Die Pensionierung aufschieben?

Immer mehr Erwerbstätige arbeiten nach der Pensionierung weiter. Die Verlängerung des Erwerbslebens bringt auch finanzielle Vorteile.

Erwerbstätige im Rentenalter können ihre Pensionskasse in der Regel fortführen – längstens bis 70. Dadurch steigen ihre Altersleistungen. Weiterhin möglich sind auch freiwillige Einkäufe, die sich steuerlich absetzen lassen. Wer sein PK-Guthaben oder einen Teil davon in Kapitalform beziehen möchte, sollte sich spätestens drei Jahre vor der geplanten Pensionierung einkaufen.

Wenn die Pensionskasse keinen Aufschub der Altersleistungen vorsieht, kann es vorteilhaft sein, mindestens einen Teil des PK-Guthabens auszahlen zu lassen, damit das steuerbare Einkommen nicht unnötig steigt. Renten der Pensionskasse sind wie AHV-Renten als Einkommen zu versteuern.

Steuermindernd wirkt sich auch ein möglichst später Bezug von Freizügigkeitsguthaben aus, weil man die Zins- und Dividendenerträge auf einem Freizügigkeitskonto nicht als Einkommen und das Guthaben nicht als Vermögen versteuern muss.

Auch nach Erreichen des AHV-Rentenalters darf man in die gebundene Vorsorge 3a einzahlen, wenn man weiterarbeitet – Männer längstens bis 70, Frauen bis 69.

Ohne Pensionskassenbeiträge dürfen Erwerbstätige 20 Prozent ihres Einkommens in die Säule 3a einzahlen, höchstens aber 34'128 Franken (Stand: 2019). In vielen Kantonen ist der allgemeine Versicherungsabzug in der Steuererklärung höher, wenn keine Beiträge mehr an die Altersvorsorge geleistet werden. Das macht eine Einzahlung in die dritte Säule unter Umständen unattraktiv.

Aufschub der Rente prüfen

Erwerbstätige, die mit 65 noch nicht auf die AHV-Rente angewiesen sind, sollten einen Aufschub der Rente prüfen. So bekommen sie später eine höhere Rente und sparen zudem noch Steuern. Der Rentenbezug erhöht das steuerbare Einkommen. Je nachdem, wie hoch die übrigen Einkünfte sind, gehen über 40 Prozent der AHV-Rente an den Fiskus.

Die erste Rentenzahlung kann man ein bis fünf Jahre hinausschieben. Die AHV-Rente eines Mannes, der den Bezug bis 70 hinausschiebt, fällt 31,5 Prozent höher aus. Auf eine definitive Aufschubdauer muss man sich nicht sofort festlegen: Wenn die Mindestdauer von einem Jahr abgelaufen ist, kann man die erste Rente jederzeit abrufen.

AHV-Beiträge auf Einkommen, Renten und Vermögen

Wer das ordentliche Rentenalter erreicht hat und weiterhin erwerbstätig ist, muss auch weiterhin AHV-Beiträge zahlen. Beiträge werden allerdings nur auf dem Einkommen erhoben, das den Freibetrag von 1400 Franken pro Monat oder 16’800 Franken pro Jahr übersteigt.  Wer verschiedene Tätigkeiten ausübt und dafür separat entlohnt wird, kann den Freibetrag für jede dieser Tätigkeiten geltend machen. Das gilt zum Beispiel dann, wenn man bei zwei Arbeitgebern angestellt ist, oder wenn man zusätzlich mit einer selbstständigen Tätigkeit Geld verdient.

Diese AHV-Beiträge führen zwar nicht mehr zu einer höheren Rente. Sie entbinden aber unter Umständen den nicht erwerbstätigen Ehepartner, der noch nicht im AHV-Alter ist, von seiner Beitragspflicht. Die Beiträge für Nichterwerbstätige richten sich nach dem Vermögen und dem Renteneinkommen. Sie können bis zu 24'100 Franken pro Jahr betragen. Bezahlt ein erwerbstätiger Ehepartner im Rentenalter mindestens 964 Franken AHV-Beiträge im Jahr, entfällt die Beitragspflicht für den nichterwerbstätigen Partner.

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