Grosses Sparpotenzial mit gestaffelten Bezügen

Wer Pensionskassen-, Freizügigkeits- und Säule-3a-Guthaben über mehrere Jahre verteilt bezieht, spart leicht mehrere Tausend Franken.

Für die Berechnung der Auszahlungssteuern zählen die Steuerbehörden alle Bezüge eines Jahres zusammen, häufig auch die des Ehepartners. Je höher die Bezüge sind, die in ein einziges Jahr fallen, desto höher ist auch die prozentuale Steuerbelastung. Nach Möglichkeit verteilt man die Bezüge also besser auf mehrere Steuerperioden.

Dafür gibt es genügend Spielraum: Das Säule-3a-Kapital kann man bis zu fünf Jahre vor dem regulären AHV-Alter auszahlen lassen. Das Gleiche gilt für Guthaben auf Freizügigkeitskonten oder -policen. Andererseits lässt sich der Bezug von Freizügigkeitsguthaben aufschieben, falls das Reglement der Freizügigkeitsstiftung diese Möglichkeit vorsieht (bei Männern bis 70, bei Frauen bis 69).

Wer über das ordentliche Pensionierungsalter hinaus erwerbstätig bleibt, darf auch den Bezug seiner 3a-Guthaben aufschieben. Spätestens mit 70 beziehungsweise mit 69 muss man sein Guthaben aber auf jeden Fall beziehen.

Das Pensionskassenguthaben wird hingegen mit der Pensionierung fällig. Vorzeitige Bezüge sind nur in wenigen Fällen möglich, unter anderem für den Kauf eines Eigenheims oder für die Amortisation der Hypothek auf dem Eigenheim, wenn man auswandert oder sich selbstständig macht.

Sie gehen vor dem frühesten Zeitpunkt in Pension, den Ihre Pensionskasse für eine Frühpensionierung vorsieht? Oder Sie werden kurz vor der Pensionierung entlassen, verzichten aber auf einen vorzeitigen Bezug Ihrer Altersleistungen und melden sich bei der Arbeitslosenversicherung an?

Prüfen Sie in diesem Fall, ob Ihre Pensionskasse das Freizügigkeitsgeld auf zwei getrennte Freizügigkeitskonten oder -policen überweist. Die beiden Guthaben können Sie dann gestaffelt in verschiedenen Jahren beziehen.   

Das folgende Beispiel zeigt, wie gross das Sparpotenzial durch gestaffelte Kapitalbezüge sein kann: Ein Ehepaar in Zürich verfügt über Pensionskassen- und Säule-3a-Guthaben von insgesamt 800’000 Franken. Gehen beide Ehepartner im gleichen Jahr in Pension – zum Beispiel mit 64 Jahren – und beziehen sie ihre zwei 3a-Guthaben erst dann, zahlen sie insgesamt 92’710 Franken Steuern. Verteilen sie ihre Bezüge über mehrere Jahre, fallen 49’050 Franken Steuern an. Die Steuerersparnis beträgt in diesem Beispiel 43’660 Franken.

Steuereinsparung durch Staffelung der Bezüge von Vorsorgeguthaben
Beispiel: Ehepaar, Wohnort Zürich, Steuerbeträge ohne Kirchensteuern
Steuereinsparung durch Staffelung der Bezüge von Vorsorgeguthaben

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