Cyber-Sicherheit

Falscher Support: Das wird Sie das VZ niemals fragen

Wer einen Anruf von einem technischen Support erhält, sollte vorsichtig sein. Immer öfter geben sich Betrüger als Mitarbeitende eines Kundendienstes aus und bieten ihre Hilfe an. Wer nicht aufpasst, verliert die Kontrolle über den Computer und die Bankkonten.

Andreas Akermann

Funktion Spezialist für Bankservices

Publiziert am

23. Juli 2026

Fake-Support ist eine der häufigsten Betrugsmaschen im digitalen Alltag – und sie wird immer raffinierter. Ob per Telefon, E-Mail oder Pop-up-Fenster im Internet, das Ziel der Betrüger ist immer gleich: Sie versuchen mit vorgetäuschten Notfällen an die Daten und das Geld ihrer Opfer zu gelangen.

Häufig geben sie sich beispielsweise als Mitarbeiter einer IT-Firma aus und erklären, dass der Computer von Viren befallen sei und repariert werden müsse. Oder sie behaupten, beim Kundendienst einer Bank zu arbeiten und verdächtige Transaktionen festgestellt zu haben.

Wie funktioniert der Betrug?

Die Betrüger versuchen ihre Opfer dazu zu bringen, ein Programm herunterzuladen, damit sie mittels Fernzugriff die Kontrolle über den Computer übernehmen können. Sobald das Programm installiert ist, erhalten die Angreifer direkten Zugriff auf das Gerät und können es manipulieren. So können sie etwa Passwörter abfangen oder Daten herunterladen.

Besonders dreist: Sie erklären, dass ihre Hilfe kostenpflichtig sei. Danach wollen sie ihren Opfern eine Software-Lizenz oder eine Dienstleistung verkaufen. Dazu fragen sie nach den Kreditkarteninformationen. Auch diese Kreditkartendaten werden anschliessend missbraucht.

Wieso sind die Betrüger erfolgreich?

Die Angreifer lösen mit ihrem Anruf und ihren sicherheitsrelevanten Behauptungen eine Stresssituation aus. Sie treten ruhig und professionell auf, drängen auf sofortiges Handeln – und bieten eine prompte Lösung für das Problem an.

Dank technischer Manipulation (Spoofing) erscheint auf dem Display der Opfer zudem meist eine scheinbar offizielle und unverdächtige Schweizer Telefonnummer oder sogar der Name der Bank oder des IT-Anbieters. Das schafft Vertrauen – zu Unrecht.

Wie kann man sich schützen?

  • Grundsätzlich gilt: Niemand ruft unangemeldet und unaufgefordert an, um Computerprobleme zu beheben. Brechen Sie solche Anrufe sofort ab. Wichtig: Sie können der angezeigten Telefonnummer nicht trauen. 
  • Lassen Sie niemanden auf Ihren Computer zugreifen. 
  • Geben Sie keine persönlichen Daten wie Passwörter oder Kreditkartennummern an andere Personen weiter.

Haben Sie bereits jemandem Zugriff auf den Computer gewährt?

  • Trennen Sie sofort die Internetverbindung und schalten Sie das Gerät aus.
  • Lassen Sie Ihr Gerät schnellstmöglich von einer IT-Fachperson untersuchen.
  • Bis Sie sicher sind, dass der Computer nicht gefährdet ist, sollten Sie sich am betroffenen Computer weder ins E-Banking einloggen noch Online-Einkäufe mit Ihrer Kreditkarte tätigen.
  • Ändern Sie danach alle Passwörter, die Sie auf dem Gerät verwenden.

Haben Sie bereits sensible Daten weitergegeben?

  • Kontaktieren Sie sofort Ihr Kreditkartenunternehmen und Ihre Bank, damit diese die nächsten Schritte einleiten können.
  • Anschliessend sollten Sie sich an die Polizei wenden.

In eigener Sache: Danach wird Sie das VZ niemals fragen

Sind Sie vorsichtig, wenn Sie jemand kontaktiert, sich als VZ-Mitarbeiterin oder -Mitarbeiter ausgibt und:

  • Sie nach Ihren Konto- oder Kartendaten wie Login oder Passwörter fragt.
  • Sie bittet, eine Software wie AnyDesk oder TeamViewer zu installieren, um damit Zugriff auf Ihren PC, Laptop oder Ihr Smartphone zu erhalten.
  • Sie zu einer Überweisung auf ein fremdes Bankkonto drängt.
  • Sie zur Übergabe von Bargeld aufruft.
  • Sie bittet, eine Test-Transaktion durchzuführen.
  • Sie unter Druck setzt, schnell eine Entscheidung zu treffen.

Brechen Sie einen solchen Kontaktversuch umgehend ab und kontaktieren Sie direkt Ihre Beraterin oder Ihren Berater beim VZ.

Weitere Informationen finden Sie auch im kostenlosen Merkblatt. Oder wenden Sie sich an Ihre Beraterin oder Ihren Berater.