US-Wahlen: Was der Sieg der Demokraten für die Börsen und Big Tech bedeutet

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Die Demokraten können bei den US-Zwischenwahlen einen überraschend deutlichen Erfolg verbuchen. Donald Trump wird in der zweiten Hälfte seiner Amtszeit mehr Kompromisse eingehen müssen. Für die Finanzmärkte dürfte sich dadurch allerdings weniger ändern als gedacht – vielleicht mit Ausnahme der grossen amerikanischen Tech-Konzerne.

Autor

Robert Leitner

Funktion Anlageexperte

Bei den Zwischenwahlen in den USA zeichnet sich ein deutlicher Sieg der Demokraten ab. Nach den derzeitigen Prognosen dürften die Demokraten sowohl im Repräsentantenhaus als auch im Senat die Mehrheit erringen. 

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Damit wird sich das politische Kräfteverhältnis in Washington deutlich verschieben. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump wird für die zweite Hälfte ihrer Amtszeit stärker auf Kompromisse mit den Demokraten angewiesen sein. Grössere innenpolitische Reformen lassen sich gegen den Widerstand des Kongresses schwieriger umsetzen. Eine solche Konstellation ist für die USA allerdings nichts Ungewöhnliches. 

In der Vergangenheit kam es immer wieder vor, dass die Partei des amtierenden Präsidenten bei den Zwischenwahlen ihre Mehrheit im Kongress verlor. Die Folge ist meist eine gewisse politische Blockade: Umfassende Reformprojekte werden schwieriger, während der bestehende politische Kurs in vielen Bereichen fortgeführt wird. 

Begrenzte Auswirkungen auf die Wirtschaftspolitik 

Für die Finanzmärkte stellt sich deshalb vor allem die Frage, wie stark ein demokratisch kontrollierter Kongress die Wirtschafts- und Aussenpolitik der Regierung verändern könnte. Kurzfristig dürften die Auswirkungen begrenzt bleiben. Grundlegende wirtschaftspolitische Kurswechsel sind nicht zu erwarten. 

Auch mit neuen Mehrheiten im Kongress dürften beispielsweise grössere Steuersenkungen nur schwierig durchsetzbar sein. Gleichzeitig bestehen beim internationalen Handel zwar Unterschiede zwischen Demokraten und Republikanern, doch auch die Demokraten setzen sich grundsätzlich für faire Wettbewerbsbedingungen und den Schutz amerikanischer Wirtschaftsinteressen ein. 

Auch beim Iran-Konflikt ist nach den Wahlen nicht mit einem abrupten Kurswechsel zu rechnen. Ein rasches Ende der geopolitischen Spannungen und entsprechend deutlich sinkende Energiepreise erscheinen daher allein aufgrund des Wahlausgangs wenig wahrscheinlich. 

Big Tech im Fokus

Etwas grössere Unterschiede zwischen den Parteien bestehen dagegen bei der Haltung zur Regulierung grosser Technologiekonzerne. Die Demokraten haben sich in den vergangenen Jahren stärker für eine strengere Wettbewerbsaufsicht, einen besseren Verbraucherschutz und eine Begrenzung der Marktmacht einzelner Grosskonzerne ausgesprochen. Eine demokratische Mehrheit im Kongress könnte deshalb den politischen Druck auf diese erhöhen. Insbesondere Fragen rund um das Kartellrecht, den Wettbewerb und die Marktmacht der Hyperscaler dürften stärker in den Vordergrund rücken. 

Für die Aktienmärkte kam der Wahlsieg der Demokraten allerdings nicht überraschend. Bereits seit rund einem Monat kam es zu Abgaben bei den sogenannten Magnificent 7. Anleger dürften vorausschauend genau beobachten, ob aus der politischen Rhetorik tatsächlich konkrete regulatorische Massnahmen entstehen. 


Vom möglicherweise steigenden regulatorischen Druck auf die grossen Technologiekonzerne profitierten bisher insbesondere die Aktienkurse defensiver Titel, darunter Pharmatitel wie Novartis und Roche. Sie waren jüngst vermehrt gesucht. 

Fazit: Kein grundlegender Kurswechsel an den Börsen 

Der demokratische Sieg wird keinen grundlegenden wirtschaftspolitischen Kurswechsel auslösen. Wahrscheinlicher ist, dass das Tempo grosser Reformen abnimmt und die Regierung häufiger Kompromisse eingehen muss. Für die Börsen dürfte der Wahlausgang deshalb nur begrenzte direkte Folgen haben. Etwas genauer hinschauen sollten Anleger bei den grossen Technologieunternehmen, da eine demokratische Mehrheit den regulatorischen Druck erhöhen könnte. Für die Entwicklung des Gesamtmarktes bleiben Konjunktur, Unternehmensgewinne, Geldpolitik und Geopolitik jedoch die wichtigeren Einflussfaktoren.

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