Lonza: Folgt auf die Investitionen nun die Ernte?
VZ Analyse
Lonza hat den Umbau zum fokussierten Pharmaauftragsfertiger weitgehend hinter sich und erhöht nun die Ambitionen bei der Profitabilität. Doch kann das Unternehmen die operative Verbesserung in nachhaltiges Gewinnwachstum ummünzen?
Publiziert vor 4 Stunden
Autor
Claudio Betschart
Funktion Anlageexperte
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Die Lonza-Aktie wartet seit längerer Zeit auf einen nachhaltigen Befreiungsschlag. In den letzten zwölf Monaten hat sie sich unter dem Strich seitwärts bewegt. Operativ hat sich die Ausgangslage inzwischen jedoch deutlich verbessert. Im ersten Halbjahr 2026 erzielte das fortgeführte Geschäft einen Umsatz von 3,37 Milliarden Franken.
Währungsbereinigt entspricht dies einem Wachstum von 16 Prozent. Gleichzeitig stieg die operative Kernmarge von 30,4 auf 34,8 Prozent. Auch der freie Cashflow entwickelte sich deutlich positiv. Damit mehren sich die Anzeichen, dass sich der milliardenschwere Kapazitätsausbau zunehmend auszahlt.
Investitionen tragen zunehmend Früchte
Lonza gehört zu den weltweit führenden Auftragsentwicklern und -herstellern für die Pharma- und Biotechindustrie. In den vergangenen Jahren investierte das Unternehmen Milliarden in zusätzliche Produktionskapazitäten und richtete sich strategisch stärker auf das Kerngeschäft aus. Ein wichtiger Schritt ist die im März vereinbarte Veräusserung des Kapselgeschäfts an Lone Star Funds zu einem Unternehmenswert von 2,3 Milliarden Franken.
Die jüngsten Geschäftszahlen deuten darauf hin, dass Lonza zunehmend von den getätigten Investitionen profitiert. Der freie Cashflow des fortgeführten Geschäfts stieg im ersten Halbjahr von 116 auf 426 Millionen Franken. Gleichzeitig sanken die Investitionsausgaben von 642 auf 530 Millionen Franken. Die Kombination aus kräftigem Wachstum, steigender Profitabilität und rückläufigen Investitionen verbessert die finanzielle Ausgangslage. Entscheidend wird nun, ob sich diese Entwicklung in den kommenden Jahren fortsetzen lässt.
Profitabilität rückt in den Vordergrund
Am Investorentag vom Mittwoch (14. Oktober) konkretisierte Lonza seine mittelfristigen Ziele. Das Unternehmen strebt weiterhin ein jährliches organisches Umsatzwachstum von 10 bis 13 Prozent an. Gleichzeitig soll die operative Marge mittelfristig auf 38 bis 39 Prozent steigen.
Für 2026 erwartet Lonza unverändert ein organisches Umsatzwachstum von 11 bis 12 Prozent und eine operative Marge von 33 bis 34 Prozent. Bereits im Sommer hatte das Unternehmen seine Margenerwartungen für das laufende Jahr angehoben. Die im ersten Halbjahr erzielte operative Kernmarge von 34,8 Prozent unterstreicht die positive operative Entwicklung.
Neben dem operativen Ergebnis gewinnt auch die Kapitaleffizienz an Bedeutung. Die Rendite auf dem investierten Kapital stieg im ersten Halbjahr auf 13,2 Prozent,(Vorjahr 10,5 Prozent). Damit verbessert Lonza nicht nur die Profitabilität, sondern nutzt das eingesetzte Kapital zunehmend effizienter. Gerade nach Jahren hoher Investitionen ist dies ein wichtiger Schritt, um die Wertschöpfung für die Aktionäre zu erhöhen.
Höhere Ziele, höhere Erwartungen
Für Anlegerinnen und Anleger verbessert sich damit die Perspektive. Wenn die neuen Produktionskapazitäten zunehmend ausgelastet werden und die Investitionsausgaben im Verhältnis zum Geschäft zurückgehen, kann ein grösserer Teil des operativen Ergebnisses in freien Cashflow überführt werden. Steigende Margen und eine höhere Kapitalrendite könnten die Ertragskraft des Unternehmens zusätzlich stärken.
Allerdings steigen mit den ambitionierteren Zielen auch die Erwartungen. Lonza muss beweisen, dass sich die zusätzlichen Kapazitäten wie geplant auslasten lassen und die angestrebten Margen nachhaltig erreichbar sind. Eine schwächere Nachfrage oder Verzögerungen beim Hochfahren neuer Anlagen könnten die erwarteten Ergebnisbeiträge schmälern. Für die weitere Entwicklung wird deshalb entscheidend sein, wie zuverlässig Lonza Wachstum in Gewinne und Cashflow umwandeln kann.
Fazit: Die Voraussetzungen verbessern sich
Lonza hat den strategischen Umbau weitgehend hinter sich und zeigt operativ eine positive Entwicklung. Das Geschäft wächst kräftig, die Margen steigen und der freie Cashflow verbessert sich. Gleichzeitig plant das Unternehmen für das vierte Quartal einen Aktienrückkauf im Umfang von 500 Millionen Franken.
Für langfristig orientierte Anlegerinnen und Anleger bleibt die Aktie damit interessant. Die entscheidende Frage ist jedoch, wie viel der erwarteten Verbesserung bereits im Aktienkurs eingepreist ist. Gelingt es Lonza, die zusätzlichen Kapazitäten profitabel auszulasten und die mittelfristigen Ziele zu erreichen, könnte dies weiteres Kurspotenzial eröffnen. Die Voraussetzungen für eine nachhaltige Verbesserung der Ertragskraft sind jedenfalls besser geworden.
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