Inflation, Schulden und Bitcoin: Warum die Geldmenge entscheidend ist

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Während die Geldmenge und die Staatsverschuldung immer weiter wachsen, ist die Zahl der Bitcoin begrenzt. Der Vergleich mit Gold und anderen Vermögenswerten zeigt, weshalb diese Eigenschaft für viele Anleger eine wichtige Rolle spielen kann.

Publiziert vor 5 Stunden

Autor

Kevin Kuhn

Funktion Anlageexperte

Wie im ersten Teil und im zweiten Teil dieser Serie gezeigt wurde, unterscheidet sich Bitcoin in wesentlichen Eigenschaften von anderen digitalen Werten. Im dritten und letzten Teil geht es um eine dieser Besonderheiten: die begrenzte Geldmenge.

Bitcoin und andere Kryptowährungen

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Dieses Merkblatt zeigt, worauf Sie achten sollten, wenn Sie in Kryptowährungen investieren möchten.

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Für die Bewertung von Vermögenswerten gilt eine einfache Grundregel: Der Preis ergibt sich aus Angebot und Nachfrage. Wächst die Geldmenge schneller als die Menge der handelbaren Güter, steigen tendenziell die Preise, gemessen in dieser Währung. Zwei Datenreihen aus den USA zeigen, wie ausgeprägt diese Entwicklung in den vergangenen Jahren war.

Die Geldmenge wächst kontinuierlich

Die M2-Geldmenge misst nicht nur Bargeld, sondern auch Spareinlagen und andere leicht verfügbare Gelder im US-Finanzsystem. Seit Beginn dieser Statistik 1959 ist sie nahezu durchgehend gewachsen, mit einem besonders ausgeprägten Sprung ab 2020.
Allein in den vergangenen zehn Jahren, von Juli 2016 bis Juli 2026, ist die M2-Geldmenge von 12,9 auf 23,2 Billionen US-Dollar gestiegen. Das ist ein Plus von knapp 80 Prozent, im Schnitt rund 6 Prozent pro Jahr. 

Für Sparer bedeutet eine solche Geldmengenausweitung eine Herausforderung. Angespartes Vermögen inflationsbereinigt in die Zukunft zu transportieren, wird schwieriger, wenn die Geldmenge schneller wächst als die Portfolio-Rendite.
 

Die Staatsverschuldung wächst parallel dazu

Ein ähnliches Bild zeigt die Verschuldung des US-Staates: Anfang September 2026 lag die gesamte ausstehende Staatsverschuldung erstmals über 40 Billionen US-Dollar – das entspricht bereits rund 124 Prozent der gesamten jährlichen US-Wirtschaftsleistung (BIP 2026, IWF-Schätzung: rund 32,4 Billionen US-Dollar).

Dieses Phänomen ist global erkennbar: Die globale Verschuldung ist in den vergangenen Jahrzehnten deutlich schneller gewachsen als die globale Wirtschaftsleistung. Einer jährlichen globalen Wirtschaftsleistung von rund 115 Billionen US-Dollar stehen heute Schulden von über 350 Billionen US-Dollar gegenüber – mehr als das Dreifache des globalen BIP.

Knapp oder limitiert – ein wichtiger Unterschied

Genau deshalb richten viele Anleger ihren Blick auf Vermögenswerte, deren Angebot nicht beliebig ausgeweitet werden kann. Dabei lohnt sich eine Unterscheidung: «Knapp» heisst, dass ein Vermögenswert nur begrenzt vorhanden ist, seine Menge aber nicht exakt fixiert ist und sich im Zeitverlauf verändern kann. «Limitiert» heisst, dass die maximale Menge von vornherein und unveränderlich feststeht.

Gold: seit Jahrtausenden knapp

Gold wird seit rund 5'000 Jahren als Wertspeicher genutzt. Die weltweit geförderte Menge wächst kontinuierlich, aber langsam: Die jährliche Minenproduktion erhöht die oberirdisch vorhandene Menge um schätzungsweise 2 Prozent. Gold ist damit knapp im Vergleich zu praktisch beliebig vermehrbarem Fiat-Geld, aber nicht limitiert im strengen Sinn.

