US-Banken erzielen Rekordergebnisse
VZ Analyse
Der Auftakt in die Berichtssaison zum zweiten Quartal ist geglückt. Die US-Banken überzeugten mit starken Ergebnissen und profitierten von einem günstigen Marktumfeld. Auch für die kommenden Monate bleiben die Aussichten positiv.
Publiziert vor 7 Stunden
Autor
Christian Huber
Funktion Anlageexperte
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Der Auftakt in die Berichtssaison zum zweiten Quartal ist geglückt. Die US-Banken überzeugten mit starken Ergebnissen und profitierten von einem günstigen Marktumfeld. Auch für die kommenden Monate bleiben die Aussichten positiv.
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Factsheet
Die Mitte des Jahres 2026 ist erreicht, und die US-Unternehmen präsentieren ihre Zahlen für das zweite Quartal. Den Auftakt machen traditionell die grössten Banken, die ihre Ergebnisse in den letzten beiden Tagen veröffentlichten. Die jüngsten Zahlen zeigen: Die Branche profitiert von einem aussergewöhnlich guten Umfeld und erzielt teilweise neue Rekorde.
Erwartungen klar übertroffen
Wells Fargo eröffnete am Dienstag die Berichtssaison der Grossbanken. Die auf Privat- und Geschäftskunden ausgerichtete Bank profitierte von robusten Konsumausgaben und übertraf die Erwartungen bei Umsatz und Gewinn deutlich. Kurz darauf veröffentlichte JPMorgan seine Ergebnisse. Auch die grösste US-Bank schnitt klar besser ab als erwartet.
Danach folgten Bank of America, Goldman Sachs und Citigroup sowie am Mittwoch Morgan Stanley, Bank of New York Mellon und der weltweit grösste Vermögensverwalter BlackRock. Das Bild blieb gleich: Sämtliche Institute übertrafen die Gewinn- und Umsatzerwartungen der Analysten.
Einige Banken erzielten Rekordergebnisse. JPMorgan verbuchte sogar das beste Quartalsergebnis, das eine US-Bank je erreicht hat. Gleichzeitig erzielte das Institut in allen wichtigen Geschäftsbereichen neue Höchstwerte.
Waren die Analysten zu pessimistisch? Nicht grundsätzlich. Sie unterschätzten jedoch die Stärke des Umfelds an den Aktienmärkten und die Widerstandsfähigkeit der US-Wirtschaft.
Starkes Umfeld und Spezialereignisse
Die Kombination aus steigenden Aktienkursen und hoher Volatilität bescherte den US-Banken ein ausserordentlich starkes Handelsgeschäft. Besonders im Aktienhandel legten die Erträge zu: JPMorgan steigerte den Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 86 Prozent, Goldman Sachs um 72 Prozent und Morgan Stanley um 69 Prozent.
Bei JPMorgan kamen Sondereffekte hinzu. Der Verkauf von Visa-Aktien und weitere Aktiengeschäfte erhöhten den Gewinn um insgesamt 5,6 Milliarden Dollar.
Auch das Investmentbanking entwickelte sich stark. Goldman Sachs, Bank of America, Morgan Stanley und JPMorgan steigerten ihre Erträge in diesem Bereich deutlich. Höhere Gebühreneinnahmen trieben das Geschäft an.
Einen Beitrag zu den guten Ergebnissen dürfte auch der Rekordbörsengang von SpaceX geleistet haben. Zwar hoben die Banken den Börsengang nicht ausdrücklich hervor, und Goldman Sachs bezeichnete den Einfluss sogar als unwesentlich. Auffallend bleibt dennoch, dass Goldman Sachs und Morgan Stanley die führenden Rollen beim Börsengang übernahmen und auch mehrere andere Grossbanken beteiligt waren.
Darüber hinaus konnten die Banken aber auch vom erhöhten Zinsniveau und der weiterhin hohen Nachfrage der Privatkunden profitieren. Jamie Dimon, der CEO von JPMorgan, verwies ausserdem auf die resiliente US-Wirtschaft mit weiterhin hohen Investitionen der Unternehmen und einem nach wie vor starken Arbeitsmarkt.
Banken zeigen sich zuversichtlich
Die Ergebnisse der Grossbanken sind auch deshalb wichtig, weil die Institute einen breiten Einblick in die wirtschaftliche Entwicklung erhalten. In den Präsentationen fielen vor allem zwei Aussagen auf.
Erstens verkraften die US-Wirtschaft und die Konsumenten die höheren Preise, insbesondere im Energiebereich, bisher gut. Die Banken sehen keine deutlichen Anzeichen für einen breiten Einbruch der Nachfrage.
Zweitens hoben mehrere Institute die positiven Folgen der künstlichen Intelligenz hervor. Der KI-Boom stützte die Aktienmärkte und damit das Handels- und Vermögensverwaltungsgeschäft. Gleichzeitig nutzen die Banken KI, um ihre Abläufe effizienter zu gestalten. Zudem finanzieren und begleiten sie die hohen Investitionen in Rechenzentren, Energieversorgung und weitere Infrastruktur.
Für Zuversicht spricht auch die hohe Aktivität bei Fusionen und Übernahmen. Goldman Sachs berichtete, dass sich der Auftragsbestand in diesem Geschäft auf dem höchsten Stand seit fünf Jahren befinde. Dies schaffe eine gute Grundlage für steigende Gebühreneinnahmen in den kommenden Quartalen.
Die Rekordergebnisse lassen sich damit nicht auf einen einzelnen Faktor zurückführen. Starke Kapitalmärkte, robuste Konsumenten, hohe Unternehmensinvestitionen und ein wachsendes Transaktionsgeschäft wirken gleichzeitig. Solange dieses Umfeld anhält, bleiben die Aussichten für die US-Banken – aber auch die Konjunktur insgesamt – positiv.
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