Ein ganzes Portfolio in einer Aktie?

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Wer in einen grossen Börsenkonzern investiert, setzt oft nicht nur auf ein einzelnes Geschäftsfeld. Viele Unternehmen sind heute in verschiedenen Branchen aktiv und verfügen über mehrere Wachstumstreiber. Warum dieser Diversifikationseffekt für Anleger interessant ist – und wo seine Grenzen liegen.

Publiziert 13. Aug 2026

Autor

Christian Huber

Funktion Anlageexperte

Viele Anleger verbinden Unternehmen mit einem einzigen Produkt. Apple wird mit dem iPhone assoziiert, Meta mit Facebook oder Amazon mit dem Onlinehandel. Die Realität sieht jedoch anders aus. Die grössten Technologiekonzerne haben in den vergangenen Jahren zahlreiche neue Geschäftsfelder aufgebaut oder hinzugekauft. Dadurch sind sie deutlich breiter aufgestellt, als viele vermuten.

Für Anleger bedeutet das: Der Erfolg hängt oft nicht mehr von einem einzelnen Produkt oder Markt ab, sondern von mehreren Sparten gleichzeitig. 

Besonders deutlich wird dies bei den grossen Technologiekonzernen. Apple erzielt zwar einen grossen Teil seiner Umsätze mit dem iPhone. Gleichzeitig wachsen Bereiche wie Services, Bezahldienste, Musik- und Videostreaming oder Cloud-Dienste. Bei Meta stammen die Einnahmen rund 98 Prozent aus Werbung. Dahinter stehen jedoch verschiedene Plattformen wie Facebook, Instagram, WhatsApp und Threads, die Milliarden von Nutzern erreichen.

Wie breit selbst ein vermeintlich fokussiertes Unternehmen aufgestellt sein kann, zeigt Amazon. Noch etwas mehr als ein Drittel des Umsatzes fällt auf den bekannten Onlinehandel. Der Rest fällt auf Dienstleistungen für Drittanbieter, Cloud-Dienste über Amazon Web Services (AWS) sowie das Werbegeschäft. 

Wenn eine Aktie zum Konglomerat wird

Berkshire Hathaway treibt dieses Prinzip auf die Spitze. Die Holding von Warren Buffett besitzt nicht nur Dutzende Tochtergesellschaften, sondern auch ein milliardenschweres Aktienportfolio. Zum Konzern gehören Versicherungen, Energieversorger, Eisenbahnen, Industrie- und Konsumgüterunternehmen.

Wer Berkshire Hathaway kauft, investiert deshalb nicht in ein einzelnes Produkt oder einen einzelnen Markt. Die Erträge stammen aus verschiedenen Branchen und Geschäftsmodellen. Dadurch profitiert das Unternehmen von unterschiedlichen Entwicklungen in der US-Wirtschaft.

Die Tabelle zeigt die grössten Aktienpositionen von Berkshire Hathaway. Sie macht deutlich, dass Anleger über die Aktie indirekt an Unternehmen wie Apple, American Express, Coca-Cola oder Bank of America beteiligt sind. Zusammen mit den zahlreichen Tochtergesellschaften entsteht so eine Breite, die man bei einer einzelnen Aktie nur selten findet.

Diversifikation hat Grenzen

Breit aufgestellte Konzerne können Schwächen in einzelnen Geschäftsbereichen oft besser auffangen als spezialisierte Unternehmen. Läuft eine Sparte vorübergehend schlechter, können andere Bereiche zumindest teilweise kompensieren. Dies kann die Entwicklung der Gewinne und damit auch des Aktienkurses stabilisieren.

Trotz ihrer Breite bleiben Einzelaktien letztlich Einzelaktien. Managementfehler, regulatorische Eingriffe oder technologische Veränderungen können weiterhin den gesamten Konzern treffen. Eine Aktie ersetzt deshalb kein breit diversifiziertes Portfolio. Selbst Berkshire Hathaway, das oft als eines der diversifiziertesten Unternehmen der Welt gilt, hängt letztlich von den Entscheidungen des Managements und einer gemeinsamen Unternehmensstruktur ab.

Für den Anleger bedeutet das: Aktien von Unternehmen mit zahlreichen Geschäftsbereichen und Beteiligungen können ein breit diversifiziertes Portfolio nicht vollständig ersetzen. Wer das Risiko möglichst breit streuen möchte, erreicht dies in der Regel einfacher mit einem breit diversifizierten ETF. 

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