Heizöl: Worauf Hausbesitzer jetzt achten sollten
VZ Analyse
Eigenheimbesitzer können viel Geld sparen, wenn sie zum richtigen Zeitpunkt ihre Tanks füllen.
Publiziert 20. Jul 2026
Autor
David Bacher
Funktion Anlageexperte
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Jedes Jahr stellen sich Eigenheimbesitzer die gleiche Frage: Wann soll ich den leeren Heizöltank für den kommenden Winter auffüllen?
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Merkblatt
Zum tiefstmöglichen Preis einzukaufen, ist praktisch unmöglich. Es sollte jedoch vermieden werden, aus der Not heraus kurzfristig kaufen zu müssen.
Für Eigenheimbesitzer kann es deshalb sinnvoll sein, Preisrückgänge für eine frühzeitige Tankfüllung zu nutzen. Wer hingegen bis in den Winter wartet, geht das Risiko zusätzlicher kurzfristigen Preisschwankungen und möglichen Lieferengpässen ein.
Doch wie sieht die aktuelle Situation aus? Der Heizölpreis hat sich in den vergangenen Wochen spürbar vom globalen Rohölpreis abgekoppelt. Während die Preise von Terminkontrakten auf Rohöl – z.B. der Sorte Brent – deutlich unter den Höchstständen von 2022 notieren, bewegen sich die die Terminkontrakte für schwefelarme Dieselkraftstoffe mit Lieferung nach Europa wieder auf einem Niveau wie zu Beginn des Ukraine-Konflikts. Für den Handel von Heizöl wird der Preis für schwefelarmes Gasöl als Referenzpreis verwendet. Der Preis für Heizöl wird dabei nicht nur vom Rohölpreis bestimmt. Ebenso wichtig sind die Raffineriekapazitäten, die Lagerbestände von Diesel und Heizöl, die Transportkosten sowie je Betrachtungsweise der Wechselkurs zwischen Dollar zu Franken.
Zwar haben steigende Lagerbestände den Markt zuletzt etwas entlastet. Gleichzeitig bleibt die Versorgung angespannt. Die Margen für die Herstellung von Diesel und Heizöl aus Rohöl sind auf hohe Niveaus gestiegen. Dies deutet auf ein knappes Angebot bei weiterhin robuster Nachfrage hin.
Ein wichtiger Grund für die Entwicklung ist die veränderte Energieversorgung Europas. Seit dem Wegfall russischer Öl- und Dieselimporte ist Europa stärker auf Lieferungen aus den USA, aus Indien und aus dem Nahen Osten angewiesen. Dadurch sind die Lieferketten länger und störungsanfälliger geworden. Besonders die Unsicherheit rund um die Strasse von Hormus belastet den Markt, da über diese Route nicht nur Rohöl, sondern auch raffinierte Ölprodukte (wie Heizöl) transportiert werden.
Hinzu kommt, dass mehrere Raffinerien im Nahen Osten und in Russland durch Angriffe beschädigt wurden und die Produktion noch nicht vollständig hochfahren konnten. Gleichzeitig produzieren viele Anlagen in Asien weiterhin unter ihrer normalen Kapazität. Das Angebot an Diesel und Heizöl bleibt dadurch knapp, was die Raffineriemargen und den Preisaufschlag gegenüber Rohöl erhöht.
Zusätzlichen Druck erzeugt die anhaltende Trockenheit in Europa. Ein grosser Teil des für die Schweiz bestimmten Heizöls wird über den Rhein nach Basel transportiert. Wegen des tiefen Wasserstands können viele Schiffe derzeit nur 30 bis 40 Prozent ihrer normalen Ladung befördern. Die Transportkosten sind dadurch stark gestiegen und verteuern das Heizöl zusätzlich. Erneute Regenfälle oder ein Ende der Hitzeperiode könnten dazu führen, dass die Pegelstände wieder steigen und die entsprechenden Kosten wieder nachgeben.
Die Differenz zwischen Heizöl- und Rohölpreisen liegt derzeit auf einem ungewöhnlich hohen Niveau. Solche hohen Margen haben jedoch oft keinen dauerhaften Bestand, da Raffinerien ihre Produktion ausweiten, sobald zusätzliche Kapazitäten verfügbar werden. Zudem könnte eine Entspannung im Konflikt zwischen den USA und Iran zu einer Normalisierung des Schiffsverkehrs durch die Strasse von Hormus führen und damit den Druck auf die Heizölpreise verringern.
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