Steuern
Ehepartner separat besteuern: Das gilt jetzt für Sie
Künftig sollen alle Steuerpflichtigen eine eigene Steuererklärung ausfüllen. Das hat die Stimmbevölkerung am Sonntag entschieden. Das müssen Sie über den Systemwechsel bei den Steuern wissen.
Funktion Steuerspezialist
Beitrag empfehlen
9. März 2026
Heute füllt ein Ehepaar eine gemeinsame Steuererklärung aus. Das wird sich ändern: Die Schweizerinnen und Schweizer haben sich am Sonntag dafür ausgesprochen, dass künftig alle Steuerpflichtigen eine eigene Steuererklärung abgeben müssen. Bund, Kantone und Gemeinden müssen Privatpersonen neu einzeln besteuern – unabhängig vom Zivilstand.
Getrennte Steuererklärung: Die Folgen für Ehepaare
Merkblatt
Die Änderung tritt spätestens auf Anfang 2032 in Kraft. Die Kantone müssen bis dann ihre Gesetzgebung anpassen, ihre Steuertarife und gewisse Abzüge überprüfen und allenfalls neu festlegen. Ab dann ändert sich für Verheiratete und Alleinstehende einiges.
Verteilung der Einkommen ist entscheidend
Von diesem Systemwechsel profitieren vor allem Ehepaare, wenn beide ähnlich viel verdienen.
Da ihre Einkommen künftig nicht mehr addiert werden, zahlen sie tendenziell weniger direkte Bundessteuern als bisher.
Familien mit nur einem Einkommen werden hingegen stärker belastet: Der gesamte Lohn wird einer Person zugerechnet. Der Abzug pro Kind erhöht sich zwar von 6800 auf 12'000 Franken, wobei jedem Ehepartner die Hälfte zusteht. Kann jemand den Kinderabzug aufgrund zu tiefer Einkünfte aber nicht ganz ausschöpfen, lässt sich der verbleibende Rest nicht auf den anderen Ehepartner übertragen.
Die Grafik illustriert die Folgen der Individualbesteuerung: Verdienen beide Partner gleich viel, sinkt ihre Steuerlast stark. Hat nur ein Partner ein Erwerbseinkommen, während der andere die Kinder betreut, steigen die Steuern stark an. Die Berechnung betrifft nur die direkte Bundessteuer. Die Kantons- und Gemeindesteuern sind darin nicht berücksichtigt.
Auch viele pensionierte Ehepaare dürften von der Reform profitieren – vor allem dann, wenn beide Ehepartner je eine AHV- und eine Pensionskassen-Rente erhalten. Denn ihre Einkommen gleichen sich damit an. Allgemein lässt sich sagen: Je gleichmässiger die Renten verteilt sind, desto stärker sinkt die Steuerlast.
Unter dem Strich gilt: Da die direkte Bundessteuer stark progressiv ausgestaltet ist, werden vor allem Haushalte mit einem höheren Einkommen die Folgen der Reform spüren – positiv wie negativ.
Höhere Steuern gegen Ausfälle
Unverheiratete wurden zwar bereits vorher schon individuell besteuert. Trotzdem sind auch sie von der Reform betroffen: Um die Einnahmeausfälle beim Bund zu begrenzen, wird der Steuertarif bei der direkten Bundessteuer angepasst. Das geht auch zulasten der Alleinstehenden. Und klassische Einverdiener-Familien und Alleinerziehende werden dadurch sogar doppelt belastet, da der Ehegattentarif abgeschafft wird.
Darüber hinaus hat die Reform weitere Effekte:
Vermögen
Vermögenswerte werden künftig nach den Eigentumsverhältnissen besteuert. Sind zum Beispiel beide Partner als Eigentümer des Eigenheims im Grundbuch eingetragen, müssen sie je ihren Anteil versteuern. Wertschriften, Ersparnisse oder Fahrzeuge werden demjenigen Partner zugerechnet, dem sie gehören, Schulden und Schuldzinsen jenem Partner, der gemäss Schuldvertrag Schuldner ist. Ein gemeinsames Bankkonto wird grundsätzlich hälftig aufgeteilt.
Pensionskasse
Bei der Pensionierung muss man sich künftig weniger danach ausrichten, ob der Partner die Pensionskasse als Kapital oder als Rente bezieht. Auch muss man seine Bezüge aus der Pensionskasse und der Säule 3a nicht mehr mit dem Partner koordinieren: Die Gelder werden auch dann separat besteuert, wenn beide Partner im gleichen Jahr einen Bezug tätigen. Dafür muss man die Einkäufe besser planen, da sie nur noch von der einzahlenden Person abgezogen werden können.
Auswirkungen auf kantonale Steuern noch offen
Die meisten Steuerpflichtigen zahlen deutlich höhere kantonale Steuern als die direkte Bundessteuer. Noch ist aber unklar, wie die Kantone die Individualbesteuerung umsetzen und den Tarif gestalten werden. Daher kann man noch nicht sagen, wie sich die Vorlage für die Steuerpflichtigen bei den Kantonen und Gemeinden auswirken wird.
Tipp: Informieren Sie sich sorgfältig, was die Reform für Ihre Steuern bedeutet. Je nachdem sinkt oder steigt Ihre Steuerbelastung – und sie hat Folgen für die Vorsorge und Pensionierung. Sie sollten zudem prüfen, wie Sie bereits jetzt Ihre Steuerbelastung nachhaltig verbessern können. Die wichtigsten Ansatzpunkte sind Altersvorsorge, Liegenschaften und Geldanlagen.
Sie möchten mehr erfahren? Bestellen Sie das kostenlose Merkblatt oder sprechen Sie mit einer Fachperson im VZ.
Lernen Sie unser Angebot kennen
-
-
Getrennte Steuererklärung: Die Folgen für Ehepaare
Merkblatt
-