Geldanlagen

Aktienfonds: Die meisten sind ihr Geld nicht wert

Aktienfonds belasten Anlegern jedes Jahr hohe Gebühren. Trotzdem schaffen es nur wenige Fondsmanager, ihren Vergleichsindex langfristig zu schlagen. Das zeigt eine Studie des VZ VermögensZentrums zu aktiv verwalteten Schweizer Aktienfonds.

Aktualisiert am

14. Juni 2026

Die meisten aktiv gemanagten Aktienfonds halten nicht, was sie versprechen – in vielen Wertschriftendepots sind sie darum fehl am Platz. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des VZ VermögensZentrums. Hier die wichtigsten Ergebnisse der Studie:

Aktienfonds sind teuer

Aktiv gemanagte Aktienfonds kosten deutlich mehr als passive Fonds wie ETF. Die jährlichen Gebühren (TER) von aktiven Fonds auf den Schweizer Aktienmarkt liegen im Durchschnitt bei rund 1,3 Prozent. ETF dagegen kosten im Schnitt nur 0,2 Prozent.

Die Fondsmanager begründen die Mehrkosten mit ihrem Aufwand für Analyse und Auswahl der Aktien. Diesen Aufwand betreiben sie, weil sie eine höhere Rendite als ihr Vergleichsindex erzielen wollen – sie versuchen, den Markt zu schlagen. ETF und andere Indexfonds sind viel günstiger, weil es dafür kein teures Fondsmanagement braucht.

Das Ziel von ETF ist es, Aktienindizes möglichst genau nachzubilden. Sie wollen also die Marktrendite erzielen. Das bedeutet: Immer so viel gewinnen oder verlieren wie der Markt.

Hohe Gebühren bedeuten weniger Rendite. Langfristig wirken jährliche Kosten wie ein negativer Zinseszinseffekt. Ein Beispiel: Werden je 100’000 Franken in einen aktiven Fonds mit jährlichen Gebühren von 1,2 Prozent und in einen vergleichbaren passiven Fonds mit 0,2 Prozent investiert, resultiert bei einer Bruttorendite von 5 Prozent nach fünf Jahren ein Vorteil von 5’917 Franken zugunsten des passiven Fonds. Nach 10 Jahren sind es 14’611 Franken, nach 20 Jahren sogar 44’566 Franken.

Die meisten Aktienfonds schlagen den Markt nicht

Aktive Aktienfonds müssten deutlich mehr Rendite liefern, um ihre Mehrkosten zu rechtfertigen. Doch das ist selten der Fall. Gemäss einer Auswertung des Fondsanalysehauses Morningstar schneiden bis zu 80 Prozent der Aktienfonds schlechter ab als der Markt – unabhängig davon, ob die Betrachtungsperiode 5, 10 oder 15 Jahre beträgt (vgl. Grafik unten). Das heisst, dass oft nur gerade einer von fünf aktiv verwalteten Fonds eine Überrendite erzielen kann. 

Hinzu kommt, dass die Suche nach den wenigen erfolgversprechenden Fonds für Anleger fast unmöglich ist, weil die besten Fonds der Vergangenheit nicht unbedingt auch künftig die besten sind. Studien zeigen: Häufig fallen Fonds, die heute zu den Besten gehören, ins Mittelfeld oder sogar in die unteren Ränge zurück.

Viele Aktienfonds kleben am Vergleichsindex

Überraschend viele aktive Fonds sind in Wirklichkeit passiv, denn sie weichen kaum von ihrem Vergleichsindex ab – das Fondsvermögen wird also gar nicht aktiv gemanagt. Für solche «Indexkleber» ist es praktisch unmöglich, die Rendite des Vergleichsindex nach Abzug der hohen Kosten zu übertreffen.

Es gibt verschiedene Gründe, weshalb ein aktiver Fonds nur einen kleinen Teil seines Vermögens tatsächlich aktiv investiert. Ein wichtiger Grund dürfte das Karriererisiko sein: Fondsmanager vermeiden grosse Abweichungen vom Vergleichsindex, um bei starken Minderrenditen keinen Konflikt mit Anlegern oder Vorgesetzten zu riskieren. Ausserdem ist der Aufwand für den Fondsmanager geringer, wenn weniger Analysen für die Titelselektion nötig sind – das spart Zeit und Kosten. Ein weiterer Grund kann das Fondsvolumen sein. Wenn ein Fonds viele Gelder anzieht, kann er nicht mehr beliebig in weniger liquide Aktien investieren und muss deshalb näher am Vergleichsindex bleiben.

Das Fazit der Studie ist ernüchternd: Die hohen Kosten von aktiven Fonds sind in vielen Fällen nicht gerechtfertigt. Für Anlegerinnen und Anleger ist es darum attraktiver, mit Indexfonds wie ETF direkt auf den Vergleichsindex zu setzen.

Diese Erkenntnisse der Studie sind bedeutend, weil aktiv verwaltete Fonds in Schweizer Wertschriftendepots oft über die Hälfte des gesamten Depotwerts ausmachen. Das zeigt eine Studie basierend auf tausenden von Depotanalysen, bei welchen Anlegerinnen und Anleger bei den unabhängigen Fachleuten des VZ eine Zweitmeinung zu ihrem Depot eingeholt haben. Bei diesen aktiven Fonds handelt es sich oft um hauseigene Fonds der Bank, die nur mittelmässig abschneiden. Das ist ein gutes Geschäft für die Bank, aber nicht für die Anleger.

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