Diese Titel handelten Anleger im Oktober am häufigsten
VZ Analyse
Eine Auswertung der meistgehandelten Titel auf «Börsen & Märkte» zeigt, bei welchen Schweizer Aktien die Investoren derzeit die grössten Gewinnchancen sehen.
Publiziert 29. Okt 2026
Autor
Roman Gfeller
Funktion Anlageexperte
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Der Schweizer Aktienmarkt ist mit Schwung ins Schlussquartal gestartet. Der Swiss Market Index (SMI) legte im Oktober bislang rund 6,5 Prozent zu und markierte gar ein neues Allzeithoch. Damit rückt die historische Marke von 15'000 Punkten erstmals in greifbare Nähe.
Aktien kaufen: Das sind die wichtigsten Kennzahlen
Merkblatt
Angesichts zunehmender geopolitischer Spannungen und Inflationssorgen erwies sich der Schweizer Markt dank seiner defensiven Qualität als sicherer Hafen. Die Liste der meistgehandelten Aktien wird von den drei SMI-Titeln ABB, Partners Group und UBS angeführt und durch die beiden Nebenwerte Kuros und VAT komplettiert.
ABB
Das Unternehmen im Bereich Elektrifizierung und Automatisierung überzeugte mit den Zahlen zum dritten Quartal erneut operativ. Besonders die anhaltend hohe Nachfrage aus dem Geschäft mit KI-Rechenzentren treibt die Bestellungen, doch auch ohne diesen Wachstumsmarkt legte der Auftragseingang zu. Gleichzeitig verbesserte der Industriekonzern seine Profitabilität. Trotz des starken Geschäftsverlaufs gab die Aktie nach der Veröffentlichung nach. Im Oktober verloren die Titel rund 8 Prozent an Wert.
Daneben wird ABB bei Übernahmen offensiver. Nach dem Kauf des britischen Automatisierungsspezialisten Rotork steigt der Konzern nun bei einem Gemeinschaftsunternehmen mit Mitsubishi Electric ein und erschliesst sich damit den bislang wenig zugänglichen japanischen Markt. Strategisch ergänzen beide Transaktionen das bestehende Geschäft, doch insbesondere der hohe Kaufpreis für Rotork stiess bei Anlegern auf Skepsis. Damit gewinnt neben dem starken organischen Wachstum auch die Frage an Bedeutung, wie diszipliniert ABB seine finanziellen Mittel für weitere Zukäufe einsetzt.
Kuros
Das Biotechunternehmen überzeugte mit dem Zwischenbericht Mitte Oktober und erhöhte nach neun Monaten die Prognose für das Gesamtjahr. Das Geschäft mit dem Knochenersatzmaterial MagnetOs wächst weiterhin kräftig, zugleich verbessert sich die Profitabilität überproportional. Auch der Bestand an liquiden Mitteln stieg gegenüber dem Ende des ersten Halbjahrs. Zuvor hatten Investitionen in den Produktionsausbau die Liquidität belastet. Damit konnte Kuros zwei zentrale Zweifel ausräumen, die den Aktienkurs über den Sommer belastet hatten. Im Oktober gewann die Kuros-Aktie entsprechend rund 14 Prozent an Wert.
Gleichzeitig nahm die neue Produktionsstätte im US-Bundesstaat Georgia den kommerziellen Betrieb auf, planmässig und innerhalb des vorgesehenen Budgets. Für Kuros ist das ein wichtiger Schritt, denn die USA sind der wichtigste Absatzmarkt. Die lokale Fertigung schafft zusätzliche Kapazitäten, stärkt die Lieferkette und reduziert die Belastung durch Zölle. Fortschritte bei mehreren klinischen Studien sollen zudem die medizinische Evidenz für MagnetOs verbreitern und damit die Grundlage für weiteres Wachstum schaffen.
