Geldanlagen
Diese vier US-Aktienindizes sollten Anleger kennen
Wer in den US-Aktienmarkt investieren möchte, findet eine grosse Auswahl an ETF und Indexfonds vor. Allerdings sollte vor der Produktauswahl zunächst die Wahl des passenden Indexes im Mittelpunkt stehen.
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8. Juli 2026
Am vergangenen Samstag jährte sich in den USA der Independence Day zum 250. Mal. Aus Anlegersicht lohnt sich der Blick über die Feierlichkeiten hinaus auf den US-Aktienmarkt, der zu den wichtigsten der Welt zählt.
Für Anleger bietet die grösste Volkswirtschaft der Welt eine breite Auswahl an Indizes, die unterschiedliche Segmente des Marktes abdecken und von zahlreichen ETF und Indexfonds abgebildet werden.
Ein Vergleich zeigt jedoch, dass sich diese Indizes nicht nur in ihrer Zusammensetzung, sondern auch in ihrer Entwicklung deutlich unterscheiden können. Seit 2015 erzielten die vier wichtigen Indizes S&P 500, MSCI USA, Dow Jones Industrial Average und Russell 2000 unter Berücksichtigung der Dividenden durchschnittliche Jahresrenditen zwischen 8,6 und 12,3 Prozent.
Die Jahresrenditen des Russell 2000 schwankten dabei deutlich stärker als jene der anderen Indizes. Während der ersten Coronawelle im Jahr 2020 verzeichnete der Index mit rund 42 Prozent zudem den grössten Kursrückgang. Die anderen drei Indizes gaben im selben Zeitraum zwischen 33 und 37 Prozent nach.
Diese Abweichungen zeigen auf, dass die Zusammensetzung eines Index einen wesentlichen Einfluss auf dessen Rendite- und Risikoeigenschaften hat. Anleger sollten die verschiedenen Indizes deshalb vor einer Investition sorgfältig prüfen.
So setzt sich der MSCI USA aktuell aus den 527 grössten US-Titeln nach Marktkapitalisierung zusammen und deckt 85 Prozent der Marktkapitalisierung in den USA ab. Der S&P 500 hingegen besteht aus den 500 grössten US-Titeln nach Marktkapitalisierung.
Die beiden Indizes geben die Verhältnisse am US-Aktienmarkt am besten wieder. Eine Investition in MSCI USA und S&P 500 eignet sich somit vor allem für Anleger, die breit diversifiziert in den US-Aktienmarkt anlegen wollen. Bei beiden Indizes sind die drei Titel mit der aktuell grössten Gewichtung NVIDIA, Apple und Microsoft. Auch die grössten Sektoren sind bei beiden Indizes identisch: Technologie, Finanzen und Kommunikationsdienstleistungen.
Einen anderen Ansatz verfolgt der Russell 2000. Der Index umfasst 2000 kleinere US-Unternehmen und bietet damit Zugang zum Nebenwertesegment des US-Aktienmarktes. Die drei grössten Positionen machen zusammen weniger als 4 Prozent des Indexes aus, wodurch die Konzentration deutlich tiefer ausfällt als bei den marktkapitalisierten Indizes.
Für Anleger, die die dominierenden Grosskonzerne aus dem Technologiesektor weniger stark gewichten möchten, kann der Russell 2000 eine interessante Alternative sein. Die Sektoren mit dem grössten Gewicht sind Industrie, Gesundheitswesen und Technologie. Da Aktien von kleineren Firmen historisch betrachtet den grösseren Wertschwankungen unterlagen, setzt eine Anlage in diesen Index eine höhere Risikobereitschaft voraus.
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Der Dow Jones Industrial Average zählt zu den bekanntesten und ältesten Aktienindizes. Er wurde bereits im Jahr 1884 lanciert und stellt heute eine Alternative zu den marktkapitalisierten Indizes dar. Der Index umfasst lediglich 30 grosse US-Unternehmen und ist deshalb deutlich konzentrierter.
Zudem erfolgt die Aufnahme nicht nach festen Regeln, sondern durch die Entscheidung eines Komitees. Die grössten Positionen sind Goldman Sachs, Caterpillar und Microsoft. Die höchsten Sektorengewichte entfallen auf Finanzen, Technologie und Industrie.
Die vier Indizes unterscheiden sich damit deutlich hinsichtlich Marktabdeckung, Konzentration und Risikoprofil. Während MSCI USA und S&P 500 den breiten US-Aktienmarkt abbilden, fokussiert sich der Russell 2000 auf kleinere Unternehmen und der Dow Jones auf eine begrenzte Auswahl etablierter Grosskonzerne. Entsprechend fallen auch die Rendite- und Risikoeigenschaften unterschiedlich aus.
Für Anleger ist deshalb nicht allein entscheidend, welcher ETF oder Indexfonds gewählt wird, sondern welcher Index dahintersteht. Die Wahl des passenden Indexes sollte sich daher an den Anlagezielen, der gewünschten Diversifikation und der individuellen Risikobereitschaft orientieren.
Ebenso wichtig ist es, den gewählten Index nicht isoliert zu betrachten, sondern im Kontext des gesamten Portfolios zu beurteilen. Erst das Zusammenspiel aller Anlagen entscheidet darüber, wie ausgewogen die Vermögensanlage insgesamt aufgestellt ist.
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