Muss Partners Group nun die Dividende kürzen?

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Partners Group ist 2026 Schlusslicht im SMI. Deshalb fragen sich Anleger, ob der Privatmarktspezialist seine beeindruckende Serie von 17 Dividendenerhöhungen fortsetzen kann.

Publiziert vor 4 Stunden

Autor

Christian Huber

Funktion Anlageexperte

Für Partners Group ist 2026 bisher ein Jahr zum Vergessen. Bereits im Vorjahr gerieten die Aktien im Zuge der Schwäche bei Privatmarktanlagen unter Druck. In diesem Jahr kamen jedoch vor allem hausgemachte Probleme hinzu.

Besonders empfindlich reagierte der Markt auf die Nachricht, dass bei den Evergreen-Fonds vertraglich festgelegte Rücknahmebeschränkungen greifen und deshalb nicht sämtliche Rücknahmewünsche der Kunden erfüllt werden können. Am 3. Juni verloren die Aktien zeitweise mehr als 16 Prozent. Von diesem Einbruch haben sie sich bis heute nicht vollständig erholt.

Doch rechtfertigt die schwächere Entwicklung auch Zweifel an der Dividende? Ein Blick auf die finanzielle Lage, die bisherige Ausschüttungspolitik und frühere Dividendenkürzungen am Schweizer Aktienmarkt liefert Hinweise.

 

Aktuelle Situation bei Partners Group

Die Kursschwäche bei Partners Group ist weniger Ausdruck einer eingebrochenen Nachfrage als vielmehr eines Vertrauensverlusts in Teile des Geschäftsmodells. Anleger beurteilen illiquide Anlagen nach mehreren Vorfällen vorsichtiger.

Hinzu kommt das schwierige Zinsumfeld. Privatmarktanlagen waren besonders während der Tiefzinsphase gefragt. Höhere Zinsen machen andere Anlageklassen wieder attraktiver und drücken gleichzeitig über höhere Diskontsätze auf die Bewertungen.

Auch Partners Group spürt diese Entwicklung. Mit den Halbjahreszahlen senkte das Unternehmen die Erwartungen für die wichtigen Performance Fees. Der Grund: Geplante Verkäufe verschieben sich ins Jahr 2027.

Auch bei den verwalteten Vermögen korrigierte Partners Group die Erwartungen wegen der Rücknahmebeschränkungen leicht nach unten. Beim Neugeld zeigte sich das Unternehmen dagegen weiterhin zuversichtlich. Insgesamt dürfte das Ergebnis 2026 damit etwas schwächer ausfallen als zu Jahresbeginn erwartet. Einen zwingenden Grund für eine Dividendenkürzung liefern die aktuellen Zahlen jedoch nicht.

Auch die Analystenschätzungen sprechen bisher dagegen. Der Konsens erwartet für das Geschäftsjahr 2026 eine Erhöhung der Dividende von 46 auf 48 Franken. Gleichzeitig wird mit einem Gewinn je Aktie von rund 40,45 Franken gerechnet. Damit würde Partners Group mehr ausschütten als sie im selben Jahr verdienen und eine Ausschüttungsquote von rund 119 Prozent erreichen. Problematisch wäre dies vor allem dann, wenn sich eine solche Situation über mehrere Jahre wiederholen würde.

 

Historie spricht für Erhöhung

Eine weitere Erhöhung würde zudem zur bisherigen Ausschüttungspolitik passen. Partners Group hat die Dividende seit 17 Jahren in Folge gesteigert und gehört damit zu den zuverlässigsten Dividendentiteln der Schweiz.

Unternehmen, die ihre Ausschüttung während mindestens zehn Jahren ohne Unterbruch erhöhen, werden häufig als Dividendenaristokraten bezeichnet. Wer sich einen solchen Ruf aufgebaut hat, gibt ihn in der Regel nur ungern wieder auf.

Ein Blick auf den Schweizer Aktienmarkt zeigt zudem, dass Dividendenkürzungen bei solchen Unternehmen selten vorkommen. Meist sind dafür deutlich grössere operative oder finanzielle Probleme nötig.

Ein Beispiel ist Orior. Der Lebensmittelhersteller strich die Dividende 2025 vollständig. Ausschlaggebend waren die hohe Verschuldung, rückläufiges organisches Wachstum und sinkende Margen. Davon ist die Situation bei Partners Group derzeit weit entfernt.

Druck der Aktionäre

Doch nicht nur Dividendenaristokraten vermeiden Kürzungen. Generell versuchen Unternehmen, einmal etablierte Ausschüttungen möglichst stabil zu halten.

Der Grund liegt in den Erwartungen der Anleger. Wer eine Dividende bezahlt, signalisiert damit indirekt, dass diese auch in Zukunft Bestand haben soll. Eine Kürzung wird deshalb häufig als Warnsignal für die weitere Geschäftsentwicklung verstanden.

Entsprechend reagieren Aktienkurse meist negativ auf solche Ankündigungen. Zwar werden Dividendenkürzungen häufig zusammen mit schwachen Geschäftszahlen kommuniziert. Sie können den Abwärtsdruck auf die Aktie aber zusätzlich verstärken.

Bei den 20 grössten Schweizer Unternehmen im SMI kommen Kürzungen nur selten vor. Zuletzt reduzierte Kühne + Nagel seine Ausschüttungen in den Geschäftsjahren 2023 bis 2025. Zuvor hatte der Logistiker seine Dividende allerdings nach den aussergewöhnlich hohen Gewinnen während der Lieferkettenkrise kräftig angehoben. Mit den sinkenden Gewinnen normalisierten sich danach auch die Ausschüttungen.

Viel häufiger erhöhen die SMI-Unternehmen ihre Dividenden. Für das vergangene Geschäftsjahr taten dies 17 der 20 Indexmitglieder. Neben Kühne + Nagel und der neu von Holcim abgespaltenen Amrize erhöhte lediglich Alcon die Ausschüttung nicht, hielt sie aber immerhin stabil.

 

Eine Kürzung hätte Signalwirkung

Derzeit deutet deshalb wenig darauf hin, dass Partners Group die Dividende kürzen wird. Damit würde das Unternehmen nicht nur seine Serie steigender Ausschüttungen beenden, sondern auch bei dividendenorientierten Anlegern Vertrauen verspielen.

Auch die Erfahrung am Schweizer Aktienmarkt zeigt, dass gerade grosse Unternehmen ihre Dividende nur in aussergewöhnlichen Situationen reduzieren. Dafür erscheint die finanzielle Lage von Partners Group derzeit zu solide.

Wahrscheinlicher ist deshalb, dass das Unternehmen zumindest vorübergehend eine Ausschüttungsquote von mehr als 100 Prozent in Kauf nimmt. Für ein einzelnes Jahr wäre dies verkraftbar.

Alles andere als die 18. Dividendenerhöhung in Folge wäre damit eine Überraschung. Eine Kürzung hätte entsprechend grosse Signalwirkung: Sie würde darauf hindeuten, dass das Management die weitere Entwicklung deutlich vorsichtiger beurteilt als bisher.

Der 16. März 2027, an dem Partners Group die Jahreszahlen veröffentlicht, dürfte deshalb mit besonderer Spannung erwartet werden.

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