VAT
Der Vakuumventil-Spezialist lieferte mit den Zahlen zum dritten Quartal eine Bestätigung für den Aufschwung in der Halbleiterindustrie. Der Auftragseingang erreichte einen neuen Rekord und hat sich gegenüber dem Vorjahr nahezu verdreifacht. Treiber sind der Ausbau der KI-Infrastruktur sowie Investitionen in zusätzliche Kapazitäten für modernste Logik- und Speicherchips. Der inzwischen ebenfalls rekordhohe Auftragsbestand verschafft dem Hersteller von Vakuumventilen eine hohe Planungssicherheit und stimmt das Management auch für 2027 zuversichtlicher.
Um die Nachfrage bedienen zu können, fährt VAT die Produktion kräftig hoch und hat allein im vergangenen Quartal 450 zusätzliche Stellen geschaffen. Ein Teil der aussergewöhnlich hohen Bestellungen dürfte allerdings vorgezogen worden sein, da Kunden wegen längerer Lieferzeiten früher ordern. Die Aktie gab trotz der starken Zahlen zunächst nach, eingebettet in ein schwaches Umfeld für Halbleiterwerte. Auf Monatssicht notiert die VAT-Aktie über 12 Prozent tiefer. Entscheidend bleibt damit, ob der KI-getriebene Investitionszyklus seine derzeitige Dynamik halten kann und VAT den gewaltigen Auftragsbestand wie geplant in Umsatz umwandelt.
Partners Group
Der Privatmarktspezialist kämpft nach einem schwierigen Jahr um das Vertrauen der Anleger. Schwächere erfolgsabhängige Gebühren, schleppende Verkäufe von Beteiligungen und hohe Rückgabewünsche bei Evergreen-Fonds haben die Aktie stark belastet. Besonders die zeitweise eingeschränkten Rücknahmen bei solchen Fonds sorgten für Verunsicherung. Für zusätzliche Spannung sorgt die Dividende: Trotz des erwarteten Gewinnrückgangs hält das Management an seiner Politik einer stabilen oder steigenden Ausschüttung fest.
Zur Bearbeitung der Rückgabewünsche beim Global Value SICAV plant Partners Group den Fonds in zwei Portfolios aufzuteilen. Das Fondsvermögen belief sich auf rund 6,6 Milliarden Euro. Ein Portfolio soll langfristig weiter investieren, das andere Beteiligungen schrittweise veräussern und die Erlöse an die betreffenden Anleger auszahlen. Damit sollen Investoren, die aussteigen wollen, von jenen getrennt werden, die langfristig investiert bleiben möchten. Die Massnahme könnte den Druck auf den Fonds mindern, entscheidend für eine nachhaltige Erholung der Aktie bleibt jedoch, ob Partners Group das verlorene Vertrauen zurückgewinnt und bei Beteiligungsverkäufen wieder Fahrt aufnimmt. Im Oktober konnten die Titel 8,5 Prozent an Boden gutmachen.
UBS
Die Schweizer Grossbank legte mit den Zahlen zum dritten Quartal ein solides Ergebnis vor, konnte die hohen Erwartungen der Anleger diesmal jedoch nicht übertreffen. Rückenwind kommt weiterhin aus der globalen Vermögensverwaltung, die besonders in Asien und Amerika hohe Neugeldzuflüsse verzeichnete. Gleichzeitig nähert sich die Integration der Credit Suisse ihrem Abschluss, wobei die Bank bei den angestrebten Kosteneinsparungen etwas schneller vorankommt als geplant. Die Aktie reagierte dennoch mit Abgaben. Auf Monatssicht verloren die UBS-Aktien rund 2,4 Prozent an Wert.
Stärker als das Tagesgeschäft beschäftigt Anleger weiterhin die Kapitalfrage. Die Schweizer Politik will die Anforderungen an die Eigenkapitalunterlegung der Auslandstöchter verschärfen, was die Ausschüttungsmöglichkeiten und internationale Wettbewerbsfähigkeit von UBS beeinträchtigen könnte. Damit bleibt die weitere Kursentwicklung auch vom politischen Entscheid abhängig, während das operative Geschäft und die Kapitalausstattung derzeit wenig Anlass zur Sorge geben.
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