Geldanlagen

Aktive Fonds mildern Kursverluste in Krisenzeiten – stimmt das?

Aktive Fonds werben damit, dass sie bei Marktkorrekturen die Kursverluste reduzieren können – indem sie Risiken frühzeitig erkennen und riskante Titel rechtzeitig abstossen. Eine VZ-Auswertung der vergangenen Börsenkrisen zeigt jedoch ein anderes Bild.

Luca Liebi

Funktion Anlageexperte

Publiziert am

4. März 2026

Viele Anlegerinnen und Anleger fragen sich, wie sie ihr Geld in Zeiten von grösseren Börsenkorrekturen schützen können. Immer wieder glauben sie den Versprechen von Managern von aktiven Fonds. Oft hört man, dass es ihnen gelänge, Risiken frühzeitig zu erkennen, riskante Titel rechtzeitig abzustossen und defensivere Unternehmen ins Portfolio zu nehmen. So sei es möglich, bei Marktkorrekturen geringere Kursverluste hinzunehmen als der Gesamtmarkt. 

Die VZ-Auswertungen zeigen aber: Das Versprechen von aktiven Fonds, in Korrekturen die Verluste systematisch zu reduzieren, lässt sich insgesamt nicht bestätigen. Anleger gehen sogar das Risiko ein, höhere Verluste zu erleiden.

Das VZ hat untersucht, wie sich aktive Fonds bei Börsenkorrekturen entwickelt haben. Dazu wurden die jeweils drei grössten Korrekturen der letzten zehn Jahre in den sechs Anlageregionen Schweiz, Global, USA, Europa, Japan sowie Schwellenländer analysiert und die Renditen von aktiven Aktienfonds dem jeweiligen Vergleichsindex gegenübergestellt. Die Analyse berücksichtigt aufgrund der Datenverfügbarkeit nur Produkte, welche diese Krisen überlebt haben und weiterhin verfügbar sind. 

Dadurch werden die Ergebnisse tendenziell positiv verzerrt. Die Analyse der jeweils drei grössten Marktrückgänge in den sechs untersuchten Regionen zeigt ein klares Muster: Aktive Fonds schneiden in Zeiten von Korrekturen im Mittel nicht besser ab als der Vergleichsindex. In 8 der untersuchten 18 Korrekturen liegen die Fonds im Durchschnitt leicht vor dem Index, in 10 Korrekturen schneiden aktive Fonds im Durchschnitt schlechter ab.

Kein verlässlicher Krisenschutz in der grossen Finanzkrise 

In den letzten zehn Jahren gab es meist Aktienkorrekturen von 20 bis 30 Prozent. Deutlich grösser war der Rückschlag während der Finanzkrise: Von Oktober 2007 bis März 2009 verloren die sechs Anlageregionen zwischen 51 und 62 Prozent. 

Auch hier zeigt sich: Aktive Fonds schnitten im Mittel nicht besser ab als ihr jeweiliger Vergleichsindex. Fondsmanager konnten die Krise weder vorhersagen noch das Kapital schützen. Im Durchschnitt lag die Rendite von aktiven Aktienfonds sehr nahe beim jeweiligen Vergleichsindex. 

Von 153 Fonds erzielten lediglich 63, also nur 41 Prozent, eine bessere Rendite als der Index. Dies zeigt erneut, wie schwer es den Managern von aktiven Aktienfonds fällt, erfolgreiches Markttiming zu betreiben und Verluste systematisch zu minimieren. Ausserdem zeigt sich auch hier eine grosse Renditestreuung der einzelnen Fonds.

Besonders ausgeprägt ist dies in der Auswertung bei den globalen Aktienfonds. Während der beste Fonds lediglich 10 Prozent verlor, summierte sich das Minus beim schlechtesten Fonds auf 80 Prozent.

Fazit 

Aktive Fonds erzielen im Durchschnitt ähnliche Verluste wie ihre Vergleichsindizes. Eine allgemeine Fähigkeit, Verluste zu minimieren, ist nicht zu erkennen. Zwar gibt es einzelne Fonds, die bei Marktkorrekturen die Verluste reduzieren können. Ebenso finden sich Produkte, bei denen die Kursverluste grösser ausfallen. Anleger sollten sich daher fragen, ob sie die Chance auf geringere Kursverluste mit dem Risiko von noch höheren Verlusten bezahlen möchten.

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