VZ Analyse
Eine Auswertung der meistgehandelten Titel auf «Börsen & Märkte» zeigt, bei welchen Schweizer Aktien die Investoren derzeit die grössten Gewinnchancen sehen.
Publiziert 3. Aug 2026
Beschreibung
Die Aufwärtsdynamik am Schweizer Aktienmarkt hat auch im Juli weiter angehalten. So konnte der Swiss Market Index (SMI) jüngst neue Höchststände erreichen.
Das VZ hat ausgewertet, welche Titel in den vergangenen vier Wochen auf «Börsen & Märkte» am häufigsten gehandelt wurden. Dabei zeigt sich ein hochspannendes Kontrastprogramm: Zwei gefragte Dauerfavoriten führen das Feld an, ergänzt durch einen bevorstehenden SMI-Aufsteiger sowie ein zweites Schwergewicht aus dem Pharmasektor. Ein langjähriger Industrie-Überflieger komplettiert die Liste der fünf meistgehandelten Titel des Monats.
Partners Group
Partners Group knüpfte zur Jahresmitte an die starke operative Dynamik der vergangenen Quartale an. Der Zuger Privatmarktspezialist sammelte im ersten Halbjahr 16 Milliarden Dollar an neuen Kundengeldern ein und steigerte das verwaltete Vermögen auf 186 Milliarden Dollar. Besonders stark entwickelte sich das Geschäft mit massgeschneiderten Kundenlösungen, das mehr als die Hälfte der neu eingeworbenen Mittel beisteuerte.
Obwohl das Unternehmen seine Jahresziele bestätigte und weiterhin Neugelder von 26 bis 32 Milliarden Dollar erwartet, trübten hohe Rückzahlungen bei den Evergreen-Fonds und rückläufige Performance-Erträge das Gesamtbild. Diese strukturellen Sorgen belasten auch den Börsenkurs: Trotz der robusten Brutto-Geldeingänge zählt die Aktie mit einem deutlichen Minus seit Jahresbeginn zu den schwächeren Schweizer Standardwerten.
Nestlé
Nestlé zählt weiterhin zu den prägendsten Titeln am Schweizer Aktienmarkt. Nachdem bereits in den vergangenen Wochen die Frage nach einer nachhaltigen Belebung des Wachstums im Zentrum stand, lieferte der Konzern nun weitere Hinweise auf eine Verbesserung der operativen Entwicklung. Vor allem das Kaffeegeschäft mit Nescafé, Nespresso und Starbucks-Produkten entwickelte sich robust, während sich auch die Absatzmengen insgesamt weiter erholten.
Gleichzeitig arbeitet Nestlé an der Straffung seines Portfolios. Mit dem geplanten Joint Venture für das Wasser- und Premiumgetränkegeschäft wird ein Bereich neu aufgestellt, der seit Jahren strategisch zur Diskussion steht. Parallel erhöht der Konzern die Investitionen in globale Marken und Wachstumsplattformen, um das organische Wachstum breiter abzustützen.
ABB
Die Kombination aus Rekordaufträgen und einer grösseren Übernahme sorgte bei ABB für die wichtigsten Schlagzeilen. Mit einem Auftragseingang von mehr als 12 Milliarden Dollar erreichte der Industriekonzern im zweiten Quartal einen Höchstwert, getragen von einer anhaltend hohen Nachfrage nach Elektrifizierung, Automation und Energieinfrastruktur.
Zusätzlich stärkt ABB mit der Übernahme des britischen Unternehmens Rotork das Geschäft der Automation. Der Spezialist für Aktuatoren und Durchflusssteuerung ergänzt das bestehende Portfolio in Bereichen wie Energie, Chemie und Wasserwirtschaft. Trotz der starken operativen Entwicklung gehörte ABB im Juli zu den schwächeren Blue Chips, nachdem sich die Aktie seit Jahresbeginn merklich besser entwickelt hatte als der Gesamtmarkt.
Lonza
Bei Lonza rückte einmal mehr das Geschäft mit innovativen Biopharma-Technologien in den Vordergrund. Besonders dynamisch entwickelt sich die Nachfrage nach Kapazitäten für Antikörper-Wirkstoff-Konjugate, einer Technologie, die in der Krebsmedizin zunehmend an Bedeutung gewinnt. Vor diesem Hintergrund kündigte das Unternehmen einen weiteren Ausbau der Abfüllanlagen in Stein an. Die Investition wird durch langfristige Kundenvereinbarungen unterstützt und folgt auf das jahrelange starke Wachstum bei spezialisierten Entwicklungs- und Fertigungsdienstleistungen. Gleichzeitig erhöhte Lonza nach einem starken ersten Halbjahr die Erwartungen für die operative Profitabilität im Gesamtjahr.
Sandoz
Sandoz richtet den Blick zunehmend auf die nächste Generation von Nachahmerpräparaten für einige der weltweit umsatzstärksten Medikamente. Beachtung erhielt das Unternehmen durch Fortschritte bei Produkten, die künftig günstigere Alternativen zu stark nachgefragten Diabetes- und Abnehmmedikamenten bieten sollen. Nachdem die US-Arzneimittelbehörde entsprechende Zulassungsanträge zur Prüfung angenommen hatte, meldete Sandoz kurz vor Monatsende auch eine Zulassung für ein Semaglutid-Produkt in Brasilien. Parallel baut der Konzern seine Forschungs- und Entwicklungskapazitäten weiter aus und bereitet sich auf zahlreiche Patentabläufe in den kommenden Jahren vor.
Zusätzliche Aufmerksamkeit erhielt die Aktie Anfang Juli durch die Ankündigung, dass Sandoz im September in den Swiss Market Index aufgenommen wird. Weniger als drei Jahre nach der Abspaltung von Novartis erreicht das Unternehmen damit einen weiteren wichtigen Meilenstein als eigenständiger Pharmakonzern.
Disclaimer: Alle Angaben ohne Gewähr. Bei den aufgezeigten Informationen handelt es sich um Werbung gemäss Art. 68 FIDLEG.