Kleine Pensionskassen am Limit: Alternativen für Stiftungsräte

Pensionskasse

Mehr Regulierung, steigende Lebenserwartung, zu wenige aktive Versicherte: Immer mehr kleine und firmeneigene Pensionskassen stossen an ihre Grenzen.

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Kevin Kocher

Funktion Pensionskassenspezialist

Publiziert am

31. August 2026

Viele kleinere und firmeneigene Pensionskassen kämpfen um ihr Überleben. Ihre Zahl ist stark gesunken – in den letzten 15 Jahren wurden insgesamt mehr als 1000 Vorsorgeeinrichtungen liquidiert. Weitere könnten in den nächsten Jahren aufgeben. Ihnen setzen vor allem diese Herausforderungen zu:

Alternativen zur firmeneigenen Pensionskasse

Merkblatt

Für KMU wird es immer schwieriger, eine eigene Pensionskasse zu führen. Dieses Merkblatt zeigt auf, was sie tun können, um für die Zukunft gut gerüstet zu sein.

Merkblatt

Regulierung

Die zunehmende Regulierung führt zu immer höheren Verwaltungskosten. Anders als grosse Pensionskassen können kleine Vorsorgestiftungen diese Kosten nicht auf mehr Versicherte verteilen.

Lebenserwartung

Viele Pensionskassen werden auch künftig mit jedem neuen Rentenbezüger Verluste machen.

Schuld daran sind die höhere Lebenserwartung und der zu hohe Umwandlungssatz im BVG-Obligatorium.

Risikofähigkeit

Weil die geburtenstarke Generation der Babyboomer ins Pensionierungsalter kommt, verschärft sich das Problem. Kleine Pensionskassen können ihre Verluste nicht auf eine wachsende Anzahl aktiver Versicherter verteilen. Und wenn die Vorsorgestiftung wegen einer Unterdeckung saniert werden muss, bluten die Aktiven umso mehr, je mehr Rentner ihnen gegenüberstehen.

So optimieren Sie Risiken und Kosten

Immer mehr Stiftungsrätinnen und -räte erkennen den Ernst der Lage und prüfen die Alternativen zur firmeneigenen Pensionskasse – vor allem den Anschluss an eine Sammelstiftung. Für die meisten ist das tatsächlich der richtige Weg. So verbessern sie ihre Risikofähigkeit und senken die Kosten für Risikoabsicherung und Verwaltung deutlich. Nicht jedes Modell passt aber zu allen betroffenen Firmen.

Vollversicherung

Anbieter sind Lebensversicherer. Sie entscheiden im gesetzlichen Rahmen über die Anlagestrategie und müssen die Guthaben der Versicherten jederzeit garantieren. Der Nachteil: Diese Garantie ist teuer.

Stiftung mit gepoolter Anlagestrategie

Hier entscheidet der Stiftungsrat über die Anlagestrategie. Für alle angeschlossenen Firmen wird ein Deckungsgrad ausgewiesen. Der Nachteil: Kündigt eine Firma den Anschlussvertrag, kann sie eine Überdeckung in der Regel nicht mitnehmen, obwohl sie die Reserven mit aufgebaut hat.

Stiftung mit individueller Anlagestrategie

Sie kommt einer firmeneigenen Pensionskasse am nächsten. Jede Firma bildet ihr eigenes Vorsorgewerk innerhalb der Kasse und legt die Anlagestrategie selbst fest. Die Reserven bleiben in der Firma, und der Deckungsgrad wird separat ausgewiesen. Das reduziert die Quersubventionierung zwischen den Vorsorgewerken.

Tipp: Stiftungsräte müssen sich gut informieren. Oft ist entscheidend, ob und zu welchen Bedingungen eine Sammelstiftung die Pensionierten übernimmt. Je nachdem fallen hohe Kosten an, um die Rentenverpflichtungen zu finanzieren.

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