Straumann: Zurück zu altem Wachstum?

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Nach Jahren hoher Investitionen und Gegenwind aus China zeichnet sich bei Straumann eine Trendwende ab. Das Kerngeschäft wächst, die Margen erholen sich und neue Produkte versprechen zusätzliches Potenzial. Findet der einstige Börsenliebling zu alter Stärke zurück?

Publiziert 29. Sep 2026

Autor

Christian Huber

Funktion Anlageexperte

Lange gehörte Straumann zu den Lieblingen am Schweizer Aktienmarkt. Die Aktien wurden mit einer hohen Prämie bewertet, die entsprechend starkes Wachstum voraussetzte. 

Doch Herausforderungen in China und hohe Investitionen setzten die Aktien unter Druck. Nun könnte sich das Blatt wenden und Straumann wieder stärker in den Fokus der Anleger rücken. Straumann ist längst mehr als ein Hersteller von Zahnimplantaten. In den vergangenen Jahren entwickelte sich das Unternehmen zu einem wichtigen Zulieferer für Zahnärzte, Kieferorthopäden und Dentallabore.

Heute umfasst das Angebot auch transparente Zahnschienen, sogenannte Aligner, zur Korrektur von Zahnfehlstellungen. Hinzu kommen digitale Lösungen wie Scanner, die das Gebiss dreidimensional erfassen.

Den grössten Umsatzbeitrag liefern weiterhin die Implantate. Straumann produziert neben künstlichen Zahnwurzeln auch Verbindungsteile und Zahnersatz sowie Materialien für den Knochenaufbau und Instrumente für die Behandlung. Das Angebot reicht von kostengünstigen Lösungen bis hin zu hochwertigen Produkten im Premiumsegment.

Gerade im höherpreisigen Segment konnte Straumann mit dem Implantatsystem iEXCEL zuletzt Marktanteile gewinnen. Gleichzeitig expandierte das Unternehmen mit der günstigeren Marke Neodent. Auch regional war das Wachstum im ersten Halbjahr breit abgestützt. In Nordamerika legte der Umsatz organisch um rund acht Prozent zu. Damit wuchs Straumann stärker als der Gesamtmarkt. Weniger dynamisch entwickelte sich dagegen das Geschäft in Asien.

China im Fokus

Asien und insbesondere China bereiteten Straumann in den vergangenen Jahren Sorgen. Die staatliche Beschaffungspolitik erhöhte zwar die Absatzmengen, setzte aber gleichzeitig die Implantatpreise stark unter Druck. Ende des laufenden Jahres stehen neue Verhandlungen an, die für eine Entspannung bei den Preisen sorgen könnten.

Bei den Absatzmengen zeigt sich Straumann zunehmend zuversichtlich. Das Unternehmen berichtet von einer Normalisierung des Patientenaufkommens. Gleichzeitig hat es seine Produktionskapazitäten in China ausgebaut. Tiefere Kosten und eine gezielte Produktion für die lokale Nachfrage könnten die Erholung im wichtigen chinesischen Markt unterstützen.

Nicht nur in China hat Straumann in den vergangenen Jahren in zusätzliche Produktionskapazitäten investiert. In Brasilien und Deutschland wurden die Standorte ebenfalls ausgebaut. Damit will das Unternehmen die Produktion steigern, die Stückkosten senken und langfristig höhere Margen erzielen. Zudem verkürzt die Nähe zu den Absatzmärkten die Lieferwege.

Bereit für neues Wachstum

Neben dem Ausbau der Produktionsstandorte investierte Straumann kräftig in neue Produkte und digitale Lösungen. Scanner und die Plattform AXS gewinnen dabei zunehmend an Bedeutung. Sie ermöglichen es Zahnärzten, nach der digitalen Erfassung des Gebisses direkt die Behandlung zu planen und die benötigten Produkte zu bestellen. Auch in die Entwicklung neuer Produkte wie transparenter Zahnschienen floss viel Geld.

Diese Investitionen sollen sich nun zunehmend auszahlen. Nachdem die Ausgaben insbesondere im Vorjahr hoch ausgefallen sind, gingen sie im ersten Halbjahr zurück. Dadurch verbesserte sich der Free Cash Flow deutlich. Straumann erwartet bereits für das laufende Jahr höhere Margen und hat entsprechend seinen Ausblick angehoben.

Damit hat Straumann einen wichtigen Schritt zurück zu profitablem Wachstum gemacht. Um wieder an die Bewertungsprämie vergangener Jahre anzuknüpfen, muss das Unternehmen aber auch in China Fortschritte erzielen. Entscheidend werden die anstehenden Preisverhandlungen sein. Fallen diese günstiger aus, könnte Straumann mit zusätzlichem Rückenwind ins neue Jahr starten. Davon dürften auch die Aktien profitieren.

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