Ist das Anlagevermögen in Ihrer Pensionskasse richtig angelegt?
Pensionskasse
Mit höheren Deckungsgraden wächst der Spielraum für Pensionskassen – Stiftungsräte sollten die Anlagestrategie darum regelmässig überprüfen.
Alexander Taverna
Funktion Experte Institutionelle Kunden
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31. August 2026
Die Deckungsgrade der Pensionskassen haben ein neues Rekordniveau erreicht. Mehr als 80 Prozent konnten die Zielschwankungsreserven bilden (Grafik). Die solide finanzielle Lage schafft zusätzlichen Spielraum für die Anlagestrategie. Gerade für Stiftungsrätinnen und -räte lohnt es sich jetzt, wenn sie die strategische Ausrichtung ihrer Vorsorgeeinrichtung gründlich überprüfen.
Entscheidend sind dabei die folgenden Punkte – weitere Tipps lesen Sie auch im neuen Merkblatt zum Thema.
Risikofähigkeit überprüfen
Für die Anlagestrategie ist massgeblich, wie viel Risiko die Pensionskasse tragen kann. Die Risikofähigkeit lässt sich etwa mit einer ALM‑Studie beurteilen. Sie zeigt, wie gross der Handlungsspielraum ist und wie die Vermögensallokation über die einzelnen Anlageklassen festgelegt werden sollte.
Kapitalanlage für Pensionskassen – Tipps für die Anlagestrategie
Merkblatt
Tipp: Je höher der Deckungsgrad und die vorhandenen Reserven, desto grösser ist die Risikofähigkeit der Pensionskasse. Dadurch kann sie einen höheren Anteil an renditestärkeren Anlagen tragen. Langfristig erhöht das die Chancen auf eine attraktive Verzinsung der Altersguthaben Ihrer Versicherten. Prüfen Sie darum regelmässig, ob die gewählte Anlagestrategie zur finanziellen Situation Ihrer Pensionskasse passt.
Seien Sie vorsichtig mit illiquiden Anlagen
Vermögenswerte wie etwa Immobilien, Private Equity und Infrastrukturanlagen spielen eine immer grössere Rolle bei Pensionskassen. Sie können sinnvoll sein, wenn eine Vorsorgeeinrichtung mit weniger liquiden Anlagen eine zusätzliche Rendite erzielen möchte. Solche Anlagen sind aber oft teuer. Auch ist ihr Einsatz weniger sinnvoll, wenn der Deckungsgrad und die ALM‑Analyse eine höhere Aktienquote erlauben würden.
Geben Sie passiven Fonds den Vorzug
Pensionskassen können direkt in einzelne Anlagen investieren oder über Fonds. Anlagefonds sind einfacher umzusetzen und bieten eine breite Diversifikation. Dabei wird zwischen Indexfonds und aktiv verwalteten Fonds unterschieden. Indexfonds bilden einen Marktindex ab, während aktive Fonds versuchen, besser als der Index abzuschneiden. Studien zeigen aber: Den meisten aktiven Fonds gelingt das langfristig nicht. Deshalb sind Indexfonds für viele Pensionskassen die sinnvollere Wahl. Überprüfen Sie Ihre Anlagerichtlinien Die Anlagerichtlinien stecken zwar den Rahmen der Strategie ab, sie sind aber nicht statisch. Die gesetzlichen
Vorgaben (BVV 2) werden laufend angepasst. So wurden zum Beispiel per 1. Oktober 2020 Infrastrukturanlagen als eigene Anlagekategorie eingeführt – mit einer maximalen Quote von 10 Prozent.
Darum sollten Pensionskassen ihre Strategie periodisch hinterfragen. Ändern sich die Marktbedingungen oder die Risikofähigkeit, sollte die Strategie angepasst werden, damit sie weiterhin zu den Zielen und Verpflichtungen passt.
Tipp: Beim Aufbau einer Anlagestrategie lauern einige Fallstricke. Achten Sie darauf, dass Strategie, Instrumente und Umsetzung zueinander passen. Prüfen Sie laufend Kosten, Komplexität und Nutzen: Nur wenn ein Ansatz einen klaren Mehrwert bringt, gehört er ins Portfolio. So vermeiden Sie unnötige Risiken und verschenken keine Rendite. Fragen Sie eine Fachperson, wenn Sie unsicher sind.
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