Sparbatzen für Enkelkind – Sparbuch oder Wertschriften?

Luzerner Zeitung, 18.12.2020

Von Manuel Bütler, Anlageexperte vom VZ VermögensZentrum in Luzern

Leserfrage: Wir möchten für unser Enkelkind (einjährig) einen Sparbatzen anhäufen, den es mit 18 Jahren erhalten soll. Wir möchten jeden Monat 200 Franken einzahlen. Wie sollen wir vorgehen? Auf welchen Namen sollte das Konto lauten? Wie sollen wir sparen – Sparbuch, Wertschriften oder anders?

Eine wichtige Regel beim Sparen lautet: so früh wie möglich damit beginnen! Ebenso entscheidend ist, wie gespart werden soll. Viele Banken bieten Kinder- bzw. Jugendsparkonten an. Hier benötigen Sie jedoch die Mithilfe der Eltern des Kindes. Denn diese Konten können nur von den Eltern des Kindes und nur auf dessen Namen eröffnet werden. Die Eltern müssen das Konto auch versteuern.

Das Geschenksparkonto oder auch Götti- und Grosspapi-Sparkonto dagegen bietet Ihnen als Grosseltern den Vorteil, dass Sie es selber eröffnen können. Zudem bleibt bei diesem Konto das Verfügungsrecht bei Ihnen. Sie haben also die volle Kontrolle, wofür der Sparbatzen später mal eingesetzt werden soll – zumindest bis zur Volljährigkeit Ihres Enkelkindes. Zudem können Sie das Geld auch wieder abheben wenn Sie beispielsweise unverhofft in finanzielle Schwierigkeiten geraten sollten. Dieses Konto müssen Sie in Ihrer Steuererklärung angeben.

Sobald Ihr Enkelkind das 18. Lebensjahr erreicht, wird ihm die Vollmacht über das Geschenkkonto übertragen. Bei einigen Banken geschieht dies automatisch, bei anderen Banken kann dieser Zeitpunkt individuell bestimmt werden. Jugend- und Geschenksparkonten haben allerdings einen grossen Nachteil, der sehr wahrscheinlich auch noch eine ganze Weile bestehen bleiben wird: die relativ geringe Anlagerendite. Viele Banken gewähren auf diesen Sparkonten zwar etwas höhere Zinsen, als sonst bei Kontolösungen üblich ist. Doch im Vergleich zu früher ist das, was ein Jugend- und ein Götti-Sparkonto bieten, praktisch nichts. Kommt hinzu, dass es keine Gewissheit gibt, wie lange die Inflation noch auf dem derzeitigen Tief verharren wird. Schon bei einem kleinen Anstieg wird der Kontozins von der Inflation aufgefressen.

Wenn Sie mehr aus dem Sparbatzen machen möchten, führt kein Weg an Wertpapieren vorbei. Fondssparpläne eignen sich, um mit regelmässigen Einzahlungen – wie in Ihrem Fall monatlich – eine grössere Summe anzusparen. Der Wert des Guthabens kann zwar schwanken. Wenn Sie aber regelmässig einzahlen, profitieren Sie von den Schwächephasen an den Märkten. Denn dann erhalten Sie bei gleichem Einsatz mehr Fondsanteile Fondsanteile. Zudem profitiert Ihr Enkelkind mit einer solchen Lösung von den Trends an den Finanzmärkten, die in der langen Frist in der Regel nach oben zeigen.

Auf Kosten achten

Doch auch bei einer Fondslösung lauern Fallstricke. Viele Banken bieten vor allem aktiv verwaltete Fonds an, die in der Regel teurer sind als passive Fonds wie ETF. Einige Banken stellen für ihre aktiven Fonds 1,5 Prozent oder mehr an Gebühren in Rechnung. ETF kosten im Durchschnitt nur 0,3 Prozent. Bei der langfristigen Geldanlage, wie in Ihrem Fall, haben solche Gebührenunterschiede grosse Folgen.

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