Früher in Pension gehen und gleichzeitig Steuern sparen

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Schrittweise zur Pensionierung: Wer sein Arbeitspensum etappenweise reduziert und das Guthaben der Pensionskasse gestaffelt bezieht, kann erheblich Steuern sparen.

Etwas mehr Zeit für sich, für den Partner und seine Hobbies, genug vom anstrengenden Job: Spätestens mit Mitte 50 denkt der eine oder andere ans Aufhören. Doch eine Frühpensionierung ist teuer. Nicht nur das Einkommen fällt weg, sondern auch die Pensionskassenrente ist deutlich tiefer.

Je nachdem fallen auch hohe Steuern an, wenn man sich alle Vorsorge-Guthaben auf einmal auszahlen lässt. Für die Besteuerung zählen die Steuerbehörden nämlich alle Kapitalleistungen aus Pensionskassen-, Freizügigkeits- und Säule-3a-Konten zusammen – in den meisten Kantonen auch die des Ehepartners. Zwar werden Kapitalbezüge zu einem tieferen Satz besteuert als Renten. Aufgrund der Steuerprogression kann dies aber trotzdem teuer werden.

Wer sein Vorsorge-Guthaben hingegen gestaffelt bezieht, zahlt deutlich weniger Steuern. Ein 63-jähriger Angestellter kann zum Beispiel sein Arbeitspensum von 100 auf 50 Prozent reduzieren und sich die Hälfte seines PK-Guthabens auszahlen lassen. Dieses wird dann zu einem tieferen Satz versteuert.

Teilbezüge sind kantonal geregelt

Damit das Steueramt die Teilkapitalbezüge akzeptiert, muss die schrittweise Aufgabe der Erwerbstätigkeit eindeutig und dauerhaft sein. Im Kanton Aargau zum Beispiel muss das Arbeitspensum um jeweils mindestens 20 Prozent reduziert werden, um diese Anforderung zu erfüllen, in Zürich gar um mindestens 30 Prozent.

Je nach Kanton muss zwischen den Teilpensionierungsschritten zudem eine Frist von sechs Monaten bis zu einem Jahr verstreichen. Die Kantone Aargau, Baselland und Zürich verlangen, dass Teilpensionierte ihre Berufstätigkeit beim dritten Bezug ganz aufgeben. Das restliche Guthaben können sie zudem nur noch als Rente beziehen (siehe Tabelle). 

Auswahl einzelner Kantone
Auswahl einzelner Kantone

Trotz steuerlicher Vorteile: Ob Sie Ihr Pensionskassenguthaben ganz, teilweise oder als Rente auszahlen lassen, sollten Sie nicht alleine von steuerlichen Gründen abhängig machen. Genauso wichtig ist, wie Sie Ihren Lebensunterhalt nach der Pensionierung finanzieren und wie Ihre Hinterbliebenen finanziell abgesichert sind.