Space-ETF sind im Höhenflug
VZ Analyse
Der Börsengang von SpaceX in diesem Sommer hat einen neuen Boom bei Themen-ETF ausgelöst. Einige Anbieter haben in kurzer Zeit Produkte lanciert, die Anlegern Zugang zur aufstrebenden Raumfahrtindustrie ermöglichen sollen. Worauf man achten sollte.
Publiziert 22. Sep 2026
Autor
Pascal Meisser
Funktion Anlageexperte
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Während Jahren haben Raumfahrt-ETF die Anlegerschaft kaum interessiert. Entsprechend wenig Produkte waren auf dem Markt. Mit dem viel beachteten Börsengang hat sich das fundamental geändert. Dank drei neuen passiven Anlageprodukten hat sich dieses Segment glatt verdoppelt.
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Auf den ersten Blick ähneln sich diese Produkte stark: Sie setzen primär auf SpaceX – ganz im Gegensatz zu einigen älteren Produkten –, aber auch auf Satelliten, Raketen, Weltrauminfrastruktur oder Kommunikationstechnologien. Ein genauer Blick zeigt jedoch, dass die Unterschiede zwischen den einzelnen ETF erheblich sind.
Vor allem die zugrunde liegenden Indizes weichen stark voneinander ab. Das zeigt sich alleine schon an der Anzahl von Aktien, die darin enthalten sind. Die einen umfassen 25 Titel, andere wiederum bis zu 84 Titeln. Die einen bilden einen Index von spezialisierten Anbietern ab, andere wiederum selbst zusammengestellte, wie etwa WisdomTree. Das kann für Anleger weitreichende Folgen haben.
Themen-ETF werden als einfache Möglichkeit beworben, um auf langfristige Trends zu setzen. Der Weltraumsektor bietet dafür reichlich Stoff. Immer mehr Unternehmen entwickeln Satellitennetze, Trägersysteme, Navigationslösungen oder Anwendungen für die Erdbeobachtung. Hinzu kommt die wachsende Bedeutung staatlicher Aufträge für Verteidigung und Sicherheit. Der Hype rund um SpaceX hat das Interesse zusätzlich angeheizt.
Unterschiedliche Indexkonzepte
Es gibt durchaus Gründe, weshalb nicht alle Fonds bereits SpaceX im Portfolio aufgenommen haben.Manche Indizes beschränken sich auf börsenkotierte Unternehmen, die einen wesentlichen Teil ihres Umsatzes direkt mit Raumfahrtaktivitäten erzielen. Da SpaceX erst seit Kurzem an der Börse gehandelt wird, bleibt die Aktie in solchen Indizes aussen vor.
Andere Anbieter verfolgen einen breiteren Ansatz. Sie berücksichtigen auch Unternehmen, die indirekt vom Wachstum der Raumfahrt profitieren. Dazu gehören beispielsweise Hersteller elektronischer Komponenten, Halbleiterfirmen, Anbieter von Kommunikationsinfrastruktur oder Rüstungskonzerne. In solchen Indizes kann der Anteil klassischer Weltraumunternehmen überraschend klein ausfallen.
Wieder andere Konzepte setzen auf sogenannte New-Space-Unternehmen und gewichten diese besonders stark. Hier können kleinere Firmen hohe Indexanteile erhalten, obwohl ihre Geschäftsmodelle noch wenig etabliert sind. Für Anleger steigt dadurch das Risiko einzelner Titel deutlich.
Die Unterschiede zeigen sich auch bei der Zusammensetzung der grössten Positionen. Während in einem Index Satellitenbetreiber und Raketenhersteller dominieren, können in einem anderen Verteidigungsunternehmen, Chipproduzenten oder Telekomkonzerne den Ton angeben. Zwei ETF können deshalb trotz ähnlicher Bezeichnung daher ein völlig unterschiedliches Rendite- und Risikoprofil aufweisen.
Auf Definition des Fonds achten
Dieses Phänomen ist nicht auf Space-ETF beschränkt. Bei nahezu allen Themenfonds entscheidet der Index darüber, worin tatsächlich investiert wird. Anbieter verwenden dabei unterschiedliche Definitionen eines Anlagethemas, verschiedene Auswahlkriterien und abweichende Gewichtungsmethoden. Entsprechend stark können sich die Ergebnisse entwickeln.
Für Anleger reicht es deshalb nicht, nur auf den ETF-Namen oder die Werbebotschaften zu schauen. Entscheidend ist die Frage, welcher Index abgebildet wird und nach welchen Regeln die Titel ausgewählt werden. Besonders wichtig sind dabei drei Punkte:
- Welche Unternehmen erfüllen die Aufnahmekriterien?
- Wie stark werden einzelne Titel gewichtet?
- Und wie oft wird der Index angepasst?
Der Fall der neuen Space-ETF zeigt eindrücklich, wie gross die Unterschiede selbst innerhalb eines einzigen Anlagethemas sein können. Wer gezielt vom Wachstum der Raumfahrtindustrie oder vom Börsengang von SpaceX profitieren möchte, sollte deshalb nicht den erstbesten Fonds wählen. Denn der Erfolg einer passiven Anlage hängt letztlich nicht nur vom Thema ab, sondern vor allem vom Index, der dahintersteht.
Gerade bei spezialisierten Themen-ETF gilt daher mehr denn je: Nicht das ETF-Label entscheidet über die Anlagerendite, sondern die Wahl des passenden Index. Dieser bestimmt, welche Unternehmen im Portfolio landen, wie hoch ihre Gewichtung ausfällt und ob Anleger tatsächlich in den Trend investieren, den sie im Blick haben.
Disclaimer: Bei den aufgezeigten Informationen handelt es sich um Werbung gemäss Art. 68 FIDLEG. Sofern ein Basisinformationsblatt für die aufgezeigten Produkte erstellt wurde, kann dieses unter https://www.vermoegenszentrum.ch/boersen-und-maerkte/uebersicht bezogen werden. Ausserdem können Finanzinstrumente aufgeführt sein, welche nur von qualifizierten Anlegern gemäss KAG erworben werden können.