Geldanlagen

Der beste Faktor der letzten fünf Jahre

Faktor-Strategien ermöglichen es, Klumpenrisiken in herkömmlichen Börsenindizes zu reduzieren. Doch welche Faktoren haben sich in den vergangenen fünf Jahren wirklich bewährt? 

Manuel Rütsche

Leiter Asset Management

Der Aktienmarkt bietet Anlegern unterschiedliche Renditequellen, sogenannte Faktoren. Diese Renditequellen sind wissenschaftlich belegt und dazu zählen beispielsweise gemäss Fundamentaldaten günstig bewertete Aktien oder Aktien mit einem positiven Trend. Anleger, die diversifiziert in weltweite Aktien investieren wollen, können einen ETF oder einen Indexfonds auf den Weltaktienindex MSCI World kaufen.

Der MSCI World ist nach Marktkapitalisierung gewichtet und gibt die Marktrendite wieder. Die Marktrendite entspricht der Rendite, die ein Markteilnehmer erzielt, der am gesamten Markt investiert. Neben der Marktrendite gibt es weitere Renditequellen, auch Faktoren genannt. Fünf häufig genutzte Faktoren sind Minimum Volatility, Value, Quality, Momentum und Size. Sie sind wissenschaftlich anerkannt. 

Hier ein Blick auf den Renditevergleich dieser fünf Faktoren in den vergangenen fünf Jahren:

Anleger, die diversifiziert in weltweite Aktien investieren wollen, können einen ETF oder einen Indexfonds auf den Weltaktienindex MSCI World kaufen. Der MSCI World ist nach Marktkapitalisierung gewichtet und gibt die Marktrendite wieder. Die Marktrendite entspricht der Rendite, die ein Markteilnehmer erzielt, der am gesamten Markt investiert.

Neben der Marktrendite gibt es weitere Renditequellen, auch Faktoren genannt. Fünf häufig genutzte Faktoren sind Minimum Volatility, Value, Quality, Momentum und Size. Sie sind wissenschaftlich anerkannt. 

Auf sämtliche dieser Faktoren existieren Indizes. Diese Indizes sind nicht nach Marktkapitalisierung, sondern alternativ gewichtet. Diese Faktorindizes wenden die Regeln der jeweiligen Faktoren beispielsweise auf die Titel im MSCI World an. Anleger können mittels ETF in diese Indizes investieren (siehe Tabelle).

  • Der Minimum-Volatility-Faktor konzentriert sich auf Titel, die möglichst geringe Preisschwankungen aufweisen (unter anderem einer geringe Volatilität). Ziel des Faktors ist es, langfristig eine gute Rendite bei möglichst geringem Risiko zu erzielen.
     
  • Der Value-Faktor geht von der Annahme aus, dass unterbewertete Titel sich langfristig besser entwickeln als überbewertete. Der Value-Faktor berücksichtigt fundamentale Unternehmensdaten wie Umsatz oder Gewinn und berechnet einen fairen Preis für das Unternehmen. Liegt der aktuelle Titelkurs unter dem fairen Wert, gilt ein Titel als unterbewertet.
     
  • Ebenfalls fundamentale Unternehmensdaten werden beim Quality-Faktor angewendet. Hier wird versucht, möglichst sichere und profitable Unternehmen zu wählen, die langfristig eine Überrendite erzielen sollen. Der Quality-Faktor setzt auf Werte wie das Schulden-Buchwert-Verhältnis und die Eigenkapitalrendite.
     
  • Titel, die in der nahen Vergangenheit eine überdurchschnittliche Rendite erzielt haben, werden das auch künftig tun. Damit lässt sich der Momentum-Faktor beschreiben. Um eine Momentum-Strategie umzusetzen, kann man beispielsweise ein Relative-Stärke-Ranking unter Einbezug der Rendite und der Volatilität über unterschiedliche Zeiträume erstellen und in die Titel mit der grössten relativen Stärke investieren.
     
  • Der Size-Faktor folgt der Annahme, dass Aktien von Unternehmen mit einer niedrigen Marktkapitalisierung langfristig eine höhere Rendite erzielen als Aktien von Unternehmen mit einer hohen Marktkapitalisierung. Das wird damit begründet, dass sie mit der Überrendite zum Markt Risiken kompensieren. Daher werden mittel- und kleinkapitalisierte Titel berücksichtigt.

In den letzten fünf Jahren hat der Momentum-Index (+116,0 Prozent) die beste Rendite erzielt. Am schlechtesten schnitt über diesen Zeitraum der Value-Index (+29,2 Prozent) ab. Zum Vergleich: Der MSCI World erzielte über den gleichen Zeitraum eine Rendite von +80.5 Prozent.

Die starke Performance des Momentum-Indexes ist vor allem auf die positive Marktentwicklung über diesen Zeitraum zurückzuführen: Der Momentum-Faktor entwickelt sich in positiven Märkten in der Regel sehr gut, während beispielsweise der Minimum-Volatility-Faktorindex eher in negativen Marktphasen eine Überrendite erzielen sollte.

Aufgrund der stark abweichenden Rendite der unterschiedlichen Faktoren in unterschiedlichen Marktphasen kann es aus Gründen der Diversifizierung sinnvoll sein, mehrere Einzelfaktor-ETF oder auch einen Multifaktor-ETF im Portfolio einzusetzen.

Faktoren und die Indexrendite im Vergleich

     

Indexrendite

Faktor

Indexbeispiel

Anzahl Titel im Index

5 Jahre

3 Jahre

1 Jahr

Quality

MSCI World Sector Neutral Quality Index

300

89.9%

71.9%

27.1%

Momentum

MSCI World Momentum Index  

350

116.0%

74.1%

18.0%

Value

MSCI World Enhanced Value Index

401

29.2%

27.2%

23.6%

Minimum Volatility

MSCI World Minimum Volatility Index

291

48.7%

33.9%

17.6%

Size

MSCI World Mid Cap Equal Weighted Index

855

47.6%

43.3%

16.3%

Quelle: Bloomberg, MSCI
 

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