Silber: knapp, aber vor allem Industriemetall

Silber ist deutlich weniger knapp als Gold und wird zu einem grossen Teil industriell verbraucht statt gehortet. Laut dem World Silver Survey 2026 von Silver Institute und Metals Focus entfallen rund 59 Prozent der weltweiten Silbernachfrage auf industrielle Anwendungen, allen voran Elektronik, zunehmend aber auch Photovoltaik, Elektromobilität und KI-Rechenzentren. Silber ist damit stärker Industrierohstoff als reiner Wertspeicher – ein wesentlicher Unterschied zu Gold, auch wenn beide Edelmetalle historisch als knapp gelten.

Bitcoin: nicht knapp, sondern limitiert

Bitcoin unterscheidet sich von beiden Edelmetallen grundlegend: Seine maximale Menge ist nicht durch geologische Vorkommen begrenzt, sondern durch Mathematik und Physik auf 21 Millionen Einheiten fest abgesichert und limitiert. Diese Obergrenze ist im Protokoll verankert und historisch einzigartig. Die jährliche Neuausgabe liegt aktuell bei unter 1 Prozent der zirkulierenden Menge. Durch das sogenannte Halving halbiert sich diese Rate alle rund vier Jahre, zuletzt 2024, als nächstes 2028.
Wie schnell wächst die Menge tatsächlich?

Ein direkter Vergleich macht den Unterschied greifbar. Die folgende Tabelle zeigt, um wie viel Prozent pro Jahr die jeweilige Menge aktuell wächst.

Bitcoins Wachstumsrate ist heute schon die tiefste der drei, und sie sinkt mit jedem Halving weiter. Ab rund 2140 kommen keine neuen Bitcoin mehr hinzu. Die Angebotsentwicklung ist jedoch nur ein Aspekt. Für Anleger kann auch entscheidend sein, wie zuverlässig sich die vorhandene Menge eines Vermögenswerts tatsächlich überprüfen lässt.

Überprüfbarkeit statt Knappheit – die eigentliche These

Der wesentliche Unterschied zwischen Edelmetallen und Bitcoin liegt aber nicht nur in der Frage der Limitierung, sondern in der Überprüfbarkeit. Wer in physisches Gold über ein Anlageprodukt investiert, verlässt sich auf mehrere Instanzen gleichzeitig: den Emittenten, der das Produkt ausgibt, die Verwahrstelle (Custodian), die das Gold effektiv im Tresor hält, sowie Depotbank und Wirtschaftsprüfung, die den korrekten Bestand periodisch kontrollieren. Der einzelne Anleger kann diese Bestände in der Regel nicht selbst überprüfen und ist deshalb auf die Angaben und Kontrollen der beteiligten Institutionen angewiesen.

Bei Bitcoin ist das anders: Jede Person kann mit einer eigenen, kostenlosen Software – einem sogenannten Full Node – die vollständige Transaktionshistorie herunterladen und selbst überprüfen, wie viele Bitcoin tatsächlich existieren, ohne einer Bank, einem Prüfer oder einer Behörde vertrauen zu müssen.

Fazit

Gold, Silber und Bitcoin beruhen auf unterschiedlichen Vertrauensmodellen: Bei den Edelmetallen stützt sich die Einschätzung von Angebot und Bestand auf das Vertrauen in mehrere involvierte Institutionen, bei Bitcoin lässt sie sich direkt und selbständig nachvollziehen. Das ist keine Aussage darüber, welches Asset sich langfristig besser entwickelt – wohl aber ein Unterschied, den Anleger kennen sollten, wenn sie über Diversifikation und Eigenschaften nachdenken.

Disclaimer: Alle Angaben ohne Gewähr. Bei den aufgezeigten Informationen handelt es sich um Werbung gemäss Art. 68 FIDLEG.