GTA 6: Ein Videospiel bewegt eine Milliardenindustrie

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Am 19. November erscheint mit GTA 6 eines der am meisten erwarteten Videospiele aller Zeiten. Für den Entwickler Rockstar Games und dessen Mutterkonzern Take-Two steht viel auf dem Spiel. Doch auch andere Unternehmen profitieren vom Milliardengeschäft mit Videospielen – darunter Logitech.

Publiziert vor 4 Stunden

Autor

Christian Huber

Funktion Anlageexperte

13 Jahre haben die Fans auf diesen Moment gewartet. Am 19. November erscheint mit Grand Theft Auto VI, kurz GTA 6, der Nachfolger eines der erfolgreichsten Videospiele aller Zeiten. Die Erwartungen sind hoch. Für den Entwickler Rockstar Games und dessen börsenkotierten Mutterkonzern Take-Two Interactive könnte GTA 6 zum wichtigsten Produkt der Unternehmensgeschichte werden.

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Doch auch die Gamingindustrie blickt gespannt auf die Veröffentlichung. Neben den Spieleentwicklern dürften auch Konsolenhersteller und Anbieter von Zubehör den Verkaufsstart genau verfolgen. Wie gross das Potenzial ist, zeigt der Vorgänger. GTA 5 kam 2013 auf den Markt und wurde seither mehr als 225 Millionen Mal verkauft. Damit gehört es zu den meistverkauften Videospielen aller Zeiten. Und selbst nach mehr als einem Jahrzehnt bringt der Titel seinem Entwickler weiterhin regelmässig Geld ein.

Ein Spiel als Milliardengeschäft

Rockstar Games unterscheidet sich von vielen Konkurrenten. Während Entwickler wie Electronic Arts (EA) jährlich neue Versionen erfolgreicher Spielreihen veröffentlichen, setzt Rockstar auf wenige, dafür besonders aufwendige Produktionen. Die Entwicklung dauert Jahre und verschlingt hohe Summen.

Wie viel GTA 6 gekostet hat, ist nicht bekannt. Schätzungen reichen bis in den Milliardenbereich. Das Geschäftsmodell birgt deshalb hohe Risiken. Jahrelangen Investitionen stehen erst mit der Veröffentlichung grössere Einnahmen gegenüber. Dafür kann ein erfolgreicher Titel über viele Jahre Geld einbringen.

GTA 5 zeigt, wie dieses Modell funktioniert. Neben dem eigentlichen Spiel entwickelte Rockstar mit GTA Online eine Plattform, auf der Spieler gemeinsam Abenteuer erleben und virtuelle Gegenstände kaufen können. Dadurch verdient das Unternehmen nicht nur am einmaligen Verkauf, sondern auch an der langfristigen Nutzung. Dieses Geschäftsmodell hat sich inzwischen in weiten Teilen der Gamingindustrie etabliert.

Take-Two setzt auf GTA 6

Wie wichtig GTA 6 für den Mutterkonzern ist, zeigt dessen Prognose. Take-Two erwartet für das im März 2027 endende Geschäftsjahr Net Bookings von 8 bis 8,2 Milliarden Dollar. Die Kennzahl umfasst den Wert verkaufter Spiele und digitaler Inhalte. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Anstieg von rund 20 Prozent.

Der wichtigste Wachstumstreiber dürfte GTA 6 sein. Auf Rockstar Games dürften rund 37 Prozent der gesamten Net Bookings entfallen. Im Vorjahr lag der Anteil noch bei rund 16 Prozent. Damit hängt ein erheblicher Teil des Konzernwachstums vom Erfolg von GTA 6 ab.

Entsprechend viel steht auf dem Spiel. Nach jahrelangen Investitionen soll GTA 6 das Wachstum beschleunigen und Take-Two zurück in die Gewinnzone führen. Enttäuschende Verkaufszahlen oder technische Probleme könnten dagegen den Aktienkurs stark belasten.

