Immobilien

Machen Sie den Test: Passt Ihr Eigenheim zu allen Lebensphasen?

Ein Eigenheim begleitet Familien über Jahrzehnte. Im Lauf der Jahre verändern sich aber Bedürfnisse, Kosten und Risiken. Prüfen Sie, ob Handlungsbedarf besteht.

Ivan Stoiljkovic

Funktion Immobilienexperte

Publiziert am

19. Mai 2026

Viele unterschätzen, wie schnell ihr Eigenheim zu gross, zu teuer oder zu aufwändig wird. Wenn sich die Lebenssituation ändert, stellen sich Fragen, mit denen man nicht gerechnet hat: behalten, verkaufen oder entwickeln und so das volle Potenzial des Grundstücks ausschöpfen? Wer nicht auf dem falschen Fuss erwischt werden will, sollte sich früh Gedanken machen. Die folgenden Punkte sind besonders wichtig. Weitere Tipps und einen Selbsttest finden Sie im neuen Merkblatt zum Thema.

Eigenheim: So sind Sie in allen Lebensphasen gut organisiert

Merkblatt

Das Eigenheim begleitet eine Familie meistens über Jahrzehnte. Mit der Zeit ändern sich allerdings die Bedürfnisse. Daher sollte man rechtzeitig klären, welche finanziellen und organisatorischen Massnahmen jeweils nötig sind. 

Merkblatt

Familienphase

Zwischen 35 und 55 nutzen viele Haushalte ihr Eigenheim am intensivsten: Es ist Lebensmittelpunkt der Familie, und der Platzbedarf ist gross. Zwei Einkommen helfen vielen Paaren, die Hypothek zu tragen.

Tipp: Denken Sie von Anfang an langfristig. Die Lage ist entscheidend für die Wertentwicklung. Wichtig sind nicht nur Schul‑ und Arbeitswege, sondern auch, ob das Eigenheim altersgerecht ist und Geschäfte, Ärzte und Freizeitangebote gut erreichbar sind. 

Wählen Sie die passende Hypothek. In den letzten Jahrzehnten waren Geldmarkthypotheken (Saron) praktisch immer günstiger und flexibler als andere Modelle.

Kinder ziehen aus

Die meisten Kinder ziehen aus, wenn ihre Eltern zwischen 55 und 65 sind. Das ist ein einschneidender Moment. Wenn das Eigenheim einen Teil seiner Funktion verliert, ist es Zeit, über eine Umnutzung nachzudenken.

Tipp: Prüfen Sie, ob Sie frei werdende Räume sinnvoll umnutzen oder sogar vermieten können. Abgetrennte Zimmer, Etagen oder Einliegerwohnungen senken die laufenden Kosten und sorgen für zusätzliche Einnahmen. Dieses Geld können Sie nach der Pensionierung gut brauchen.

Pensionierung

Nach der Pensionierung sinkt das Einkommen in der Regel deutlich. Banken müssen darum prüfen, ob die Hypothek noch tragbar ist. Gleichzeitig bleiben die Unterhaltskosten hoch oder steigen sogar – zum Beispiel, weil Arbeiten in Haus und Garten nicht mehr selbst erledigt werden können.

Tipp: Schätzen Sie Ihre Situation ehrlich ein und prüfen Sie Ihre Optionen. Das Eigenheim zu behalten, kann sinnvoll sein – vorausgesetzt, die Hypothek bleibt tragbar und der Wohnraum ist altersgerecht. Eine Sanierung lohnt sich nur, wenn man noch lange im Haus wohnt. Ein Verkauf kann sinnvoll sein, um Kapital für die Pensionierung freizusetzen, während eine Entwicklung zwar Chancen bietet, aber aufwändig ist.

Ab 75 Jahren

Behalten ist oft nur dann sinnvoll, wenn das Eigenheim alters- und rollstuhlgerecht ist oder wenn die Kinder es übernehmen wollen. Sanierungen oder eine Entwicklung rechnen sich kaum noch. Loslassen kann darum die beste Wahl sein – einen Verkauf muss man aber gut vorbereiten.

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