Themenfonds: So performen sie in diesem Jahr

Analysen
Analysen

VZ Analyse

Themenfonds versprechen Anlegern Zugang zu den Gewinnern von morgen. Eine VZ-Auswertung zeigt nun, wie die in der Schweiz verfügbaren Produkte seit Anfang Jahr rentieren.

Publiziert 10. Aug 2026

Autor

Thomas Züttel

Funktion Anlageexperte

Die Idee klingt bestechend: Anleger identifizieren die zukunftsträchtigsten Unternehmen und investieren gezielt in die grossen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Trends. Themenfonds gibt es zwar schon seit Jahrzehnten. In den vergangenen Jahren hat das Angebot jedoch stark zugenommen. 

Mittlerweile finden sich Produkte zu fast allen erdenklichen Entwicklungen, von künstlicher Intelligenz und Cybersicherheit bis hin zu Langlebigkeit und einer nachhaltigen Energieversorgung. Auch 2026 sind zahlreiche neue Fonds auf den Markt gekommen.

Doch die entscheidende Frage lautet: Halten diese Produkte, was ihre überzeugenden Geschichten versprechen?

Die Mehrheit bleibt zurück

Schweizer Anlegern stehen derzeit 536 Themenfonds zur Verfügung, die für das laufende Jahr bereits eine Rendite ausweisen. Die Produkte unterscheiden sich erheblich. Sie decken unterschiedliche Themen und Regionen ab, halten verschieden viele Titel und setzen ihre Anlageideen auf unterschiedliche Weise um.

Als Messlatte bietet sich der MSCI World an. Der Weltaktienindex bildet den breiten Aktienmarkt ab und enthält zugleich viele Unternehmen, die auch in Themenfonds prominent vertreten sind. Gelingt es einem Themenfonds nicht, diesen Index zu übertreffen, wäre ein kostengünstiges Investment in den breiten Markt für Anleger die bessere Wahl.

Bis Ende Juli 2026 konnten jedoch lediglich 38 Prozent der untersuchten Themenfonds den MSCI World übertreffen. Rund 62 Prozent erzielten eine Minderrendite. Der Weltaktienindex legte in Schweizer Franken um 12,6 Prozent zu. Der Median der Themenfonds erreichte dagegen lediglich 9,9 Prozent. Der Durchschnitt lag mit 10,9 Prozent etwas höher, blieb aber ebenfalls 1,7 Prozentpunkte hinter dem breiten Markt zurück. Damit bestätigt sich ein Muster, das sich bereits in früheren Untersuchungen vom VZ gezeigt hatte (hier Studie kostenlos bestellen).

Langfristig verschlechtert sich die Bilanz

Je länger der Betrachtungszeitraum, desto ernüchternder sind die aktuellen Resultate. Über drei Jahre gelang es lediglich 20 Prozent der Themenfonds, den MSCI World zu schlagen. Über fünf Jahre waren es sogar nur 5 Prozent.

Damit zeigt sich ein grundlegendes Problem thematischer Anlagen: Ein wirtschaftlich bedeutender Trend ist nicht automatisch eine erfolgreiche Investition. Selbst wenn sich eine Technologie oder ein gesellschaftlicher Wandel durchsetzt, können die entsprechenden Erwartungen bereits in den Aktienkursen enthalten sein. Anleger laufen dann Gefahr, erst nach starken Kursanstiegen einzusteigen.

Gewinner gibt es, doch sie sind schwer zu vorherzusehen

Einzelne Themenfonds entwickelten sich auch 2026 sehr gut. Zu den erfolgreichen Bereichen zählen künstliche Intelligenz, Cybersicherheit und Smart Energy. Produkte zu Langlebigkeit, Fintech oder Medizintechnik schnitten dagegen schwach ab und lagen teilweise deutlich im Minus.

Für Anleger besteht somit nicht nur das Risiko, auf das falsche Thema zu setzen. Auch innerhalb eines erfolgreichen Trends können die Renditen der einzelnen Fonds stark voneinander abweichen. Anbieter definieren Themen unterschiedlich, wählen andere Unternehmen aus und gewichten die Titel nach verschiedenen Kriterien.

Hohe Kosten

Zu den schwachen Renditen kommen vergleichsweise hohe Gebühren. Die VZ-Studie ermittelte für aktive Themenfonds durchschnittliche jährliche Kosten von 1,84 Prozent. Passive Themenfonds kosteten im Mittel 0,51 Prozent. ETF auf den MSCI World waren dagegen bereits ab 0,10 Prozent erhältlich. Die Gebühren erklären zwar nicht die gesamte Minderrendite, erhöhen aber die Hürde, die ein Themenfonds gegenüber dem breiten Markt überwinden muss.

Gute Geschichten, schwache Ergebnisse

Themenfonds greifen Entwicklungen auf, die verständlich erscheinen und sich gut vermarkten lassen. Die langfristige Rendite hängt jedoch nicht allein davon ab, ob ein Trend tatsächlich eintritt. Entscheidend sind auch der Einstiegszeitpunkt, die Bewertung der Unternehmen, die Umsetzung des Themas, die Diversifikation und die Kosten.

Themenfonds sind im Durchschnitt teurer und riskanter als breit diversifizierte Anlagen, ohne Anleger dafür verlässlich mit einer höheren Rendite zu entschädigen.

Wer dennoch gezielt auf ein Thema setzen möchte, sollte solche Fonds höchstens als begrenzte Ergänzung zu einem breit aufgestellten Kernportfolio einsetzen. Für den langfristigen Vermögensaufbau sind kostengünstige Fonds auf den breiten Aktienmarkt in der Regel die solidere Wahl.

Disclaimer: Alle Angaben ohne Gewähr. Bei den aufgezeigten Informationen handelt es sich um Werbung gemäss Art. 68 FIDLEG.