SNB: Was eine Zinserhöhung nun in Frage stellen könnte

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Vor wenigen Tagen galt es bei vielen Analysten als ausgemachte Sache, dass die SNB im Dezember erstmals seit über drei Jahren die Zinsen erhöht. Doch mit dem neuen Schwächeln des Euro könnte nun alles wieder anders aussehen.

Publiziert vor 6 Stunden

Autor

Christoph Sax

Funktion Anlagechef

Beschreibung

Jüngst waren die Diskussionen über eine baldige Zinser-höhung in der Schweiz wieder aufgeflammt. An den Finanzmärkten hat sich die Erwartung durchgesetzt, dass die Schweizerische Nationalbank (SNB) ihre Geldpolitik schon bald straffen wird. Noch spricht aber wenig dafür, dass sie dies bereits im Dezember ins Auge fassen wird. 

Die Inflation ist im September zwar von 0,8 auf 1,0 Prozent gestiegen. Haupttreiber waren jedoch höhere Energiepreise. Die Kerninflation legte lediglich von 0,4 auf 0,5 Prozent zu und signalisiert weiterhin einen moderaten Teuerungsdruck. 

Noch wichtiger als die Inflationsdaten könnte für die SNB der Euro werden. Die Schweiz importiert einen grossen Teil ihrer Konsumgüter und Vorleistungen aus der Eurozone. Entsprechend stark beeinflusst der Euro-Franken-Wechselkurs die Teuerung. 

Ein stärkerer Franken verbilligt Importe und wirkt dämpfend auf die Inflation, ein schwächerer Franken hat den gegenteiligen Effekt. Genau hier hat sich das Umfeld zuletzt verändert. Begünstigt durch die Leitzinserhöhungen der Europäischen Zentralbank (EZB) hatte der Euro zum Franken bis im September deutlich zugelegt. 

Viele Analysten gehen davon aus, dass dieser Trend anhalten wird und so den Inflationsdruck in der Schweiz verstärkt. in der Eurozone rückten in den letzten Tagen aber politische Risiken wieder in den Fokus. In Spanien sorgen die vorgezogenen Neuwahlen für Unsicherheit. In Frankreich belasten die angespannte Haushaltslage und die bevorstehenden Präsidentschaftswahlen das Vertrauen der Investoren. Der Euro geriet dadurch unter Druck, der Franken ist wieder stärker gefragt, was die Teuerung auf den Importen in die Schweiz hemmt. 

Zwar sprechen mögliche weitere Zinsschritte der Europäischen Zentralbank grundsätzlich für einen stärkeren Euro. Ob sich der Stärketrend des Euro wirklich fortsetzt, ist angesichts der politischen Unsicherheiten jedoch fraglich. Falls die Gemeinschaftswährung dagegen unter Druck gerät, dürfte die Wahrscheinlichkeit einer baldigen Zinserhöhung durch die SNB weiter sinken.

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