Hypotheken

Festhypothek oder Saron?

Festhypotheken sind heute überteuert, Saron-Hypotheken immer noch deutlich günstiger. Und es spricht einiges dafür, dass Saron-Hypotheken wie schon in den letzten 30 Jahren auf längere Sicht die bessere Wahl sind als Festhypotheken. 
 

Stefan Bestler

Hypothekarexperte
Publiziert am
06. Oktober 2022

Anfang Oktober kosten 2-jährige Festhypotheken durchschnittlich 2,4 Prozent – etwa so viel wie zuletzt vor 14 Jahren. Und mit durchschnittlich 3,2 Prozent liegt auch der Zins für 10-jährige Festhypotheken rund 0,5 Prozent über dem höchsten Stand der letzten 10 Jahre.

Saron-Hypotheken (auch Geldmarkthypotheken genannt), deren Zinssatz sich nach dem Schweizer Leitzins richtet, sind auch nach der jüngsten Erhöhung durch die SNB auf 0,5 Prozent immer noch deutlich günstiger als Festhypotheken. Beträgt die fixe Marge der Bank 0,8 Prozent, zahlt man heute für eine Saron-Hypothek 1,3 Prozent.  

Merkblatt

Saron-Hypothek oder Festhypothek? So entscheiden Sie sich richtig

Das Merkblatt zeigt auf, welche Vor- und Nachteile die beiden Modelle haben und wie viel Geld Sie sparen können, wenn Sie sich für die richtige Hypothekarstrategie entscheiden.

Und Saron-Hypotheken bleiben weiterhin attraktiv. Zwar werden die Notenbanken ihre Leitzinsen wohl weiter anheben, wenn sich die Inflation in den kommenden Monaten nicht deutlich abschwächt. Kühlt sich die Wirtschaft jedoch (auch wegen der höheren Zinsen) zu stark ab, wird es für die Notenbanken schwierig, weitere Zinserhöhungen zu rechtfertigen. Denn sie sollen nicht nur für stabile Preise sorgen, sondern auch verträgliche Wirtschaftsbedingungen schaffen und so Vollbeschäftigung ermöglichen.

Bis Saron-Hypotheken gleich teuer wären, wie zehnjährige Festhypotheken aktuell kosten, müsste die SNB ihren Leitzins auf etwa 2,25 Prozent erhöhen. Das ist zurzeit eher unwahrscheinlich, denn sowohl die Aussagen der Notenbanken als auch die wirtschaftlichen Prognosen lassen darauf schliessen, dass sich die Leitzinsen nächstes Jahr stabilisieren oder sogar leicht sinken.

Festhypotheken sind nicht erst jetzt deutlich teurer als Saron-Hypotheken, sie waren es schon über die letzten 30 Jahre. Wer immer auf Geldmarkthypotheken setzte, konnte darum über die Zeit sehr viel Geld sparen.

Vollständige Sicherheit kann man auch mit einer Festhypothek nicht kaufen, und das Leben nimmt manchmal unerwartete Wendungen. Davon können all jene ein Lied singen, die zum Beispiel wegen eines Stellenverlusts, gesundheitlicher Probleme oder einer Scheidung ihr Eigenheim aufgeben mussten. Oder jene, die neue Chancen gepackt und in eine andere Region oder ins Ausland gezogen sind, bevor ihre Festhypothek auslief. Ein vorzeitiger Ausstieg aus einer Festhypothek kann sehr hohe Kosten verursachen. Dagegen sind die Kosten einer vorzeitigen Auflösung oder Rückzahlung bei Saron-Hypotheken in der Regel überschaubar. Rahmenverträge für Saron-Hypotheken laufen in der Regel 3 bis 5 Jahre, bei manchen Anbietern nur wenige Monate. 

Gut zu wissen: Banken und Hypothekenvermittler haben einen starken Anreiz, Festhypotheken zu empfehlen, denn an Festhypotheken verdienen sie deutlich mehr als an Saron-Hypotheken.