Nachlass

So muss der überlebende Partner das Eigenheim nicht aufgeben

Wenn Ehepaare keine Regelung für den Todesfall treffen, kann es zu Problemen mit dem Haus kommen. Denn dem überlebenden Elternteil könnte das Geld fehlen, um die Kinder auszuzahlen.

Sarah Wagner

Nachlassexpertin

Das Haus verkaufen, um den Kindern ihren Erbanteil auszuzahlen: Viele Eheleute möchten nicht, dass es dazu kommt. Für sie ist es besser, wenn die Kinder erst erben, wenn auch der zweite Elternteil stirbt. Darum sichern sie sich mit einer Meistbegünstigung so gut wie möglich ab. In einem Ehevertrag weisen sie sich die ganze Errungenschaft zu. Das ist der Teil des Vermögens, den sie während der Ehe gemeinsam aufgebaut haben – meistens auch das Eigenheim. Indem sie ihre Kinder in einem Testament oder Erbvertrag auf den gesetzlichen Pflichtteil setzen, verringern sie deren Anspruch weiter.

Unter Umständen muss der überlebende Partner das Eigenheim trotzdem verkaufen, um die Pflichtteile der Kinder auszuzahlen. Das lässt sich vermeiden, indem sich die Ehepartner gegenseitig die sogenannte Nutzniessung am gesetzlichen Erbanteil der Kinder zuteilen. 

Das heisst: Sie weisen das Eigenheim ganz oder teilweise ihren Kindern zu und sichern sich das Recht, ein Leben lang darin zu wohnen oder das Eigenheim zu vermieten und mit den Einnahmen den Lebensunterhalt zu decken. Nutzniesser zahlen den Unterhalt, die Nebenkosten und die Steuern für das Eigenheim. Auslagen wie Hypozinsen und Gebäudeversicherungen dürfen sie von ihrem steuerbaren Einkommen abziehen.

Mit der Erbrechtsrevision verringert sich der Pflichtteil der Kinder. Ab 2023 können sich Ehepaare gegenseitig 1/2 des Nachlasses zu Eigentum und 1/2 zur lebenslangen Nutzniessung zusprechen.

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