Geldanlagen
Wie geht es weiter bei den Zinsen?
Nach den jüngsten Zinsentscheiden der Notenbanken fragen sich viele Anleger und Hausbesitzer, wie sich die Zinsen in den kommenden Monaten entwickeln könnten. VZ-Anlagechef Christoph Sax analysiert die Zinserwartungen für die Schweiz, die Eurozone und die USA.
Christoph Sax
Funktion Chief Investment Officer
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22. Dezember 2025
In Europa zeigt sich immer deutlicher, dass die Leitzinsen Boden gefunden haben. Sowohl die SNB als auch die EZB haben ihren Leitzins erneut unverändert belassen. Der Zinsaufschlag der Eurozone zur Schweiz verharrt damit bei 2 Prozentpunkten (siehe Grafik).
Schweiz: SNB sieht keinen Handlungsbedarf
Der grosse Zinsaufschlag des Euro zum Franken hemmt den Aufwertungsdruck auf dem Franken – und damit auch den Handlungsbedarf der SNB. Als Anlagewährung bleibt der Euro wesentlich attraktiver als der Franken.
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Die SNB signalisiert denn auch klar, dass der Leitzins in der Schweiz bis auf Weiteres unverändert bleiben wird. Die Inflation fiel in den letzten Monaten zwar etwas tiefer aus als von der SNB erwartet. Entscheidender ist jedoch der Ausblick: Vorausschauend hat sich wenig geändert. Die SNB erwartet mittelfristig nach wie vor ein leichtes Anziehen der Teuerung. Die Deflationsgefahren halten sich damit in engen Grenzen.
Am Finanzmarkt hat sich deshalb die Erwartung gefestigt, dass der SNB-Leitzins auf absehbare Zeit bei null verharren wird. Damit dürfte auch der SARON bis auf Weiteres nahe null bleiben.
Die langfristigen Franken-Zinsen sind zuletzt wieder etwas gestiegen. Mittelfristig dürften sie jedoch seitwärts tendieren.
Eurozone: Keine weiteren Leitzinssenkungen in Sicht
In der Eurozone notiert der Leitzins nun schon seit Juni 2025 bei 2 Prozent. Es zeigt sich immer deutlicher, dass die EZB keine weiteren Leitzinsen mehr ins Auge fassen wird.
Der Grund: In der Eurozone verharrt die Teuerung am oberen Ende des Zielbereichs. Die EZB rechnet für 2026 zudem mit einer Belebung der Konjunktur in Deutschland, was ein weiteres Nachlassen der Inflation verhindern dürfte.
USA: Die Geldpolitik wird gelockert
In den USA ist der Zinssenkungs-Zyklus weniger weit fortgeschritten. Aufgrund des inflationstreibenden Effekts der Strafzölle hielt die US-Notenbank (Fed) den Leitzins bis im Herbst 2025 über 4 Prozent. Danach folgten 3 Zinssenkungen nacheinander. Für 2026 sind mindestens 2 weitere Leitzinssenkungen absehbar.
Die Zölle haben den Inflationsdruck in den USA zwar erhöht. Die US-Notenbank dürfte dies bis auf Weiteres aber tolerieren. Denn der Arbeitsmarkt sendet zunehmend Schwächesignale. Gleichzeitig drängt US-Präsident Trump auf weitere Zinssenkungen, um die Zinskosten des Landes einzudämmen.
Die neusten Inflationsdaten deuten zudem darauf hin, dass der Teuerungsschub weniger kräftig ausfällt als befürchtet.
Präsident Trump wird demnächst einen neuen Fed-Chef ernennen. Dieser wird sein Amt Mitte Mai antreten. Die Geldpolitik der US-Notenbank dürfte damit etwas expansiver werden. Ein grundsätzlicher Kurswechsel ist jedoch nicht zu erwarten.
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