Schweizer Mid Caps 2027: Die heissesten Kandidaten für den SMI
VZ Analyse
Der Ritterschlag eines jeden Mid Caps ist die Aufnahme in den SMI. Wer den Aufstieg zu den "Grossen" schafft, profitiert oft von zusätzlicher Aufmerksamkeit der Anleger. Deshalb kann es sich lohnen, Titel wie VAT, DSM oder SGS schon heute auf die Watchlist zu setzen.
Publiziert vor 9 Stunden
Autor
Robert Leitner
Funktion Anlageexperte
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Der Markt beginnt schon Monate vor der offiziellen Indexüberprüfung im Sommer, mögliche Kandidaten einzupreisen. Umso wichtiger ist es, diese frühzeitig zu identifizieren.
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Doch für den Sprung vom Mid-Cap-Segment in den Schweizer Leitindex genügt eine hohe Börsenbewertung allein nicht. Zwar ist eine grosse Marktkapitalisierung die wichtigste Voraussetzung, doch die SIX berücksichtigt auch weitere Kriterien. Entscheidend sind ein ausreichend hoher Streubesitz sowie eine genügend liquide Aktie mit regem Handelsvolumen.
Das sind die heissesten Anwärter für den Aufstieg in den SMI 2027:
VAT: Der Newcomer mit Rückenwind
Zu den aussichtsreichsten Kandidaten zählt VAT. Der Vakuumventilspezialist hat in der Rangliste der grössten Schweizer Börsenunternehmen in den vergangenen Monaten einen deutlichen Sprung nach vorne gemacht. Die Aktie hat im laufenden Jahr rund 40 Prozent zugelegt und von der hohen Nachfrage nach Halbleitertechnologie sowie einer verbesserten Geschäftsdynamik profitiert. Auch für die kommenden zwölf Monate erwarten Analysten einen 25-prozentigen Kursanstieg und für das Jahr 2027 ein Gewinnwachstum von über 71 Prozent. Mit diesem Wachstum würde der Titel schnell den Gipfel im Small & Mid Cap (SMIM) Index erklimmen.
Neben der gestiegenen Marktkapitalisierung und einem hohen Streubesitz erfüllt das Unternehmen auch die Anforderungen zum Handelsvolumen eines Blue-Chip-Titels. Sollte die positive Entwicklung anhalten, könnte VAT bereits bei der nächsten Indexüberprüfung als heissester Aufstiegskandidat gelten.
DSM-Firmenich: Gute Ausgangslage, aber keine Aufstiegsgarantie
Ebenfalls in der Diskussion befindet sich DSM-Firmenich. Seit Mai 2026 verfügt das niederländisch-schweizerische Unternehmen neben seiner Kotierung an der Euronext Amsterdam auch über eine Kotierung an der SIX Swiss Exchange. Das Unternehmen besitzt aktuell die grösste Marktkapitalisierung im Streubesitz und damit Gewichtung im SMIM-Index. Für einen Sprung ins Oberhaus fehlte es dem Titel im Juni noch an genügend Handelsaktivität. Ob das aber nun im kommenden Jahr gelingen könnte, bleibt offen. Vieles wird davon abhängen, wie sich die Aktie im Vergleich zu den anderen Anwärtern entwickelt. Die Voraussetzungen sind grundsätzlich vorhanden, doch im Rennen um die vorderen Plätze dürfte die Konkurrenz gross bleiben. DSM-Firmenich gehört deshalb auch 2027 auf die Beobachtungsliste, ohne derzeit als Favorit gehandelt werden zu können.
SGS: Die Rückkehr eines ehemaligen SMI-Mitglieds?
Eine besondere Geschichte schreibt SGS. Der Warenprüf- und Zertifizierungskonzern gehörte zwischen 2009 und September 2022 mehr als ein Jahrzehnt lang dem SMI an. Nach dem Ausscheiden folgten schwierige Jahre. Insbesondere 2022 und 2023, aufgrund der Lieferkettenprobleme im Anschluss an die Coronapandemie, belasteten die Entwicklung des Unternehmens.
Inzwischen scheint dem Unternehmen jedoch der Turnaround gelungen zu sein. Die Geschäftsentwicklung stabilisierte sich, und die Aktie befindet sich seither wieder im Aufwärtstrend. Zwar notiert der Titel weiterhin unter dem Niveau von vor fünf Jahren, doch die Rückkehr in den Kreis der Schweizer Blue Chips ist nicht ausgeschlossen. SGS verfügt nicht nur über die notwendige Grösse, sondern auch über die Bekanntheit und Marktstellung, um wieder zum Thema zu werden.
Weniger aussichtsreiche Kandidaten
Hinter den drei Favoriten folgen mehrere Unternehmen, deren Chancen derzeit geringer erscheinen. Lindt & Sprüngli und Schindler zählen zwar schon seit längerem zu den grössten Titeln im SMIM. Beide Unternehmen verfügen jedoch nicht über genug Streubesitz, und die Handelsliquidität ihrer Aktien ist vergleichsweise niedrig.
Bei Helvetia Baloise hat die laufende Integration zwar erhebliche Synergien freigesetzt. Für einen Vorstoss in den SMI fehlt jedoch vorerst das Wachstumspotenzial, um in der Rangliste der grössten Schweizer Börsenunternehmen entscheidend Boden gutzumachen.
Für die übrigen Mid Caps scheint der Weg derzeit noch zu weit. Die Wahrscheinlichkeit ist deshalb hoch, dass der nächste SMI-Aufsteiger aus dem Kreis von VAT, DSM-Firmenich oder SGS stammen wird.
Fazit
Wer mögliche Indexaufsteiger früh identifiziert, kann von zusätzlicher Nachfrage profitieren, noch bevor die SIX ihre Entscheide bekannt gibt. Ob es dann tatsächlich für den Einzug in den Schweizer Börsenolymp reicht, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Sollte es jedoch nicht reichen, kann das Gegenteil eintreten und einige Investoren ziehen sich zurück. Ein Einsatz auf zukünftige Aufsteiger ist deshalb nicht risikofrei.
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