reform: 

Frauenrentenalter

Die mit Abstand am meisten diskutierte Auswirkung der Reform: Die Frauen sollen in Zukunft gleich lang arbeiten müssen wie die Männer, um eine volle Rente zu erhalten.

VZ-Studie

Die Reform AHV 21

Die neue VZ-Studie untersucht die wichtigsten Auswirkungen der AHV-Reform, über die am 25. September abgestimmt wird.

Ihr Rentenalter soll schrittweise auf 65 Jahre erhöht werden (Tabelle weiter unten). Die erste Erhöhung findet ein Jahr nach Inkrafttreten der AHV-Reform statt. Demnach würde – sofern die Reform wie erwartet 2024 in Kraft tritt – im Jahr 2025 mit der Erhöhung des Rentenalters begonnen.

Übergangsgeneration

Um die Erhöhung des Rentenalters abzufedern, erhalten die Frauen der Übergangsgeneration Kompensationszahlungen. Die Frauen der ersten neun Jahrgänge, die von der Erhöhung betroffen sind, bekommen einen solchen Ausgleich. Voraussichtlich wären das die Frauen der Jahrgänge 1961 bis 1969.

Rentenzuschlag

Wie sehen die Kompensationszahlungen aus? Entweder entscheidet sich eine Frau, einige Monate länger, bis zum neu für sie gültigen Rentenalter zu arbeiten. Dafür bekommt sie lebenslang einen Zuschlag auf ihre AHV-Rente. Der Zuschlag ist nach Geburtsjahr und durchschnittlichem Jahreseinkommen abgestuft. Frauen mit tieferen Einkommen erhalten einen höheren Zuschlag. Der monatliche Grundzuschlag beträgt maximal:

  • 160 Franken für Frauen mit einem Einkommen bis 57’360 Franken
  • 100 Franken für ein Einkommen zwischen 57’361 Franken und 71’700 Franken
  • 50 Franken für ein Einkommen ab 71’701 Franken

Nur die Frauen mit Jahrgang 1964 und 1965 erhalten den vollen Zuschlag (Tabelle).

 

Geringere Kürzung bei Vorbezug

Oder sie gehen doch mit 64 Jahren (oder früher) in Pension. Ihre Renten werden gekürzt (Tabelle), aber weniger stark, als es heute bei einem Vorbezug der AHV-Rente üblich ist.

 

Wie oft bei der AHV sind die Berechnungen also eher komplex. Deshalb hat das VZ in einer neuen Studie ermittelt, mit welchen Renten die Frauen der Übergangsgeneration konkret rechnen können. Die Beispiele in der Studie zeigen auf den Franken genau, was sie für AHV-Renten erhalten würden, wenn die AHV-Reform angenommen wird.

Flexibler Rentenbezug

Die Reform hätte aber nicht nur für die Frauen der Übergangsgeneration grosse Auswirkungen. Neu wäre es für alle möglich, zuerst nur einen Teil der Rente (20 bis 80 Prozent) zu beziehen und den Rest aufzuschieben (Teilrentenaufschub). Mit dieser neuen Möglichkeit soll der schrittweise Übergang in die Pensionierung erleichtert werden. Auch ein Teilrentenvorbezug wäre möglich. Frauen und Männer könnten wählen, wann sie im Alter zwischen 63 und 70 Jahren (Frauen der Übergangsgeneration bereits ab 62 Jahren) die Rente beziehen. Bei einem Vorbezug gäbe es Kürzungen der Rente, bei einem Aufschub Zuschläge.

Anreize zur Weiterarbeit nach 65

Für alle, die heute über das Pensionierungsalter weiterarbeiten, gibt es ein Problem: Sie bezahlen zwar AHV-Beiträge, erhalten dadurch aber keine höhere Rente. Die Reform soll das korrigieren. Neu könnte man wählen, ob man den Freibetrag (aktuell 1400 Franken im Monat) beansprucht oder die AHV-Beiträge zur Rentenerhöhung dienen sollen. Dabei könnten entweder Beitragslücken geschlossen oder das für die Rente massgebende Einkommen erhöht werden. 

Auswirkung auf gestaffelte Bezüge der Freizügigkeit

Was viele nicht wissen: Die Reform (erste Säule) hätte auch Auswirkungen auf die berufliche Vorsorge (zweite Säule). In Zukunft könnte es schwieriger werden, seine Freizügigkeit aufzuschieben. Das, wenn der Bundesrat, wie in der Botschaft zur AHV-Reform vorgesehen, die Verordnung über die Freizügigkeit in der beruflichen Vorsorge so anpasst: Der Bezug von Freizügigkeitsguthaben dürfte dann nur über das Pensionierungsalter hinaus aufgeschoben werden, wenn die Erwerbstätigkeit weitergeführt wird. Die von dieser Änderung Betroffenen müssten teilweise mehr Steuern bezahlen. Ob der Bundesrat die Verordnung tatsächlich so überarbeitet und wann die Änderung genau in Kraft treten würde, steht derzeit aber noch nicht fest.

Die Reform ist sehr komplex. Bestellen Sie die kostenlose Studie, um sich rechtzeitig zu informieren und Fragen ihrer Mitarbeitenden beantworten zu können. Oder sprechen Sie mit einer Fachperson im VZ in Ihrer Nähe.