Warum japanische Aktien zu den Gewinnern zählen
VZ Analyse
Technologie, Finanzwerte und Reformen treiben den japanischen Markt. Welche Chancen und Risiken sich für Schweizer Anleger ergeben.
Publiziert 9. Jul 2026
Autor
David Bacher
Funktion Anlageexperte
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Japanische Aktien gehören auch 2026 zu den stärksten Aktienmärkten weltweit. Der MSCI Japan legte seit Jahresbeginn um 20 Prozent zu. Der Nikkei gewann auf Sicht von zwölf Monaten sogar mehr als 54 Prozent.
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Den Nikkei – für die meisten Anleger der Inbegriff des japanischen Aktienmarkts – sollten Anleger jedoch mit Vorsicht betrachten. Denn der Index ist, wie auch der Dow Jones, preisgewichtet. So erhalten Unternehmen mit einem hohen Aktienkurs automatisch ein höheres Gewicht – unabhängig von ihrer tatsächlichen Unternehmensgrösse.
Ein Vergleich mit der Schweiz verdeutlicht dies: Nach der Nikkei-Methode wäre Lindt & Sprüngli im SPI mit einem Aktienkurs von 98'000 Franken deutlich stärker gewichtet als Novartis mit einem Kurs von rund 125 Franken, obwohl Novartis gemessen an der Marktkapitalisierung mehr als elfmal grösser ist. Für die Entwicklung des gesamten japanischen Aktienmarkts sind deshalb breit diversifizierte, marktkapitalisierungsgewichtete Indizes wie der MSCI Japan aussagekräftiger.
Ursachen der Stärke
Die starke Entwicklung japanischer Aktien hat mehrere Treiber. Wie in vielen Regionen profitiert auch Japan vom Boom rund um künstliche Intelligenz. Der IT-Sektor gewann seit Jahresbeginn 60 Prozent. Besonders gefragt sind Halbleiter- und Technologieunternehmen.
Die Kursgewinne werden jedoch nicht nur von Technologiewerten getragen. Auch Finanz- und Industrieunternehmen entwickelten sich stark. Der Finanzsektor legte 37 Prozent zu und profitierte von den höheren Zinsen. Der Industriesektor gewann 14 Prozent und wird durch die starke Exportwirtschaft unterstützt.
Japan bleibt damit ein breit abgestützter Aktienmarkt. Obwohl Technologiewerte zuletzt stark an Bedeutung gewonnen haben, stellen Industrie, Finanzwesen und Konsumgüter weiterhin wichtige Bestandteile des Marktes dar.
Zusätzlichen Rückenwind liefern die Corporate-Governance-Reformen. Höhere Dividenden, verstärkte Aktienrückkäufe und eine effizientere Kapitalallokation haben die Attraktivität japanischer Aktien erhöht. Davon profitieren viele Unternehmen über verschiedene Branchen hinweg.
Unterstützt wird diese Entwicklung durchstaatliche Investitionen in Zukunftstechnologien wie Halbleiter, künstliche Intelligenz und Robotik. Sie fördern den Ausbau industrieller Kapazitäten und verbessern die langfristigen Wachstumsaussichten vieler Unternehmen.
Ein zu beachtender Faktor bleibt auch der schwache Yen. Er stärkt die Wettbewerbsfähigkeit japanischer Exportunternehmen und unterstützt insbesondere Industrie-, Auto- und Technologiekonzerne. Gleichzeitig verteuert die schwache Währung die Importe und belastet Konsumenten sowie Unternehmen. Die Regierung versucht deshalb, den Yen zu stabilisieren.
Für Schweizer Anleger bleibt Japan ein attraktiver Markt. Neben Technologiewerten tragen auch Finanz- und Industrieunternehmen wesentlich zur positiven Entwicklung bei. Das grösste Risiko bleibt jedoch die Währung: Eine weitere Abschwächung des Yen kann die Rendite in Franken schmälern. Eine Stabilisierung und Aufwertung des Yen erscheint zwar möglich, hängt jedoch wesentlich von der weiteren Geldpolitik der Bank of Japan und den Zinsdifferenzen zu den USA ab. Bei der Wahl des richtigen ETF sollten Anleger deshalb bewusst entscheiden, ob sie das Währungsrisiko absichern möchten.
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