ETF oder Fonds: Was ist besser?
Geldanlagen
Für Anlegerinnen und Anleger lohnt es sich in der Regel, in passive ETF statt in aktiv gemanagte Anlagefonds Fonds zu investieren. Aktive Fonds sind deutlich teurer als ETF. Zudem schaffen es die allermeisten aktiven Fonds nicht, ihren Vergleichsindex längerfristig zu schlagen und damit ihre Mehrkosten zu rechtfertigen. Das dürfte auch für aktiv verwaltete ETF gelten, die immer zahlreicher werden und die ursprüngliche Idee von ETF verwässern, einfach einen Index möglichst genau abzubilden.
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9. Oktober 2026
Die Anlagephilosophie von aktiven Anlagefonds unterscheidet sich deutlich von jener, die klassische ETF verfolgen. ETF bilden einen bestehenden Index wie zum Beispiel den Swiss Market Index (SMI) eins zu eins nach. Da die Aktien durch den Index vorgegeben sind und nicht ausgewählt werden müssen, spricht man bei ETF auch von passiven Fonds.
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Das Ziel von aktiven Fonds dagegen ist, eine höhere Rendite zu erzielen als der Vergleichsindex. Um dieses Ziel zu erreichen, muss das Fondsmanagement gezielt vom Index abweichen – sei es durch die Auswahl anderer Titel oder durch eine bewusste Abweichung von der Gewichtung einzelner Aktien. Dieser Ansatz beinhaltet für Anleger sowohl Chancen als auch Risiken.
Mehrere Gründe sprechen dafür, besser in ETF zu investieren als in Fonds
- Aktive Fonds verlangen schnell einmal 1 bis 2 Prozent der Anlagesumme an Verwaltungsgebühren jedes Jahr, ETF oft nur um die 0,2 Prozent. Sie rechtfertigen die höheren Kosten mit dem Versprechen, eine höhere Rendite zu erzielen als ein vergleichbarer ETF. Bevor aber überhaupt eine Mehrrendite entsteht, muss das Fondsmanagement zuerst den Kostennachteil gegenüber ETF aufholen.
Zahlreiche Studien belegen: Die grosse Mehrheit der aktiven Fonds erzielt über mehrere Jahre hinweg tiefere Renditen als vergleichbare ETF (siehe Grafik). Die wenigen aktiven Fonds, die besser abschneiden als ihr Vergleichsindex, lassen sich erst im Nachhinein zuverlässig erkennen. Wer in aktive Fonds investiert, geht folglich ein grosses Risiko ein, eine schlechtere Rendite zu erzielen als mit einem ETF.
- Banken empfehlen aktive Fonds vor allem aus eigenem Interesse. Oft handelt es sich dabei um Fonds, welche die Bank selbst herausgibt. An eigenen Produkten verdient die Bank eine höhere Marge, als wenn sie solche von anderen Anbietern vertreibt oder ETF empfiehlt. Sehr oft schneiden solche bankeigenen Produkte höchstens mittelmässig ab. Bei den Depot-Checks des VZ VermögensZentrums zeigt sich regelmässig, dass eigene Fonds einen grossen Anteil der Depots ausmachen und die Rendite spürbar schmälern.
- Eine Studie des VZ zeigt, dass viele Fonds kaum von ihrem Vergleichsindex abweichen, in Wirklichkeit also praktisch so passiv sind wie ein ETF, obwohl sie höhere Gebühren verlangen. Viele Fondsmanager scheuen den Ärger mit Anlegern oder Vorgesetzten, der droht, falls ihr Fonds deutlich schlechter abschneidet als der Index.
- Ein oft gehörtes Argument für aktive Fonds lautet, dass sie dank dem aktiven Management bei Marktkorrekturen Kursverluste reduzieren können. Studien zeigen allerdings, dass aktive Fonds in solchen Marktphasen im Durchschnitt ähnlich hohe Verluste erzielen wie ihre Vergleichsindizes. Zwar gibt es Fonds, die ihre Verluste tatsächlich reduzieren können – es gibt aber auch solche, die deutlich mehr verlieren als der Markt.
- Die Werbung für aktive Aktienfonds klingt oft verlockend. Eine spannende Investment-Story wird untermauert mit beeindruckenden Charts, die den Erfolg der Produkte belegen sollen. Die Angaben sind nicht falsch, manche Dinge aber verzerrt dargestellt. So wird zum Beispiel nur die Performance für Zeiträume gezeigt, in denen sie besonders stark war, oder die erzielte Rendite wird mit unpassenden Indizes verglichen.
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Immer mehr ETF sind nicht passiv, sondern aktiv
An der Schweizer Börse SIX werden mittlerweile über 2000 ETF gehandelt. Dank des grossen ETF-Angebots können Anleger heute eine langfristig erfolgreiche und breit diversifizierte Anlagestrategie ausschliesslich mit ETF umsetzen. Damit gehen sie anders als mit aktiven Anlagefonds keine Experimente ein, weil sie immer etwa gleich viel gewinnen und verlieren wie der Markt.
Anleger müssen heute allerdings genau hinschauen, welche ETF sie kaufen. Es kommen nämlich immer mehr ETF auf den Markt, die nicht einfach einen Index möglichst genau nachbilden, sondern wie aktive Fonds versuchen, mit gezielten Anlageentscheiden eine Mehrrendite zu erwirtschaften. Inzwischen wird mehr als jeder sechste an der Schweizer Börse gehandelte ETF aktiv verwaltet.
Diese aktiven ETF unterscheiden sich von aktiven Fonds primär durch ihre Verpackung und ihre Verwaltungsgebühren. Zwar sind aktive ETF in der Regel günstiger als aktive Anlagefonds, oft aber deutlich teurer als passive ETF. Bei vielen aktiven ETF ist die Erfolgsbilanz noch wenig aussagekräftig, weil die Produkte erst seit kurzer Zeit bestehen. Grundsätzlich gelten für aktive ETF aber dieselben Chancen und Risiken wie für traditionelle aktive Fonds. Wer vom Markt abweicht, kann besser abschneiden, aber auch deutlich schlechter.
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