Nachlass

Erbengemeinschaft

Es empfiehlt sich, eine Erbengemeinschaft so rasch als möglich aufzulösen. Denn je länger die Erbengemeinschaft besteht, desto schwieriger wird es, das Erbe aufzuteilen.

Karin Brunner

Nachlassexpertin

Mehrere Erben bilden rechtlich gesehen eine Erbengemeinschaft. Das bedeutet einerseits, dass alle Erben solidarisch für die Schulden des Verstorbenen haften. Gläubiger können also einen einzelnen Erben belangen, der dann auf seine Miterben zurückgreift. Andererseits muss die Erbengemeinschaft jeden Entscheid gemeinsam fällen, wenn es um das Erbe geht.

Auch Verträge können sie nur gemeinsam unterzeichnen. Solange ein einziger Erbe nicht einverstanden ist, bleibt die Erbengemeinschaft handlungsunfähig. Er kann jeden Entscheid der Erbengemeinschaft blockieren, selbst wenn ihm nur ein kleiner Anteil am Erbe gehört und alle anderen Erben einverstanden sind.

Merkblatt

Tipps für Erbengemeinschaften

Das Merkblatt zeigt auf, was Mitglieder einer blockierten Erbengemeinschaft tun können, damit das Erbe keinen Schaden nimmt.

Bei Meinungsverschiedenheiten kann es schwierig sein, eine Lösung zu finden. Das zeigt sich besonders häufig, wenn sich die Erben nicht über die Verwendung einer Liegenschaft einigen können. Zieht sich die Erbteilung über mehrere Jahre hin, verlieren Liegenschaften empfindlich an Wert, wenn sie nicht ausreichend unterhalten werden.

Je länger eine Erbschaft nicht geteilt wird, desto aufwändiger und komplexer wird die Abwicklung. Stirbt zum Beispiel ein Erbe, geht sein Anteil an seine Erben über. Mit der Zeit hat man es deshalb mit einer immer grösseren Zahl von Miterben zu tun, deren Interessen möglicherweise noch unterschiedlicher sind. In so einem Fall wird es noch schwieriger, einen einstimmigen Entscheid zu treffen.

Ein professioneller Erbenvertreter, den die Erben gemeinsam auswählen, hilft, den Nachlass fair aufzuteilen und das Erbe bis dahin vernünftig zu bewirtschaften.