VZ Analyse
Im September sind 44 ETF neu an die SIX gekommen – eine Mehrheit davon sind aktiv verwaltet.
Publiziert 2. Okt 2026
Beschreibung
Im September waren 44 ETF neu an der Schweizer Börse SIX handelbar. Das Angebot wurde insbesondere bei Aktien-ETF ausgebaut. Die neuen Produkte decken grösstenteils Industrieländer, aber auch thematische und strategische Ansätze ab.
Einen wesentlichen Beitrag leisteten die Anbieter Franklin, Pictet und iShares. Während Franklin vor allem passive Strategie- und Themenfonds an die SIX brachte, lancierte Pictet aktive KI-ETF auf Industrieländer. Allianz erweiterte das Angebot um aktive Aktien- und Anleihenstrategien, während iShares neue ETF auf Infrastruktur, Nordamerika, Japan und verschiedene Themenbereiche kotierte.
Die grosse Mehrheit der Neulancierungen war im Bereich Aktien zu sehen, unter anderem auf Industrieländer-Aktien, Schwellenländer-Aktien, Faktor- und Income-Strategien und Themen-ETF. Daneben wurden wenige ETF auf Unternehmensanleihen, Staatsanleihen und Geldmarktanlagen eingeführt. Der Bereich Zinswerte spielt damit zwar weiterhin eine Rolle, steht jedoch klar im Schatten der zahlreichen Aktienprodukte.
Die laufenden Gebühren der neuen ETF reichen von 0,05 Prozent bis 0,6 Prozent. Zu den günstigsten Produkten zählen der Invesco MSCI WorldETF Dist mit 0,05 Prozent und der Global X NYSE 100ETF sowie mehrere Franklin-ETF auf den S&P mit 0,09 Prozent. Am oberen Ende liegt der iShares World Thematic Rotation ActiveETF mit 0,6 Prozent. Die Kostenunterschiede sind damit deutlich und sollten immer im Verhältnis zur Strategie beurteilt werden. Generell bleiben breit diversifizierte Indexfonds deutlich günstiger als aktive oder spezialisierte Themenstrategien.
Fokus auf Industrieländer und Themenfonds
Die Neulancierungen am Schweizer ETF-Markt zeigen im September einen Schwerpunkt auf Aktienanlagen in Industrieländern. Besonders stark sind Produkte für die USA, Europa, Japan sowie globale Aktienmärkte vertreten. Gleichzeitig wurde das Angebot an Themen-ETF weiter ausgebaut. Neu hinzugekommen sind unter anderem Fonds auf Technologie, Kommunikation, Finanzwerte, Infrastruktur und Agribusiness.
Anlegerinnen und Anleger sollten bei Themenfonds auf die tatsächliche Anlagestrategie, die Kosten, die Liquidität, die Fondsgrösse und die Risiken achten. Nur wenn diese Faktoren zum eigenen Portfolio passen, kann ein ETF sinnvoll eingesetzt werden. Eine Auswertung des VZ zeigt zudem, dass viele Themen und Themenfonds den Durchbruch nicht schaffen und nach kurzer Zeit bereits wieder von der Bildfläche verschwinden. Mehr zu dem Thema können Anleger in der VZ Studie «Investieren in Megatrends – so schneiden Themenfonds ab» nachlesen.
Aktive ETF prägen die Neulancierungen
Von den 44 neuen ETF werden 29 aktiv verwaltet. Dazu zählen globale KI-ETF von Pictet sowie verschiedene Produkte von Invesco, UBS und Allianz auf Industrieländer, Zinswerte und Strategiefonds. Anbieter versuchen, mit aktiven ETF einen Mehrwert gegenüber klassischen Indexfonds zu erzielen.
Gleichzeitig bleiben passive Strategien ein wichtiger Bestandteil des Angebots. Rund ein Drittel der Neulancierungen werden passiv verwaltet, darunter vor allem Themenfonds wie der Franklin S&P 500 Information TechnologyETF (Acc), der Global X Space TechETF und der iShares Europe Infrastructure BuildersETF.
Allgemein sollten Anleger bei Investitionen in aktive ETF beachten, dass diese oft um einiges teurer sind als klassische passive ETF. Es ist zudem fraglich, ob aktive ETF in der Lage sind, ihren Benchmark langfristig zu schlagen und die höheren Gebühren zu rechtfertigen. Mehr zum Thema können Interessierte im Merkblatt Sparen und Anlegen mit ETF nachlesen.
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