Givaudan – riecht es nach Erholung?

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VZ Analyse

Im März haben die Aktien von Givaudan ein Mehrjahrestief erreicht. Just mit der Kotierung des Mitbewerbers DSM-Firmenich an der Schweizer Börse ist jedoch wieder Fahrt in die Titel gekommen. Wir zeigen in der folgenden Analyse, ob das vorübergehend ist oder mehr dahintersteckt.

Publiziert 8. Jul 2026

Autor

Stefan Müller

Funktion Anlageexperte

Beschreibung

Givaudan zählt weltweit zu den führenden Anbietern von Duft- und Aromastoffen und profitiert von einem strukturellen Wachstum in der Konsumgüterindustrie. Die Aktie gilt als defensiver Qualitätswert mit stabilen Cashflows, steht jedoch unter Bewertungsdruck.

Bis Ende 2021 kannte die Aktie während zwei Jahrzehnten praktisch nur eine Richtung – nach oben – und war ein Vorzeigevalor im Schweizer Aktienmarkt. Seither folgten mit Ausnahme von 2024 schwierige Jahre für den Aktienkurs.

Ein Hauptkonkurrent von Givaudan ist DSM-Firmenich. Dabei handelt es sich um einen Zusammenschluss der niederländischen DSM (Dutch State Mines) und dem Genfer Unternehmen Firmenich. Aufgrund von grosser Nachfrage unter Schweizer Anlegerinnen und Anlegern hat das Unternehmen Ende Mai eine Zweitkotierung an der Schweizer Börse getätigt. Dies hat auch Givaudan wieder vermehrt in den Mittelpunkt gebracht.

Dynamik schwach

Nicht nur die Aktien von Givaudan haben eine Schwächephase hinter sich. Sie steht im Einklang mit dem gesamten Ingredients-Sektor, der unter einer flauen Wachstumsdynamik der Endkunden in den Bereichen Nahrungsmittel und Home & Personal Care (HPC) leidet.

Die schwächere Nachfrage und höhere Rohstoffpreise münden in einem entsprechend hohen Margendruck für die gesamte Branche. Zusätzlich kommen erschwerend steigende Finanzierungskosten dazu.

Gleichwohl ist Givaudan in den Geschäftsjahren 2024 und 2025 organisch um 12,3 Prozent bzw. 5,1 Prozent gewachsen. Allerdings ist seit einigen Quartalen eine Verlangsamung sichtbar. Dies bestätigen auch die Zahlen für das erste Quartal 2026, in welchem ein organisches Wachstum von 2,8 Prozent erzielt wurde. Dies liegt klar unter dem Zielband von 4 bis 6 Prozent.

Trotz der abflachenden Dynamik gibt es einige langfristige Wachstumstreiber. Da sind einerseits die gesellschaftlichen Entwicklungen einer steigenden Lebenserwartung sowie dem Trend zu gesünderen und funktionalen Lebensmitteln. Andererseits sind insbesondere in Schwellenländer wachsende Urbanisierung und steigendes Konsumverhalten ersichtlich.

Marge und Cashflow stark

Givaudan verfügt über viel Qualität und eine ausserordentliche Marktstellung. Die Weltmarktführerschaft kann dank hohen Eintrittsbarrieren gut verteidigt werden. Auch deshalb erreicht Givaudan konstant EBITDA-Margen von klar über 20 Prozent. Das liegt deutlich über denjenigen der Konkurrenz. DSM-Firmenich will sie mittelfristig auf 22 bis 23 Prozent erhöhen. 2025 erreichte sie weniger als 20 Prozent.

Ein weiteres Qualitätsmerkmal sind die stabilen und gut planbaren Cashflows. Diese zeugen von einer kontinuierlich operativen Verbesserung sowie einer soliden und vorausschauenden Verschuldungssituation. Das macht Givaudan zu einem verlässlichen Dividendenzahler, welche über die Jahre konstant steigt. Entsprechend ist die hohe Ausschüttungsquote gut durch den stabilen Cashflow gedeckt.

Eindrücklich ist auch die Leistung von Givaudan bei der erzielten Rendite auf das investierte Kapital (ROIC). Dank der rigorosen Kostenkontrolle und der hohen Preissetzungsmacht liegt diese seit Jahren komfortabel im zweistelligen Prozentbereich. Bei den Mitbewerbern liegt dieser Wert teilweise weit unter 10 Prozent.

Fazit

Im Vergleich zur Konkurrenz ist die Aktie von Givaudan tendenziell eher hoch bewertet. Das ist aber keine Seltenheit. Die Bewertungsdifferenz ist jedoch kleiner geworden. Die Zweitkotierung des Mitbewerbers DSM-Firmenich hat auch Givaudan wieder auf den Radar eines erweiterten Investorenkreises gebracht. Die phantasielose Zeit der Aktienentwicklung könnte damit zu Ende sein.

Givaudan bleibt ein qualitativ hochwertiger Titel mit überzeugender Marktstellung und langfristig intakten Wachstumstreibern. Kurzfristig können Bewertungsfragen und Margendynamik die Kursentwicklung beeinflussen.

Die Aktie eignet sich deshalb insbesondere für Investorinnen und Investoren mit Fokus auf Stabilität sowie strukturellem Wachstum und bleibt ein spannendes Investment in einem defensiven Segment.

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