VZ Analyse
Im Juli kamen 15 ETF neu an die SIX. Gleichzeitig verschwinden zwei Schwellenländer-Produkte von der Schweizer Börse.
Publiziert vor 8 Stunden
Beschreibung
Im Juli sind 15 ETF neu an der Schweizer Börse SIX handelbar. Das Angebot wird vor allem bei Aktien-ETF ausgebaut. Die neuen Produkte decken Industrieländer, Schwellenländer, US-Nebenwerte, nachhaltige sowie mehrere thematische Ansätze ab.
Auffällig ist die hohe Anzahl neu lancierter Produkte von Goldman Sachs. Der Anbieter bringt mehrere aktive Alpha-Enhanced-ETF auf Europa, Japan, die USA, Industrieländer und Schwellenländer an die SIX. Ergänzt wird das Angebot durch einen passiven nachhaltigen Weltaktien-ETF von Goldman Sachs.
Bei den Themen-ETF stehen unter anderem Stablecoins und Tokenisierung, US-Elektrifizierung sowie ein klimaorientierter MSCI-ACWI-Ansatz im Vordergrund. Damit bleibt der Trend zu spezifischen Anlageideen bestehen. Anlegerinnen und Anleger erhalten dadurch mehr Auswahl, müssen die zugrunde liegenden Strategien aber genau prüfen.
Die laufenden Gebühren der neuen ETF reichen von 0,12 Prozent bis 0,55 Prozent. Besonders günstig ist der UBS MSCI World ex USA mit 0,12 Prozent. Am oberen Ende liegt der PIMCO Advantage StocksPLUS US Large Cap mit 0,55 Prozent. Die Kostenunterschiede sind damit erheblich und sollten immer im Verhältnis zur Strategie beurteilt werden.
Aktive ETF rücken in den Vordergrund
Sechs der 15 neuen ETF werden aktiv verwaltet. Dazu zählen die Alpha-Enhanced-Strategien von Goldman Sachs auf verschiedene Aktienmärkte sowie der PIMCO Advantage StocksPLUS US Large Cap. Die Anbieter aktiver Fonds nutzen die ETF-Struktur damit vermehrt für Strategien, die nicht nur einen Index abbilden, sondern zusätzliche Ertragsquellen erschliessen sollen.
Für Anlegerinnen und Anleger ist dabei entscheidend, die jeweilige Strategie genau zu verstehen. Aktive ETF können deutlich von einem breiten Marktindex abweichen. Zudem sind sie häufig teurer als einfache passive Produkte. Ein Mehrwert entsteht langfristig nur dann, wenn das aktive Management die höheren Kosten durch eine bessere Wertentwicklung kompensieren kann.
Zwei Schwellenländer-ETF verschwinden
Auf der Gegenseite verlassen im Juli einzelne ETF den Schweizer Markt. Solche Delistings sind im ETF-Markt nicht ungewöhnlich. Gründe sind häufig eine zu geringe Nachfrage, geringe Fondsvolumen, geringe Handelsaktivität oder strategische Anpassungen der Anbieter.
Für Anlegerinnen und Anleger ist wichtig, Delistings nicht isoliert zu betrachten. Häufig bleiben Produkte an anderen Handelsplätzen verfügbar oder werden im Rahmen einer Produktbereinigung zusammengelegt. Dennoch können Delistings zu zusätzlichem Aufwand führen, etwa wenn Positionen verkauft oder auf alternative Produkte umgestellt werden müssen.
Breite Auswahl, höhere Komplexität
Die Neulancierungen am Schweizer ETF-Markt zeigen auch im Juli eine breite Mischung aus klassischen Bausteinen, aktiven Strategien und thematischen Produkten. Damit wächst das Angebot weiter und ermöglicht die Umsetzung spezifischer Anlegerbedürfnisse.
Gleichzeitig nimmt die Komplexität zu. Gerade bei aktiven, thematischen oder ertragsorientierten ETF sollten Anlegerinnen und Anleger genau auf die Strategie achten. Entscheidend sind zudem die Kosten, die Liquidität, die Fondsgrösse und die Risiken. Nur wenn diese Faktoren zum eigenen Portfolio passen, kann ein ETF sinnvoll eingesetzt werden.
Hohe Gebühren, ungewisser Mehrwert
Aktive ETF werden oft mit mehr Flexibilität und der Chance auf eine bessere Wertentwicklung beworben. In der Praxis sind sie jedoch häufig deutlich teurer als passive Produkte. Damit steigt die Hürde für Anlegerinnen und Anleger: Die Fonds müssen ihre höheren Kosten langfristig erst einmal durch eine bessere Rendite kompensieren. Ob dies über längere Zeit gelingt, ist fraglich. Denn nach Abzug der Gebühren bleibt nur dann ein Mehrwert, wenn das aktive Management den Vergleichsindex dauerhaft und ausreichend deutlich übertrifft. Gerade deshalb sollten Anleger bei aktiven ETF besonders kritisch prüfen, ob Strategie, Kosten und bisherige Ergebnisse in einem überzeugenden Verhältnis stehen.
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