 

Gaming ist längst ein Massenmarkt

Die wirtschaftliche Bedeutung von Videospielen reicht weit über Take-Two hinaus. Die Gamingindustrie hat sich von einem Nischenmarkt zu einem bedeutenden Teil der globalen Unterhaltungsindustrie entwickelt. Gemäss verschiedenen Marktstudien dürfte die Branche 2026 weltweit mehr als 200 Milliarden Dollar umsetzen.

Dabei ist der Markt deutlich breiter als klassische Computer- und Konsolenspiele. Mehr als die Hälfte des Umsatzes entfällt auf Mobile Games, also Spiele für Smartphones und Tablets. Den Rest teilen sich Konsolen- und Computerspiele.

Neben dem Verkauf neuer Spiele gewinnen digitale Zusatzinhalte und Abonnements an Bedeutung. Erfolgreiche Titel können dadurch über Jahre Einnahmen erzielen. Gleichzeitig bleiben Spieler länger an bestimmte Plattformen gebunden. Für die Entwickler entstehen damit neue Einnahmequellen, aber auch ein intensiverer Wettbewerb um die Aufmerksamkeit der Spieler.

Auch Hardwarehersteller verdienen mit

Vom Wachstum profitieren nicht nur Spieleentwickler. Auch Hersteller von Konsolen, Computern und Zubehör verdienen am Milliardengeschäft.

Zu den wichtigsten Unternehmen gehört Sony mit seiner PlayStation. GTA 6 erscheint zunächst für die PlayStation 5 sowie die Xbox Series X und S von Microsoft. Eine PC-Version ist zum Verkaufsstart nicht angekündigt. Die Veröffentlichung könnte deshalb zusätzliche Spieler zum Kauf einer Konsole bewegen. Gleichzeitig verdienen Sony und Microsoft am Vertrieb digitaler Spiele und Zusatzinhalte.

Nintendo verfolgt einen etwas anderen Ansatz. Der japanische Konzern entwickelt eigene Konsolen und verfügt mit Figuren wie Mario über weltweit bekannte Spielmarken. Dadurch verdient Nintendo sowohl an der Hardware als auch an exklusiven Spielen und ist weniger stark auf Titel anderer Entwickler angewiesen.

Logitech profitiert vom Gamingmarkt

Auch die Schweiz ist in der Branche vertreten. Ein wichtiger Anbieter ist Logitech. Der Hersteller von Computerzubehör gehört mit seiner Marke Logitech G zu den bekannten Anbietern von Gaming-Hardware. Das Sortiment umfasst neben Mäusen, Tastaturen und Headsets auch spezielle Geräte wie Rennlenkräder und Joysticks.

Gaming ist für Logitech ein wichtiger Geschäftsbereich. Im Geschäftsjahr 2025/26, das Ende März 2026 endete, erzielte der Konzern damit einen Umsatz von rund 1,4 Milliarden Dollar. Das entspricht knapp 30 Prozent des gesamten Konzernumsatzes.

Logitech profitiert vor allem von der Nachfrage nach hochwertigem Zubehör. Wer regelmässig spielt, investiert häufig in leistungsfähigere Geräte. Der direkte Effekt von GTA 6 dürfte allerdings begrenzt bleiben. Da das Spiel zunächst nur für Konsolen erscheint, ist vorerst kein grösserer Nachfrageschub bei Logitech zu erwarten.

 

Grosse Chancen, unterschiedliche Risiken

Für Anleger bietet die Gamingindustrie verschiedene Möglichkeiten. Mit Take-Two setzen sie direkt auf den Erfolg grosser Spieleproduktionen. Sony und Nintendo verdienen an Konsolen, Plattformen und Spielen, während Logitech vom Bedarf an Zubehör profitiert und weniger stark vom Erfolg einzelner Titel abhängig ist.

Während ein Blockbuster wie GTA 6 das Geschäft eines Entwicklers innerhalb weniger Monate stark verändern kann, profitieren Hardwarehersteller eher vom langfristigen Wachstum der Branche. Der Verkaufsstart zeigt damit nicht nur die wirtschaftliche Bedeutung eines einzelnen Spiels, sondern auch, wie unterschiedlich Unternehmen vom Milliardenmarkt Gaming profitieren.

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