VZ Analyse
Mit ABB und Richemont haben zwei der grössten Schweizer Unternehmen mit starken Zahlen vorgelegt. Wie schneiden weitere wichtige heimische Firmen ab? Die nächste Woche wird es zeigen.
Publiziert vor 8 Stunden
Beschreibung
Die Berichtssaison zum den Halbjahreszahlen nimmt in der Schweiz langsam Fahrt auf. Anleger erhalten in den nächsten Tagen einen breiten Einblick in die Geschäftsentwicklung der heimischen Unternehmen. Neben zahlreichen SMI-Konzernen publizieren auch bekannte Firmen aus der zweiten Reihe ihren Semsterausweis. Dabei wird sich zeigen, welche Unternehmen ihren guten Lauf fortsetzen konnten und wo die schwache Nachfrage oder andere Belastungen Spuren hinterlassen haben.
Hält der Aufschwung im Gesundheitssektor?
Mit Novartis, Roche, Lonza und Galderma legen gleich vier bedeutende Unternehmen aus dem Gesundheitssektor ihre Ergebnisse vor. Der Sektor gehörte in den vergangenen Wochen und Monaten zu den Gewinnern. Nun können die Geschäftszahlen den Lauf bestätigen.
Roche (23. Juli)
Bei Novartis und Roche richtet sich der Blick vor allem auf die wichtigsten Medikamente und das Wachstum des gesamten Konzerns. Roche überzeugte zuletzt stärker. Für eine positive Reaktion dürfte auch entscheidend sein, ob der Konzern seine Position im wichtigen Markt für Abnehmmedikamente verbessern konnte.
Novartis (21. Juli)
Bei Novartis hat sich das Wachstum nach mehreren starken Quartalen abgeschwächt. Auslaufende Patente und die Konkurrenz durch Generika belasteten das Geschäft. Die neuen Zahlen werden zeigen, ob dieser Druck anhält oder Novartis wieder stärker wächst.
Galderma (23. Juli)
Auch bei Galderma steht das Wachstum im Zentrum. Der Dermatologiespezialist entwickelte sich bisher deutlich dynamischer als der Gesamtmarkt. Setzt sich dieser Trend fort, könnte die Aktie weiter profitieren. Der geplante Aufstieg in den SMI im September dürfte dem Unternehmen zusätzlich Aufmerksamkeit verschaffen.
Lonza (22. Juli)
Lonza profitiert als Zulieferer der Pharmaindustrie von einer steigenden Nachfrage. Am Mittwoch wird sich zeigen, wie stark sich dieses günstige Umfeld im Ergebnis des ersten Halbjahres niedergeschlagen hat. Eine gute Auslastung und volle Auftragsbücher könnten weitern Rückenwind verleihen.
Steigende Absatzmengen als Hoffnung
Nestlé und Lindt & Sprüngli enttäuschten zuletzt mit einer schwachen Volumenentwicklung. Gleichzeitig hatten beide Unternehmen mit eigenen Problemen zu kämpfen.
Nestlé (23. Juli)
Nach mehreren Wechseln an der Konzernspitze ist bei Nestlé inzwischen mehr Ruhe eingekehrt. Im ersten Quartal erzielte der Konzern wieder organisches Wachstum, was die Börse positiv aufnahm. Für die Bewertung der Halbjahreszahlen dürfte nun vor allem entscheidend sein, ob sich die Absatzmengen verbessert haben. Steigende Margen würden dem Aktienkurs zusätzlichen Auftrieb geben.
Lindt & Sprüngli (21. Juli)
Ähnlich ist die Lage bei Lindt & Sprüngli. Der Schokoladenhersteller litt unter stark schwankenden Kakaopreisen und musste in wichtigen Märkten die Verkaufspreise senken. Barry Callebaut erzielte zuletzt immerhin ein leichtes Volumenwachstum. Eine vergleichbare Entwicklung dürfte auch bei Lindt & Sprüngli nötig sein, damit die Halbjahreszahlen überzeugen.
Givaudan (23. Juli)
Givaudan spürte zuletzt ebenfalls eine schwächere Nachfrage aus der Lebensmittelindustrie. Höhere Absatzmengen bei Düften und Kosmetikprodukten konnten diese Entwicklung teilweise ausgleichen. Eine Erholung des Lebensmittelgeschäfts könnte das Wachstum wieder beschleunigen. Daneben werden die Anleger besonders auf die Margen achten.
Unterschiedliche Ausgangslagen in der Industrie
ABB hat die Messlatte hoch gelegt. Der grösste Schweizer Industriekonzern profitiert weiterhin vom Ausbau der Rechenzentren und meldete einen deutlich höheren Auftragseingang.
Belimo (20. Juli)
Von diesem strukturellen Wachstum profitiert auch Belimo. Der Spezialist für Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik dürfte im ersten Halbjahr erneut von der steigenden Nachfrage nach energieeffizienten Gebäuden und Rechenzentren profitiert haben. Die Zahlen werden zeigen, wie stark sich dies in Umsatz und Gewinn niederschlug.
VAT (22. Juli)
VAT ist als Zulieferer der Halbleiterindustrie noch direkter am KI-Boom beteiligt. Nach dem starken Anstieg der Aktie sind die Erwartungen entsprechend hoch. Ein sehr gutes Halbjahresergebnis und ein hoher Auftragsbestand dürften bereits im Kurs eingerechnet sein. Enttäuscht VAT bei einem dieser Punkte, könnte die Aktie deutlich reagieren.
Kühne + Nagel (23. Juli)
Bei Kühne + Nagel sind die Vorzeichen anders. Das Unternehmen musste zuletzt den angekündigten Abstieg aus dem SMI hinnehmen. Als einer der führenden Anbieter komplexer Logistiklösungen könnte der Konzern jedoch von veränderten Transportwegen und einer höheren Nachfrage infolge des Iran-Konflikts profitiert haben. Die Halbjahreszahlen werden zeigen, ob sich dies im Geschäft bemerkbar machte.
Können die Privatbanken mit den US-Banken mithalten?
Zum Auftakt der US-Berichtssaison überzeugten die grössten Banken mit Rekordergebnissen (lesen Sie hier mehr dazu). Nun stellt sich die Frage, ob die Schweizer Privatbanken EFG International, Julius Bär und Vontobel ebenfalls von den günstigen Marktbedingungen profitiert haben.
Vontobel (24. Juli)
Wie ihre US-Konkurrenten dürften die Schweizer Institute höhere Handelserträge und die gestiegenen Aktienkurse unterstützt haben. Dies gilt besonders für Vontobel, die stark im Asset Management und mit Anlageprodukten vertreten ist. Steigen zusätzlich die verwalteten Vermögen, dürfte der Halbjahresbericht positiv ausfallen.
EFG International (22. Juli)
Bei EFG International steht das Wachstum der verwalteten Kundengelder im Vordergrund. Gleichzeitig muss die Bank trotz ihrer Expansion die Kosten kontrollieren. Gelingt beides, könnten sich die Margen verbessern und ein weiteres positives Signal senden.
Julius Bär (21. Juli)
Julius Bär braucht ebenfalls überzeugende Zahlen. Die Bank litt in den vergangenen Jahren unter einer Vertrauenskrise und will wieder mehr Kundengelder anziehen. Starke Netto-Neugeldzuflüsse wären deshalb ein wichtiger Schritt zurück zu nachhaltigem Wachstum.
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