Binance-Hack: Wie sicher sind Bitcoin und Co. auf Kryptobörsen?
VZ Analyse
Rund 6,3 Milliarden US-Dollar – so viel haben Hacker noch nie bei einer Kryptobörse erbeutet. Die Spur führt nach Nordkorea, der Bitcoin-Kurs fällt. Das Bitcoin-Netzwerk selbst blieb unberührt. Doch der Fall zeigt, wie wichtig die Frage der Verwahrung ist.
Publiziert 30. Okt 2026
Autor
Kevin Kuhn
Funktion Anlageexperte
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Am Donnerstagabend fallen auf der Blockchain ungewöhnlich grosse Abflüsse bei Binance auf, der grössten Kryptobörse der Welt. Wenige Stunden später ist klar: Es ist der grösste Diebstahl in der Geschichte der Kryptowährungen. Binance beziffert den Schaden inzwischen auf rund 6,3 Milliarden US-Dollar. Der bisherige Rekord, der Hack der Börse Bybit im Februar 2025, lag bei rund 1,5 Milliarden.
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Der Bitcoin-Kurs reagierte prompt. Von rund 81'800 Dollar fiel er über Nacht auf etwa 76'400 Dollar, ein Minus von über 6 Prozent. Innert 24 Stunden wurden Positionen von über 1,5 Milliarden Dollar zwangsweise aufgelöst – vor allem von Anlegern, die mit geliehenem Geld auf steigende Kurse gesetzt hatten. Allerdings stand der Markt schon vor dem Hack unter Druck.
Ein Laptop als Einfallstor
Angegriffen wurde nicht das Bitcoin-Netzwerk, sondern die Systeme der Börse. Nach Angaben von Binance war vermutlich der Laptop eines Mitarbeiters das Einfallstor. Von dort gelangten die Angreifer in interne Systeme und lösten unberechtigte Auszahlungen aus. Hinweise, dass die geheimen Schlüssel der Börse gestohlen wurden, gebe es keine. Offen ist, warum Auszahlungen in dieser Höhe an neue Adressen nicht zusätzlich geprüft oder begrenzt wurden.
Binance stoppte Ein- und Auszahlungen. Einzahlungen funktionieren inzwischen wieder, Auszahlungen sollen innert 48 Stunden folgen. Rund 3 Milliarden Dollar konnten eingefroren werden, unter anderem von den Herausgebern der Stablecoins Tether und Circle. Möglich ist das, weil diese Firmen Guthaben in ihren Stablecoins sperren können. Bei Bitcoin gibt es keine solche zentrale Stelle: Gestohlene Bitcoin lassen sich höchstens auf ihrem Weg verfolgen, etwa wenn sie bei einer Börse landen. Den Rest will Binance aus einem eigenen Notfallfonds und mit Firmengeldern decken. Die Kundengelder seien sicher – so die Börse selbst.
Die Spur führt nach Nordkorea
Analysefirmen ordnen den Angriff mit hoher Wahrscheinlichkeit einer nordkoreanischen Hackergruppe zu, die zur bekannten Lazarus-Gruppe gezählt wird. Offiziell bestätigt ist das noch nicht. Das Muster ist aber bekannt: Bereits 2025 erbeuteten nordkoreanische Hacker laut der Analysefirma Chainalysis über 2 Milliarden Dollar – rund 60 Prozent aller gestohlenen Kryptowerte. Ihr Ziel sind selten einzelne Anleger, sondern Börsen und Plattformen, bei denen viel Geld an einem Ort liegt.
Nicht neu, aber immer teurer
Neu ist das Problem nicht. 2014 ging die Handelsplattform Mt. Gox nach dem Verlust von Kundengeldern bankrott, 2022 die Kryptobörse FTX (mehr dazu in unserer Analyse «Bitcoin wird volljährig»). Das Bitcoin-Netzwerk lief jedes Mal weiter.
In der Bitcoin-Community gilt deshalb ein einfacher Grundsatz: Wer die Schlüssel hat, hat die Bitcoin. Wer Bitcoin auf einer Börse liegen lässt, besitzt rechtlich oft nur einen Anspruch gegenüber der Börse – nicht die Bitcoin selbst.
Bei einer Schweizer Bank regelt das sogenannte DLT-Gesetz seit 2021, dass Bitcoin und Kryptowerte bei einem Konkurs nicht in die Konkursmasse fallen. Das gilt auch für VZ-Kunden, die ihre digitalen Vermögenswerte bei der VZ Depotbank aufbewahren.
Die Verwahrung gehört zum Anlageentscheid
Welche Verwahrung passt, hängt von Betrag, Erfahrung und eigenen Bedürfnissen ab. Eine perfekte Lösung für alle gibt es nicht. Für Anleger, die Bitcoin und andere Kryptowerte über längere Zeit halten, ist die Wahl der Verwahrung aber ebenso wichtig wie der Kaufentscheid selbst.
Wie hoch der Schaden bei Binance am Ende ausfällt, ist noch offen. Das hängt vor allem davon ab, wie viel der eingefrorenen Gelder zurückgeholt werden kann.
In eigener Sache: Sichere Verwahrung beim VZ Wer in Bitcoin oder andere digitale Assets investieren möchte und Wert auf eine sichere Verwahrung legt, findet beim VZ eine einfache Lösung. Kauf und Verwahrung erfolgen bei einem FINMA-lizenzierten Partner, die Übersicht über das Depot bietet das VZ Finanzportal. Mehr dazu: VZ Krypto-Assets |
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