Säule 3a oder Pensionskasse: Wo lohnt sich die Einzahlung mehr?
Pensionierung
Wer freiwillig in die zweite und dritte Säule einzahlt, hat so später mehr Geld zur Verfügung und spart Steuern. Man sollte aber genau prüfen, welches Vorsorgegefäss sich eher eignet, und typische Fehler vermeiden.
Michael Mathys
Funktion Vorsorgespezialist
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14. August 2026
Freiwillige Einzahlungen in die Säule 3a und die Pensionskasse (PK) sind für die meisten der beste Weg, um Vermögen für die Pensionierung aufzubauen – und Steuern zu sparen. Viele fragen sich aber, welches der bessere Vorsorgetopf dafür ist.
Es gilt der Grundsatz: Wer kann, sollte in beide Gefässe einzahlen. Ansonsten sollte man zuerst die Säule 3a ausschöpfen und erst dann in die Pensionskasse einkaufen. Denn bei der dritten Säule kann man mehr selbst bestimmen, etwa, wie das Geld angelegt wird oder wer es nach dem Tod erhalten soll.
Richtige 3a-Lösung wählen
Angestellte mit Pensionskasse können maximal 7258 Franken in die dritte Säule einzahlen, Selbstständige und Angestellte ohne Pensionskasse bis zu 20 Prozent des Jahreslohns (höchstens 36’288 Franken). Auf dem 3a-Konto gibt es meist nur einen kleinen Zins. Nach Abzug der Inflation bleibt so praktisch nichts mehr übrig – oder das Guthaben verliert sogar an Wert. Abhilfe schafft eine 3a-Lösung mit Wertschriften. So nehmen Sparerinnen und Sparer zwar Kursschwankungen in Kauf. Langfristig erzielen sie dafür meist eine höhere Rendite als mit einem 3a-Konto. Bewährt haben sich vor allem 3a-Lösungen mit sogenannten ETF. Sie sind deutlich kostengünstiger als viele Wertschriftenlösungen mit aktiven Fonds. Das lohnt sich, denn hohe Kosten fressen die Rendite weg.
Tipp: Gar nicht geeignet sind Lösungen, die eine Lebensversicherungen mit einem 3a-Sparteil vermischen. Sie sind teuer und intransparent. Trennen Sie deshalb Sparen und Versichern konsequent (siehe Tabelle).
Einkäufe in die Pensionskasse: Keine Fehler machen
Mit freiwilligen Einzahlungen in die Pensionskasse (sog. PK-Einkäufe) kann man die Leistungen im Alter verbessern oder fehlende Beitragsjahre nachholen. Zudem lassen sich damit Lücken schliessen, die über die Jahre entstanden sind – zum Beispiel, weil der Lohn gestiegen ist. Genau wie Einzahlungen in die Säule 3a kann man PK-Einkäufe in der Steuererklärung vom Einkommen abziehen und so Steuern sparen.
PK-Einkauf: Vorsicht Dreijahresfrist
Einkauf in die Pensionskasse: Vorsicht vor der Dreijahresfrist
Merkblatt
Wie viel man dieses Jahr einkaufen kann, steht meist im persönlichen Pensionskassenausweis. Viele Pensionskassen schicken ihren Versicherten eine Einkaufsofferte mit Einzahlungsschein zu. Den Beitrag sollte man bis spätestens Mitte Dezember an die Pensionskasse überweisen, damit er dem laufenden Steuerjahr angerechnet wird.
Aufgepasst: Ob und wie stark sich der Einkauf wirklich lohnt, hängt von der PK-Lösung aber vor allem auch vom Zeitpunkt des Einkaufs ab. Je höher das steuerbare Einkommen ist und je schneller man das Geld wieder bezieht, desto mehr profitiert man. Mit einem Einkauf in den letzten Jahren vor der Pensionierung erzielt man meistens die höchste Nachsteuerrendite.
Achtung: Wer sein PK-Guthaben oder einen Teil davon zum Beispiel bei der Pensionierung oder für den Kauf eines Eigenheims auszahlen lassen möchte, muss sich spätestens drei Jahre vorher einkaufen. Wird diese Frist nicht eingehalten, wird der ausbezahlte Betrag bis zur Höhe der in den letzten drei Jahren geleisteten Einkäufe als Einkommen nachbesteuert. Damit entfällt der Steuervorteil im Nachhinein, den man mit den Einkäufen erzielt hat, ganz oder teilweise. In der Praxis machen Steuerpflichtige immer wieder Fehler bei der Interpretation der Dreijahresfrist, die ungewollte steuerliche Konsequenzen haben. Lesen Sie in unserem kostenlosen Merkblatt die wichtigsten Fragen und Antworten zu dieser Sperrfrist.
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